The Movie Community HomeLetzer Film Sonntag, 31. Mai 2020  22:50 Uhr  Mitglieder Online5
Sie sind nicht eingeloggt

Stammheim (DE 1986)

Stammheim - Die Baader-Meinhof-Gruppe vor Gericht (DE 1986)


Genre      Drama / Crime
Regie    Reinhard Hauff ... 
Buch    Stefan Aust ... 
Darsteller    Threse Affolter ... Ulrike Meinhof
Ulrich Tukur ... Andreas Baader
Sabine Wegner ... Gudrun Ensslin
Ulrich Pleitgen ... 
Studio    Bioskop Film ... 
Thalia Theater ... 
 
Agent wonderwalt
 
Wertungen8
Durchschnitt
8.00 
     Meine Wertung
[Prognose] [Werten]




7 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

wonderwalt
16.04.2008 14:15 Uhr
Ich find's toll, daß der Film schon gefeatured ist, weil man solche Raritäten im Nachtprogramm schon mal übersieht. Und bei dem spannenden Thema diskutiere ich natürlich gerne mit. ;-)
Kazushi
15.04.2008 22:58 Uhr / Wertung: 8
Zur Diskussion ob solche Diskussionen hier geführt werden sollen, möchte ich nichts mehr sagen, allerdings frage ich mich, ob Gamecat den gleichen Film wie ich gesehen habe. Denn auch wenn Hauff und Aust sich bei den, im Wesentlichen den Film bestimmenden Szenen im Gerichtssaal vollkommen auf die damaligen Protokolle stützen, liegt ihr Hauptaugenmerk doch klar auf dem Aufzeigen des Versagens des Rechtsstaats, was sich gerade in der Gewichtung und Platzierung der zusätzlichen Szenen zeigt. Das ist auch der einzige größere Vorwurf, dem ich diesen, im Übrigen als gespieltes Zeitdokument exzellent funktionieren Film, machen muss. Die Verzweiflung des Rechtstaats, der nicht weiß, wie er mit den Angeklagten umgehen muss, die alle ihm vom Rechtsstaat zur Verfügung gestellten Mittel bis zum Äußersten ausreizen, kommt mir ein wenig zu kurz. Dessen einziges Gesicht bleibt ja der von Ulrich Pleitgen famos gespielte Vorsitzende Richter bei dessen Portrait, aber ja seine stetige Unsicherheit, seine Verhaspler und Versprecher, kleinere Widersprüche, seine Überreaktionen etc. im Vordergrund stehen. Mehrfach wird ja – gerade auch im Vergleich zu seinem Nachfolger – deutlich gemacht, dass er sich viel zu stark von seinen Gefühlen leiten lässt. Das gibt natürlich die Vorlage her, denn es war so, wird aber durch das Spiel von Pleitgen noch verstärkt. Und das der Film direkt auf dessen Absetzung zusteuert und diese im Endeffekt das Finale bildet (mit folgendem Epilog), dass der Moment, in dem sich auch der Pflichtverteidiger auf die Seite der Wahlverteidiger stellt und den Anträgen anschließt, förmlich zelebriert wird, untermauert die Aussage des Films noch (vor allem auch noch die anschließenden Momente mit dem Pflichtverteidiger und das die einzige Szene außerhalb des Gerichts, welcher die Justizseite zeigt, der berühmt-berüchtige Anruf des Richters). Natürlich zeigt der Film auch, dass die Angeklagten den Prozess ad absurdum führen, ein Theater machen, aber er lässt viele Momente, die er dafür besser nutzen könnte, weg, stattdessen gibt es prozentual recht viele Ausführungen, die einen klaren Zusammenhang zum Verfahren haben. Beim Vorsitzenden Richter sieht es anders aus, dessen Fehlverhalten wird deutlich stärker herausgestellt.
namecaps1
07.11.2007 07:31 Uhr
@ diese Diskussion: Auch ich bleibe bei meiner Position. Wer einen Film macht und dabei einen realen gesellschaftlichen Hintergrund verarbeitet, muss sich fragen lassen, ob und wie er die Auswirkungen und Folgen dabei bedacht hat. Man kann einfach nicht alles zeigen und sich dann eine beliebige Klammer dafür selber aussuchen, die einem gerade passt. Gamecats Frage und Einwurf ist absolut okay - es geht um den Film.
wonderwalt
06.11.2007 20:01 Uhr
@tommy und Gamecat: Ein interessantes Problem!Sind auf einer Seite wie score11 Äußerungen wie die von Gamecat angemessen oder zulässig? Kurz gesagt, ich meine ja. Natürlich handelt es sich aber um einen Grenzfall. Auf score11 geht es in erster Linie um Kino und Filme und es soll im Rahmen einer Fan-Community über Filme diskutiert und gestritten werden. Die Threads sind sicher nicht dazu da, das Feld für "Themaverfehlungen" zu öffnen, rein politisch zu diskutieren oder in weltanschaulicher Hinsicht zu missionieren. Und dennoch: Wenn es um Film geht, geht es - zumindest manchmal - um Kunst und Kultur und damit um unser aller Leben auf dieser Welt. Da brennts auch unter den Nägeln und es kann schnell politisch werden, das ist okay so, das macht Spaß, da wird es interessant. Und in diesem Rahmen darf auch auf score11 eine politische Frage selbstverständlich abgehandelt werden. Natürlich müssen dabei Regeln eingehalten werden. Kurz gesagt, ein freie politische Meinungsäußerung ist erlaubt, so lange sie sich nicht auf suggestive oder gar propagandistische Weise in den Vordergrund drängt oder extremistische bzw. verfassungsfeindliche Positionen vertritt. Andere Meinungen müssen toleriert und im offenen Diskurs respektiert werden. Kommen wir wieder zu Gamecats Kommentar. Zunächst ist er mal eine Gefühlsäußerung, er drückt Wut und Frustration aus darüber, daß über 30 Menschen ermordet wurden. Ist das politisch? Und wie politisch ist denn allein die Diskussion der Frage, ob die RAF mehr als ein "kriminelles Pack" war? Es lässt sich bereits trefflich über den Charakter des Diskurses streiten. Und da überlass ich es mal ganz entspannt Euch, zu entscheiden, ob wir das auf score11 machen wollen. ;-)
Gamecat
29.10.2007 16:25 Uhr
Na ja, liebster Tommy. Wenn Du mal ein Ohr auf die orginalen Tonbänder wirfst, kannst Du feststellen: Dieser "Spielfilm" kommt der Realität ziemlich nah und ist nur deshalb keine Dokumentation, weil entsprechendes dokumentarisches Filmmaterial nicht existiert. Das die Darsteller wie Witzfiguren rüberkommen liegt an ihrer Rolle und meine Meinung ist halt so...
tommy
29.10.2007 14:08 Uhr
Lieber Gamecat, dies hier ist ein Spielfilm und keine Dokumentation ... und ob deine politischen Ansichten hier angebracht sind herauszubrechen mag ich bezweifeln - zum Film tragen sie jedenfalls nicht bei.
Gamecat
24.10.2007 23:43 Uhr
Der ganze Irrsinn dieses kriminellen Packs wird hier im Detail dokumentiert. Diese satten Bürgerkinderchen, die aus langeweile Menschen ermordet haben und mit unglaublicher Frechheit ein dümmliches Kasperletheater aufführen. Unglaublich, dass soetwas möglich war... =8o

7 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]