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The Messenger (US 2009)

The Messenger - Die letzte Nachricht (DE 2010)


Genre      Drama / Romance / War
Regie    Oren Moverman ... 
Buch    Alessandro Camon ... 
Oren Moverman ... 
Darsteller    Ben Foster ... Will Montgomery
Eamonn Walker ... Colonel Stuart Dorsett
Fiona Dourif ... Returning Soldier's Wife
Gaius Charles ... Recruiter Brown
[noch 12 weitere Einträge]
 
Agent Maddin
 
Wertungen73
Durchschnitt
6.86 
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DVD-Erscheinungstermin:
08.10.2010

Start in den deutschen Kinos:
03.06.2010



4 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

Lowtzow
08.06.2010 16:53 Uhr / Wertung: 8
The Messenger

Mit "The Messenger" gab es endlich mal wieder gutes anspruchsvolles Kino und nicht so ein pseudodauergequatsche. Sehr schön.

Will Montgomery (Ben Foster aus Pandorum) wird im Irak verwundet, rettet zwei Soldaten dabei das Leben. Da seine Dienstzeit bald zu Ende ist und er vor dessen Ende nicht mehr vollständig genesen wird, versetzt man ihn kurzerhand. Er soll nun zusammen mit Tony Stone (Woody Harrelson) die Todesnachricht der gefallenen Soldaten übermitteln. Stone macht diesen Job schon eine Weile und soll Montgomery einarbeiten. Montgomery ist mit dem Job insofern aber unzufrieden, dass man nichts über die Verbliebenen weiß bzw. erfährt. Daher freundet er sich mit der Witwe Olivia (Samantha Morton aus Minority Report) an und verstößt somit gegen eine der wichtigsten Regeln von Stone...

Schon lange ist es her, dass ich einen so ruhigen Film gesehen habe. Noch nie habe ich wohl einen so ruhigen Film gesehen, der sich hauptsächlich mit dem Krieg beschäftigt. gerade deswegen ist er auch so besonders. Erfrischend ist, dass die sonst so häufig verwendeten Flashbacks eines Kriegsrückkehrers einfach mal ausbleiben. So erfährt man eben nur duch Erzählungen, was Will im Krieg erlebt hat - und auch erst sehr spät.

Schonungslos ist hingegen die Kamera bei den Überbringungen der Nachrichten. Gefühlt ohne einen Schnitt gedreht, werden Will und Tony etwa fünfmal vom Aussteigen aus dem Auto bis zum Überbringen der Nachricht begleitet. Jedesmal hatte spürte ich eine Gänsehaut und ich war des Öfteren geneigt, nicht hinzusehen. Dies war wirklich toll inszeniert und weitaus schlimmer, als jede Kriegsszene sein könnte. Kurz zuvor hörte ich einen schwedischen Comedian im Zuge der ersten schwedischen Opfer in Afghanistan sagen, dass er nicht verstehen könne, weshalb wegen toten Soldaten so ein Aufhebens gemacht wird: Soldaten sterben nunmal im Krieg, das ist das normalste der Welt und wer damit nicht klar kommt, sollte nicht Soldat werden. Zwar hat dieser Comedian recht, aber bei der Aussage fehlen natürlich die Gefühle der Hinterbliebenen. Diese kommen sowieso in der Regel viel zu kurz in Kriegsfilmen.

The Messenger spart komplett an Effekten. Auch Musik wird nur sporadisch eingesetzt und wenn, dann ist es meist der unerträgliche Metal-Lärm, den sich Will jeden Tag aussetzt. Wahrscheinlich als Therapie.

Die Schauspieler spielen erste Sahne. Ben Foster ist neben einem sehr starken Harrelson zwar etwas in den Hintergrund gedrängt worden, versucht aber jederzeit, mitzuhalten. Eine gute Charakterstudie benötigt nunmal auch gute Darsteller und so wurde an diesen zum Glück nicht gespart.

Ich habe im Vorfeld leider nichts von diesem Film mitbekommen und kann nur jedem empfehlen, ihn sich anzuschauen.

Note: 1-, macht dann 8 Pkte
namecaps1
01.06.2010 13:48 Uhr / Wertung: 7 - Letzte Änderung: 01.06.2010 um 13:51
In der Rückschau: Also diesmal bin ich hin und hergerissen, ich finde eigentlich, dass sowohl Keyzer als auch bling jeweils Wichtiges (bzw. Richtiges) über den Film aussagen.

Demnach ist "The Messenger" - im Schnitt fast - ein guter Film. Die Darstellerleistungen - allen voran jene des von mir sehr geschätzten Woody Harrelson - sind sehenswert. Die Ruhe des Films wird dem Thema gerecht: Tod im Einsatz des Vaterlandes. Und nein, ich schreibe hier bewusst nicht "für das Vaterland" hin, die amerikanische Armee ist kein "Freiwilligenheer" sondern darüber hinaus eine Institution, die für bestimmte, bildungsferne und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen deutlich attraktiver ist als für alle anderen.

Allein das bringt aber der Film net rüber, und allein das macht ihn IMO eher nur mittelmäßig. Im übrigen ist es erstaunlich, wie sehr ich - mitgerissen vom Geschehen, dazu neige dem alten Woody-Kiffer einen harten Veteranen-Militär abzukaufen (Insider gucken mal bei gelegentlichem A'dam-Besuch die Prominenten-Schnappschussgalerien, zB im The Beach odr im Orig-Bulldog). Aber wahrscheinlich war er allzeit nüchtern, und das tut ihm manchesmal auch ziemlich offensichtlich gut.

blingblaow
31.05.2010 23:13 Uhr / Wertung: 4 - Letzte Änderung: 31.05.2010 um 23:16
The Messenger ist nichts für Zuschauer, die einen roten Fanden benötigen oder zumindest ab und an mal einen Wegweiser, der Auskunft über Ziel und Zweck des Filmes gibt, benötigen. Eine Doku über den Job als Unheilkundebringer der Army sieht anders aus, so richtig mitreißend war der Drama Part auch nur bei den Reaktionen der Empfänger der schlechten Kunde. Dass die Soldaten aus dem Kriegseinsatz als "kaputte" Menschen zurück kommen, war schon zuvor bekannt und wurde auch schon besser vermittelt. Die Romance wird auch nur angeschnitten, wobei die von Keyzer erwähnte Szene aufgrund der Länge ohne Schnitt natürlich interessant und ehrlich war, die Geduld aber sehr heftig auf die Probe stellte. Was ist The Messenger nun?! Sicher, die schauspielerischen Fähigkeiten Fosters und Harrelsons wurden zweifelsfrei wieder einmal bestätigt, aber ganz ehrlich: Viel mehr gab der Film für mich nicht her und jeden der sagt, dass er mit der Langeweile zu kämpfen hatte, verstehe ich. Ruhige Töne finde ich durchaus gut, aber so ein kleines Ziel (das Ende fand ich dann wirklich sehr schwach, was aber konsequent den eher ziellosen Charakter der ganzen Produktion wiederspiegelte), ein winziger roter Faden, ein bisschen mehr eben, dass wäre gut gewesen.
KeyzerSoze
17.01.2010 22:26 Uhr / Wertung: 8
The Messenger erzählt von den Männern die den undankbaren Beruf ausüben, den Familienangehörigen die Nachricht von ihren im Krieg gefallenen Verwandten übermitteln zu müssen. Dabei verliert sich der Film zum Glück zu keinem Zeitpunkt in platte Klischees, sondern trifft immer den richtigen ruhigen Ton. Das Ganze ist zudem überragend gespielt und der Regisseur gibt den Darstellern genügend Möglichkeiten sich zu profilieren. Mein Highlight war hier ganz klar die knapp zehnminütige Annäherung zwischen Foster und Morton, die so ergreifend und ehrlich war, dass mir ein richtiger Schauer über den Rücken gelaufen ist. Sicherlich nur etwas für Leute die mit extrem ruhigen Filmen etwas anfangen können, aber diese werden dafür mit einem interessanten Thema sowie großartigen Darstellerleistungen belohnt.

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