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Capote (US 2005)


Genre      Drama
Regie    Bennett Miller ... 
Buch    Gerald Clark ... 
Darsteller    Allie Mickelson ... Laura Kinney
Amy Ryan ... Marie Dewey
Bob Balaban ... William Shawn
Bruce Greenwood ... Jack Dunphy
Catherine Keener ... Nelle Harper Lee
[noch 6 weitere Einträge]
 
Agent flamingmoe
 
Wertungen191
Durchschnitt
7.40 
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DVD-Erscheinungstermin:
22.08.2006

Start in den deutschen Kinos:
02.03.2006



7 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

Knille
24.03.2007 12:05 Uhr / Wertung: 10
Wow! Was für ein fantastischer, was für ein beeindruckender Film Capote doch geworden ist. Natürlich thront die zu Recht vielgerühmte Leistung PS Hofmanns über allem, doch auch der Rest des Films ist von einer geradezu atemberaubenden Grandesse. Hier sitzt jede einzelne Bewegung, hier ist jeder Satz wohlüberlegt. Winzige Details aus Kaltblütig fließen wohldosiert und scheinbar beiläufig in eine Inszenierung ein, die in mancher Szene von einer so intensiven Eindringlichkeit ist, dass man beinahe zwangsläufig den Atem anhält, um die fast schon andächtige Stille nicht zu stören. Die Hinrichtungsszene allein gehört zum besten und dramatischsten, was das Weltkino in den letzten Jahren zu bieten hatte.
Doch bevor es letzten Endes so weit ist, erhält der Zuschauer natürlich noch einen intensiven Einblick in die Gefühlswelt des brillanten Autors, der sich durch das Treffen mit dem Mehrfachmörder mehr verändert als selbst er mit seiner blühenden Phantasie es sich je hätte ausmalen können. Dabei geht der Film kaum auf die in Kaltblütig so meisterhaft beschriebenen Umstände des Mordes ein, sondern konzentriert sich fast ausschließlich auf die Beziehung Capotes zu Perry Smith. Dessen Komplize Richard "Dick" Hickock wird zur Nebenfigur degradiert, was für den Film dramaturgisch natürlich eine Notwendigkeit ist, die Eigendynamik der schicksalhaften Mordnacht jedoch nicht im Mindesten beschreiben kann.
Aber das ist ja auch nicht Intention des Filmes. Wer verstehen will, wie es letztlich zu dem grausamen Verbrechen kam, muss nach wie vor die tiefgründige, minutiöse Abhandlung Kaltblütig lesen. Dort erfährt man durch die ausführliche Charakterisierung des belesenen, sensiblen Smith mit seinen "traurigen Augen" auch ein wenig genauer, warum sich Capote so zu dem Mörder hingezogen fühlt (auch, wenn das im Buch selbst nicht zur Sprache kommt, ja noch nicht einmal angedeutet wird). Die Gründe für die seltsame Freundschaft der beiden Männer, vor allem die auf ähnlich traumatischen Kindheitserfahrungen beruhende Seelenverwandschaft, werden jedoch auch im Film erwähnt. Dennoch setzt der Film eher auf das, was nicht ausgesprochen wird und wird gerade dadurch viel kraftvoller als er es hätte sein können, wenn man die Faszination Capotes hätte mit Worten erklären wollen. Dass das funktioniert, ist zweifellos das vorrangige Verdienst Hoffmanns, der mit flüchtiger Mimik und Gestik mehr auszusagen weiß, als die meisten anderen Schauspieler mit einem minutenlangen Monolog. Doch Hoffmanns grandiose Leistung wäre nur halb so beeindruckend, wäre sie nicht gebettet in einen Film von so abgründiger, beinahe transzendenter Schönheit. Nur selten habe ich sehen dürfen, wie alle Aspekte eines Filmes so perfekt ineinandergreifen und ein Ergebnis schaffen, das weit mehr ist als die Summe ihrer Teile.
Ich bin ja nun wirklich nicht gerade freigiebig, was die Vergabe der Höchstnote angeht, doch dieser Film ist einfach makellos.
Lulu
10.04.2006 11:05 Uhr
auch wenn ich das adjektiv überstrapaziere: langweilig! das einzige was mein interesse im gesamten film weckte, war die tatsache, dass Harper Lee als rechercheassistentin für Capote gearbeitet hat. ansonsten wird in langen ermüdenden sequenzen eine kurze zeit aus Capotes leben gezeigt, mit besonderem augenmerk auf die reale vorlage zu seinem buch *Kaltbütig*.

ohne zweifel hat Herr Hoffmann den oscar verdient, vor allem wenn man sich andere filme mit ihm ansieht, irgendwann musste das ja kommen. andererseits ist die titelrolle auch recht dankbar und meines erachtens leichter beeindruckend spielbar als die rolle eines einfachen biederen familienvaters. meinetwegen hätte der mann für die rolle des tattler-journalisten in *der rote drache* schon die trophäe bekommen.


abschliessend bleibt zu sagen: ich bin gegen ende eingeschlafen und das ist kein gutes zeichen.

fuchur
01.04.2006 15:12 Uhr / Wertung: 10
Absolut verdienter Oscar für Hoffman, keine Frage...
Für mich eine glatte 10, jedoch nur in O-Ton! - Einer der am schwierigsten zu synchronisierenden Filme überhaupt (und das nur allein durch die herausragende Leistung Hoffmans), welcher in der deutschen Fassung leider immer wieder fast in die Lächerlichkeit abrutscht... -- Der Film an sich, wenn auch stellenweise extrem in die Länge gezogen, extrem "fesselnd", wenn man das Buch vorher gelesen hat und sich schon immer gefragt hat, wie's daz kam, dass sein Buch die Literatur verändert hat...
KeyzerSoze
09.03.2006 12:04 Uhr / Wertung: 8
Wusste von Capote in Voraus nur, dass von ihm die Vorlage zu Breakfast at Tiffanys war und er eine sehr nasale Aussprache hatte. Von daher hatte ich auch eine sehr anstrengendes Biopic erwartet, doch Miller hat die geniale Idee, nur einen kleinen Teil aus seinem Leben anzuschneiden. Dieser Abschnitt ist durchweg spannend, es ist alles drin was man über den Autor wissen muss und wird zudem auf grandiose Weise von Hoffman gespielt und meiner Meinung nach zurecht den Oscar für Best Actor bekommen hat! Ein sehr interessantes Biopic; so sollten andere aussehen, dann würde ich dem Genre vielleicht etwas mehr abgewinnen können.
mountie
07.03.2006 00:02 Uhr
Eigentlich kann ich mich meinen Vorrednern im Groben anschließen. Hoffmans Leistung ist wirklich grandios & die Story ist sehr nahe am Original gehalten. Warum ich dem Film trotzdem keine hohe Wertung gebe, lag für daran, das er mich vom Storyverlauf nicht wirklich mitzureißen wußte. Die langsamen, ruhigen Stellen im Film (und davon gab es viele), waren mir persönlich ZU lang und ruhig. Der Film langweilte mich nicht, aber er plätscherte leider nur so an mir vorbei. Oscar für Hoffman ist aber allemal verdient.
wonderwalt
05.03.2006 12:00 Uhr / Wertung: 8
Endlich mal ein Biopic, das sich nicht brav an der Lebensgeschichte der Person entlanghangelt. Klasse Idee, nur eine Episode aus Capotes Leben herauszugreifen. Auch die Art, wie Bennett Miller den Schriftsteller beschreibt ist gelungen. Kein glorifizierendes Hohelied und keine Abrechnung. Er schildert Capote als besessenen Autor und egomanischen Party-Boy. Seine Beziehung zu den beiden Mördern ist zwiespältig. Im Kern ist er nur an der Geschichte interessiert, den in den Zwischentönen mitschwingenden homosexuellen Gefühlen öffnet er sich nie. Capote erscheint als Neurotiker, der zum Schluß selber darüber rätselt, ob seine Tränen in der Todeszelle nur Selbstmitleid oder echte Empathie für die Mörder bedeuten. Philip Seymour Hoffmanns Leistung ist natürlich furios, wobei er fast zu nahe an der Parodie entlangschrammt. Kann aber auch sein, daß das an der unerträglich schwul-näselnden Synchronstimme der deutschen Fassung liegt. Insgesamt aber ein gelungenes Biopic.
Hattori Hanzo
22.01.2006 16:03 Uhr
Was für eine Performance von Philip Seymour Hoffman! Er spielt die Rolle des Truman Capote einfach brilliant. Sein Wesen wird durch das Gesprochene und sein Handeln bzw. Verhalten (bis in die Details) perfekt, glaubhaft und absolut nachvollziehbar dargestellt. Auch die Nebendarsteller sind perfekt gewählt und wissen zu gefallen.
Normalerweise hätte ich bei so einem Film auch eine Lauflänge von deutlich über 2Std. erwartet, doch er hielt sich erfrischenderweise nicht zu sehr mit Kleinigkeiten und selbstverliebten Bildern auf, ohne jedoch den nötigen Tiefgang vermissen zu lassen.
Die Story war spannend und vermochte mich sogar zum Höhepunkt des Films zu überraschen.
Alles in allem für mich ein absolut empfehlenswerter Film!
9Punkte, nur knapp an der 10 gescheitert!

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