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The Wire (TV-Series) (US 2002)

The Wire (TV-Serie) (DE 2002)


Genre      Crime / Drama / Mystery
Regie    Joe Chappelle ... u. a.
Buch    David Simon ... 
Ed Burns ... 
Darsteller    Dominic West ... Det. James 'Jimmy' McNulty
John Doman ... Dep. Comm. for Operations William A. Rawls
Wendell Pierce ... Det. William 'Bunk' Moreland
Lance Reddick ... Lt. Cedric Daniels
[noch 4 weitere Einträge]
 
Agent Lulu
 
Wertungen106
Durchschnitt
7.87 
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DVD-Erscheinungstermin:
25.06.2015



4 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

Teler
29.10.2013 19:23 Uhr / Wertung: 10
Nachem Breaking Bad sein Ende gefunden hat und ich in diversen Kritiken immer auf the Wire gestoßen bin, auch schon vor Breaking Bad und dieses als die "beste Dramaserie" angeprießen wird war ich sehr neugierig. Die erste Folge musste ich drei mal anfangen, bevor ich sie fertig gesehen habe, aber mir war es wichtig einen Vergleich ziehen zu können. Vier Wochen und knapp 60 Stunden später kann ich diesen Vergleich nicht ziehen. Es sind einfach Äpfel und Birnen.
The Wire ist eher eine Dokumentation als eine einfache Serie. Ich kann nicht mal genau sagen, was the Wire für mich zu einem absoluten Gesamtmeister/Kunstwerk macht. Die Serie ist nicht sonderlich spannend, es gibt keine unglaublichen Wendungen, es gibt keine wirklich durchgängigen Sympathiecharaktere und man ertappt sich selbst zwischendurch dabei, einfach nur aus dieser kaputten Welt, die dargestellt wird, flüchten zu wollen. Wahrscheinlich ist ein Verständis der ganzen Machenschaften für Amerikaner noch einfacher, aber vielleicht hat mich die Serie deswegen zwischendurch einfach sprachlos dasitzen lassen. Soetwas wird es wohl nicht wieder geben.

Ich persönlich fand Staffel 4 am schwächsten, da das Schulsystem, grade mit solchen "Ghettoklassen" schon in diversen Filmen behandelt wurde und so nichts eklatant neues bot. Dennoch kann ich für diese Gesamtleistung nichts anderes als 10 Punkte geben.
Marjan
07.06.2012 17:56 Uhr / Wertung: 8
The Wire gehört zu der sorte kultur, die ich keinem empfehle. vermutlich kennt jeder diese art film, buch, song oder theaterstück, die einen persönlich anspricht und dabei vor allem den nerv des rezipienten über dessen eigenwilligkeit und geschichte trifft. das mag an der persönlichen (vor-)bildung liegen, aus dem umfeld oder erlebnissen, die einem das werk irgendwie vertraut, schön und persönlich erscheinen lassen.

The Wire erwischte mich über meine krimierwartungen. vor vielen jahren habe ich gern CSI: Miami gesehen (schande über mich), immer noch gern sehe ich CSI: Las Vegas, ungefähr ein drittel aller Tatortproduktionen und manche schwedische serien (Kommissar Beck!). die briten hingegen mochte ich nie so. vor allem aber die amerikanischen vorbilder haben in mir eine sehnsucht nach stumpfer polizeiarbeit geweckt. dialoge à la "wir fanden spuren von phenolphcyanmarticoppsulfanatit an seinen schuhen." - "ah, also handelsüblicher rohrreiniger." - "genau, den gibts in jeder drogerie. aber DIESER hier hat laut massenspektrometer ein besonderes isotop in seiner chemischen zusammenstellung, er ist sämiger. der wird nur im Queens Memorial Countryclub benutzt." - "wie viele hausmeister haben den schlüssel zur abstellkammer?" - "nur einer!" - "dann los!" fand ich mal gut weil beeindruckend, dann witzig, dann albern, dann nervig und mittlerweile beleidigen sie meine intelligenz. ich wollte was anderes, neues, langweiligeres, spannenderes.

und Staffel 1 von The Wire hat mir genau das beschert. eine dreckige stadt, ein ineffizienter polizeiapparat, egoistische politiker, perspektivlose menschen, kriminelle, junkies, nutten. wäre alles genau so, nur dass die polizei mit laserwaffen schießen würde, wäre das setting eine 1A-dystopie. ABER: David Simon, der schöpfer der serie, war polizeireporter in Baltimore und bemüht sich um realismus, was ihm (nach kritikermeinung) gelungen ist. dazu schafft er keine helden. die "guten" fahren besoffen auto, betrügen ihre frauen, verraten ihre kollegen. die "bösen"... naja, sind die bösen. aber Simon zeigt beide seiten der story: das syndikat und die bullen. dazu noch die straße, die stadtpolitik (schwerpunkt in staffel 3), das schulsystem (staffel 4) und die presse (5). mit gängigen erwartungen des zuschauers wird gebrochen: die polizeispitzel überleben in aller regel und müssen sich nicht fürchten, dass der zimmerservice von der mafia geschickt wurde. die gangster sind keine super-ausgebufften ganoven, die immer erkennen, dass sie beobachtet oder verfolgt werden. die polizei steht sich mit ihrer bürokratie und statistiken eher selbst im weg, als dass sie effektiv und effizient arbeiten könnte. sie zehrt im allgemeinen eigentlich nur von "überzeugungstätern", die für ihre arbeit opfer zu bringen bereit sind. mit der zeit begreift man die unterschiedlichen makro-handlungsebenen als schachspiel. die handelnden analysieren die situation, wägen ihre optionen ab und handeln. beispiel: die eastside und die westside werden von unterschiedlichen syndikaten versorgt. sobald man einen verkaufsspot für drogen den anderen abjagen will, muss man schützen schicken. die sind aber in ihrer verfügbarkeit sehr begrenzt, man müsste mit einer reaktion rechnen und ein bandenkrieg droht. außerdem hätte man weitere polizeiaufmerksamkeit auf sich gelenkt. so versuchen die bandenführer zu taktieren, stehen im austausch und wenden wirtschaftswissenschaftliche weisheiten für ihre geschäfte an.

das alles kann auf den zuschauer sehr ernüchternd wirken. die kritikpunkte liegen offen: auf grund vieler parallelhandlungen fehlt oftmals die stringenz, die man gewohnt ist. es gibt auch wenige wendungen, wenige identifikationsfiguren und die action geht nur selten ab. durch diese dosierung sind bedrohliche situationen allerdings sehr intensiv, zudem sind die große rahmenhandlung und die einzelnen handlungsstränge großartig miteinander verknüpft. alles in allem habe ich die serie sehr gern gesehen (auf englisch. ist zwar nahezu unverständlich, schafft dafür aber atmosphäre. klick und klick). während sich staffel 1 um drogengeschäfte auf der straße und staffel 2 um schmu im hafen dreht, beginnt Simon ab staffel 3 allerdings, ein sittengemälde der stadt zu zeichnen. im nachhinein verzeihe ich ihm das nicht, dafür gebe ich punktabzug. nicht, daß die späteren staffeln schlecht wären (die vierte ist grandios), aber das abrücken von der serie vom fokus einer kriminaleinheit hin zur gesellschaftlichen gesamtbetrachtung war nicht das, was ich erhofft habe. obwohl - wie gesagt - sehr gut umgesetzt.

deshalb also empfehle ich euch The Wire nicht. seht es euch trotzdem an.
KeyzerSoze
04.04.2010 15:21 Uhr / Wertung: 6
Es könnte an den Erwartungen liegen, da mir nahezu jeder diese Serie als eine der besten der letzten 10 Jahre angepriesen hat. Dennoch wollte der Funke bei mir nicht überspringen. Die Serie ist hervorragend gespielt, gut inszeniert und lässt sich von der Art am ehesten mit den Sopranos vergleichen. Das Problem ist hier nur, dass einem die Charaktere scheißegal sind, man sich nicht im Geringsten für sie interessiert und sich eine Folge manchmal ohne Ende hinzieht. Wie gesagt, ich verstehe durchaus, warum viele die Serie so sehr mögen, aber mich interessieren die Charaktere einfach überhaupt nicht, so dass nach der ersten Staffel das Kapitel The Wire abgeschlosen ist.
namecaps1
31.10.2009 16:41 Uhr / Wertung: 9
Eine weitere ausgezeichnete HBO-Serie, die offenbar den Weg über den Teich ins Free-TV nicht geschafft hat. Staffel 1 erzählt die Geschichte einer schwarzen Drogenhändler-Gang in Baltimore, parallel dazu die Geschichte der ermittelnden Zolipisten. Handlung und Sprache sind ziemlich anspruchsvoll. Wirklich sehenswert. Allerdings auf DVD ohne deutsche Tonspur (englische UT vorhanden).

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