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Fahrenheit 451 (UK 1966)

Fahrenheit 451 (DE 1966)


Genre      Drama / Sci-Fi / Thriller
Regie    François Truffaut ... 
Buch    François Truffaut ... 
Ray Bradbury ... 
Darsteller    Oskar Werner ... 
Julie Christie ... 
Cyril Cusack ... 
Anton Diffring ... 
[noch 7 weitere Einträge]
 
Agent Fox
 
Wertungen113
Durchschnitt
7.34 
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5 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

Ulysses
21.03.2012 12:44 Uhr / Wertung: 7
Truffaut hat einige durchaus sinnvolle Änderungen gegenüber dem Buch vorgenommen, so etwa bezüglich Clarisse (Was im Buch aus ihr wurde hat mich damals ziemlich aufgeregt), aber auch weniger sinnvolle. Die meiner Meinung nach spannendste und beste Szene aus dem Buch, die Flucht vor dem mechanischen Hund, wurde nicht übernommen und durch die erwähnten Männer mit den Raketenrucksäcken ersetzt, das hätte nicht sein müssen. Auch das "neue" Ende fand ich fast genauso enttäuschend wie damals bei Bradbury. Aufgrund der immer noch aktuellen Gesellschaftskritik dennoch recht sehenswert.
Caenalor
14.06.2009 01:26 Uhr / Wertung: 7 - Letzte Änderung: 14.06.2009 um 01:27
Truffauts trockener Stil passt wunderbar zu der grauen Betonwelt gleichgeschalteter Menschen, in der auch einzelne technische Highlights keine Auflockerung darstellen und auch im Privaten nur vor sich hin vegetiert wird. So entsteht eine sehr beeindruckende Zukunftswelt, und die Idee des Bücherverbrenner-Staates ist nunmal einfach in jeder Form eindringlich erschreckend.
Leider wird die Kraft und Tiefe des Buches von dieser Adaption aber dennoch ziemlich deutlich verfehlt. Weder zieht Truffaut so klare Parallelen zur Realität (es wird viel weniger klar, dass die Allgemeinbevölkerung sich diese Welt durch Passivität selbst geschaffen hat), noch kann der Film das gleiche Mitgefühl mit dem vernichteten Geistesgut wecken - ein lyrisch hochbegabter Autor wie Bradbury schafft das eben weit besser, als es ein paar Großaufnahmen von Titelseiten können. Und das Ende, das im Buch schon etwas obskur, aber zumindest sehr liebenswürdig wirkt, gleitet hier zu sehr ins Unglaubwürdige ab.
Dazu noch kleine Ärgernisse am Rande: in der deutschen Version nervt der (selbstsychronisierte) Hauptdarsteller mit seinem völlig unpassenden österreichischen Akzent, und die erwähnten Raketenmänner sind eine völlig unnötige peinliche Szene, während andere Modernismen wie die Schwebebahn doch sehr gelungen waren. Ach ja, und die Stadt wirkt irgendwie seltsam unurban, was die Atmosphäre etwas aufweicht.
Insgesamt 7 Punkte; in der OV vielleicht auch 8, dank der doch sehr überzeugenden Bildsprache. Aber 1984 wurde ohne Zweifel weit kongenialer umgesetzt.
hagcel1337
10.03.2008 17:06 Uhr - Letzte Änderung: 10.03.2008 um 17:08
Wie, in der "Jetztzeit"? Der Film ist von 1966. Für die damaligen Möglichkeiten finde ich ihn sehr gut umgesetzt. Wenn man sich mal vergleichsweise Episoden von "Raumschiff Orion" anschaut, die aus derselben Ära stammen, wird man von "Fahrenheit 451" positiv überrascht sein. Vor allem hinsichtlich der "Bildwände" bewies Truffaut unheimliche Weitsicht. Die heutigen Flachbildschirme, die jeden Haushalt mit ihren Soaps beeinflussen, kommen der Vision erschreckend nahe.

Ein großartiges Werk - leider habe ich es erst so spät entdeckt.
heisenberg
03.10.2005 15:36 Uhr
Na, ich weiß nicht. Ich habe irgendwie immer Probleme mit Literaturverfilmungen. Die Gsechichte von Bradbury wirkt irgendwie viel surrealer und bedrohlicher, das Ende ist dort viel traumartiger. Ich finde die filmische Umsetzung nicht so gelungen, zum einen, weil mich der Hauptdarsteller überhaupt nicht mitreißt, zum anderen, weil die Kulissen schon sehr schmerzhaft an schlecht gemachte Sci-Fi-Streifen der 50er erinnert, allein schon die Typen mit den Raketenrucksäcken, sowas muss doch nicht sein. Es wäre ja auch nicht unbedingt nötig gewesen. Anstatt so eine komische Mischung aus 60er-Jahre-Möbeln und unglaubwürdigen Sci-Fi-Utensilien zu kreieren, hätte man ja auch ganz einfach in der Jetztzeit drehen können. Es hätte der eigentlichen Geschichte keinen Abbruch getan.
DonVito
14.09.2004 18:55 Uhr
Fahrenheit 451 ist in genialer Film, der allerdings in seiner Machart nicht mehr dem heutigen Zeitgeist entspricht. Die dargestellte Szenerie passt nicht in das Bild, dass wir von der Zukunft haben, und obwohl es der Gegenwart nahe kommt (bsp. die großen Fernsehbildschirme) ist es auch der sehr fremd, allerdings aus einem anderen Grund:

Die Grundthematik des Films ist nicht, dass der Staat versucht die Bücher zu vernichten, der Staat versucht den Inhalt zu vernichten. Und Bücher standen zur damaligen Zeit für Bildung, Wissen, Aufklärung und Meinungsfreiheit. Heute haben wir, trotzdem Bücher immer noch aktuell und präsent sind, zwei weitaus wichtigere Medien zur Verfügung: 1. Das Fernsehen, das wie im Film leicht zu kontrollieren ist, da es nicht in der Hand der Menschen ist. 2. Das Internet, das unberechenbar ist, gesteuert von allen Menschen dieser Erde, nur stoppbar wenn man jedes Land der Welt besitzt und die Server vernichten kann.
Dementsprechend müsste ein Remake sich weniger mit den Büchern beschäftigen, als mit den neuen Medien der Information. Denn eine Diktatur kann über längeren Zeitraum nur kontrolliert werden, wenn das Volk in Unwissenheit gehalten wird. Überhaupt ist die Staatsform des Films sehr wage gehalten, da sich die Führung nicht wie bei Diktaturen in den Vordergrund stellt, sondern scheinbar aus dem Hintergrund agiert. Trotzdem gleicht die Grundaussage der des Stalinismus: "Alle MÜSSEN gleich sein."

Wie man sieht, ein Film der beschäftigt, alles in allem ist das 8 Punkte wert, da er einfach nicht mehr aktuell wirkt, bezogen auf die Vergangenheit (Hitler- Deutschland, Bücherverbrennungen) macht er da eher Sinn.

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