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Call Me by Your Name (IT 2017)


Genre      Drama / Romance
Regie    Luca Guadagnino ... 
Buch    André Aciman ... 
James Ivory ... 
Darsteller    Armie Hammer ... Oliver
Timothée Chalamet ... Elio
 
Agent KarlOtto
 
Wertungen36
Durchschnitt
5.81 
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DVD-Erscheinungstermin:
05.07.2018

Start in den deutschen Kinos:
01.03.2018



2 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

Beethoven
24.09.2018 17:47 Uhr - Letzte Änderung: 24.09.2018 um 17:53
Obwohl ich den Film nicht gesehen habe, aber folgende Fragen zu einem Film verwundern mich dann doch:

Hatsepsut:"wieso spielt der Film 1981? Es könnte ebenso 1990 sein oder 2005 - halt, es gibt ja Münztelefone! Nur zu dumm, dass dieser Umstand für die Handlung keine Rolle spielt.... ebenso: beide Männer sind Juden. Spielt das Judentum eine Rolle, bringt das einen Konflikt hervor ? Nein. Es hätten ebenso zwei Hindus sein können, die sich hier verlieben....auch das italienische Setting ist völlig irrelevant. In einem See baden könnte man auch anderswo in Mitteleuropa"

Bei den allermeisten Filmen könnte der Film in einem anderen Jahr (falls er nicht gerade ein historisches Ereignis behandelt), an einem anderen Ort spielen und es um Personen mit einem anderen religiösen Hintergrund gehen, und nichts würde sich großartig an der Handlung ändern. Warum stellen sich also ausgerechnet hier solche Fragen?

Daher Gegenfrage: Warum soll der Film nicht 1981 in Italien spielen und die Hauptpersonen keine Juden sein? Gibt es irgendeine Regel, dass Filme in der Gegenwart spielen müssen, überwiegend in den USA und die Hauptpersonen Christen sein müssen?

Und was soll überhaupt daran verwunderlich sein, dass obwohl die beiden Männer Juden sind, deren jüdischer Hintergrund im Film überhaupt keine Rolle spielt und auch keinen Konflikt hervorbringt? Ich schätze, dass in 99% der Filme, die Religion der Protagonisten keine Rolle spielt. Was habe ich nicht schon alles für Hollywoodfilme gesehen, mit höchstwahrscheinlich christlichen Amerikanern (zumindest offiziell), obwohl das Christentum im Film überhaupt keine Rolle spielt.

Aber um auf die Fragen zurückzukommen, der Film basiert auf dem Roman „Call Me by Your Name“ des italienisch-amerikanischen Schriftstellers André Aciman, der aus einer jüdischen Familie stammt und der in seiner Jugend in Italien lebte, und dessen Roman in Italien der 1980er Jahren spielt. Das sollte die Fragen eigentlich hinreichend beantworten.


Hatsepsut
01.03.2018 01:34 Uhr / Wertung: 3 - Letzte Änderung: 01.03.2018 um 01:40
Fazit: der Film ist schlecht (3 Punkte). Er fing als ganz mittelgut an und endet in Langeweile und Kitsch.

Das Hauptproblem dieser sehr langatmig erzaehlten Liebesgeschichte zwischen zwei Männern ist, dass es keinen wirklichen Konflikt gibt. Der Junge hat verständnisvolle Eltern, eine verständnisvolle Freundin, ein paar Sexerlebnisse (da blendet die Kamera meist weg), ein paar nette Begegnungen mit anderen Menschen. Die Musik ist entweder belanglos oder kitschig. Erzählerische Atmosphäre ist meist nicht vorhanden, bis auf 2-3 kurze Szenen. Wozu diese Geschichte? dieser Film? und das für über 2 Stunden?

Ein anderes Problem mit diesem Film sehe ich darin, dass er viele Erzählfäden aufnimmt, die er nicht zu Ende führt, die sich nicht in das Gesamtbild einfügen.
Beispiel: wieso spielt der Film 1981? Es könnte ebenso 1990 sein oder 2005 - halt, es gibt ja Münztelefone! Nur zu dumm, dass dieser Umstand für die Handlung keine Rolle spielt.... ebenso: beide Männer sind Juden. Spielt das Judentum eine Rolle, bringt das einen Konflikt hervor ? Nein. Es hätten ebenso zwei Hindus sein können, die sich hier verlieben....auch das italienische Setting ist völlig irrelevant. In einem See baden könnte man auch anderswo in Mitteleuropa. Oder die Vielsprachigkeit der Familienmitglieder - ist dies relevant für die Liebesgeschichte? nicht wirklich. etc etc. Der ganze Film ist nicht durchdacht, und zudem konfliktarm, und das macht ihn letztlich ziemlich langweilig.

Der Film vertut auch eine grosse Chance. Der Liebhaber des Sohns ist Archäologe; zusammen mit dessen Vater findet er eine antike bronzene Statue eines 'Jünglings' im Meer. Der Sohn sieht dieser Statue sehr ähnlich.....hier hätte man eine Reflexion über die Rolle der Homosexualität in der Antike, bei Griechen und Römern, ansetzen können, und einen Vergleich zur Gegenwart ziehen können - das findet aber nicht statt. Dem Film fehlt also völlig die sozial-intellektuelle Ebene.

Stellenweise wirkt der Film fast softpornohaft, besonders ab Mitte. Dies wird unterstützt von der Kamera, die zu oft auf runde Frauenpopos fokussiert und zu nah an gewollt-erotisierende Handlungen der Protagonisten heranrückt, um dann doch mit betontem Super-Schwenk Richtung Fenster (begleitet von deutlichen Schmatzgeräuschen aus dem Hintergrund) abzudriften.




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