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66/67 - Fairplay war gestern (DE 2009)


Genre      Drama
Regie    Carsten Ludwig ... 
Jan-Christoph Glaser ... 
Buch    Carsten Ludwig ... 
Darsteller    Fabian Hinrichs ... Florian
Christoph Bach ... Otto
Melika Foroutan ... 
Maxim Mehmet ... 
Studio    ARTE ... 
Jetfilm ... 
 
Agent KarlOtto
 
Wertungen51
Durchschnitt
4.61 
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DVD-Erscheinungstermin:
28.09.2010

Start in den deutschen Kinos:
19.11.2009



4 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

ayla
01.08.2014 01:18 Uhr
Nun ja, ich fand ihn eher schwach.
Für einen echten Hooligan-Film passiert zu wenig, für ein Drama hingegen gibt es kaum Charakterentwicklung.
Zudem haben die Typen auch nicht eine positive Eigenschaft, so dass man nie was für sie empfindet und der Film eigentlich sogar langweilt.
Gnislew
18.01.2012 11:11 Uhr / Wertung: 5
“66/67 – Fairplay war gestern” wird zwar als Fußballfilm vermarktet, ist aber eigentlich mehr eine Charakterstudie als ein Film über Hooligans, wie zum Beispiel “Footsoldier” oder “The Firm”.

Ist dies im Grunde nichts schlechtes, eine solche Charakterstudie im Fußballermilieu anzusiedeln, schwächelt der Film in der Umsetzung. Die Filmfiguren bleiben leider recht blass und die Probleme der einzelnen Charaktere werden nur oberflächig angerissen. Mit einer Fokussierung auf ein oder zwei Hauptfiguren, hätte das Regie-Duo Jan-Christoph Glaser (Neandertal, 1. Mai) und Carsten Ludwig (Detroit, 1. Mai) ein intensiveres Filmerlebnis erschaffen können, das auch über das Niveau eines Fernsehfilm hinauskommt.

So ist “66/67 – Fairplay war gestern” leider nur ein durchschnittlicher Film geworden, dem vor allem seine schwachen Dialoge zum Verhängnis werden. Selten wird mal etwas Tiefgreifenderes gesagt und nie überraschen die Darsteller mit ihren Sprüchen. Selbst der Verlauf des im Film vorkommenden Heiratsantrags ist jedem Zuschauer sofort klar, bevor dieser überhaupt gezeigt wurde.

Auch fragt man sich, warum die beiden Regisseure bestimmte Elemente überhaupt in den Film haben einfließen lassen. So machen die Drogenexperimente genauso wenig Sinn, wie ein stattfindender Mord. “66/67 – Fairplay war gestern” wirkt an vielen Stellen einfach zu bunt zusammengewürfelt.

Das “66/67 – Fairplay war gestern” dennoch ein Film ist, den man sich anschauen kann, liegt an den Darstellern. Gerade Hauptdarsteller Fabian Hinrichs (Früher oder später, Schwerkraft) spielt seine Rolle glaubwürdig und wenigstens sein bemühen die Gruppe zusammen zuhalten wurde gut in den Film integriert. Zumindest bei einer Fernsehausstrahlung kann man bedenkenlos reinzappen.
KeyzerSoze
07.11.2009 10:39 Uhr / Wertung: 2
Vielleicht liegt es daran, dass ich Menschen und deren Hang sich im Rahmen von Fußballspielen zu prügeln nicht wirklich verstehen kann (obwohl ich persönlich selbst einige kenne), aber ich denke auch sonst wäre der Film bei mir auf der ganzen Linie durchgefallen. Das Problem hat der Film schon damit, dass er versucht ernst an das Thema heran zu gehen und dabei dennoch oftmals gleichzeitig in die typischen Klischees fällt, so dass nahezu jeder Handlungsrahmen im Vorfeld schon zu erwarten ist. Dass die Charaktere durch die Bank unsympathische Idioten sind löst zudem beim Zuschauer schnell Desintresse und Langeweile aus. Dass der Lokalkolorit durchaus wirkt und die Darsteller durch die Bank gute Leistungen abliefern kann den Film zwar vor dem absoluten Super-Gau retten, aber ansonsten ist 66/67 - Fairplay war gestern aufgrund der klischeehaften Entwicklung leider eine misslungene Charakterstudie.
Lowtzow
02.11.2009 10:46 Uhr / Wertung: 7
66/67 - Fairplay war gestern

Natürlich ist das Thema Braunschweig in Hannover immer so eine Sache. Trotzdem sollte man eigentlich davon ausgehen, dass das Publikum alt genug ist, einen Film nicht so oberflächlich zu betrachten. Allerdings bringt es folgendes Zitat auf den Punkt: "Der Film hätte auch in Offenbach spielen können". Dieser Film war kein "Braunschweig-Ich-Liebe-Dich"-Film, sondern ein Film über Hooligans oder Ultras (ich kenne mich da so nicht aus), die einem mittlerweile unwichtig gewordenen Verein hinterhertrauern und außerhaln der dritten Halbzeit ihr Leben so rein gar nicht in den Griff bekommen.

Florian schafft es nicht, sein Diplom fertig zu machen, Henning ist ein Polizist, der aber aufgrund seiner Fan-Eskapaden ein Problem hat, diesen Job auszuführen, Mischa ist Besitzer einer schlecht laufenden Kneipe und dessen Vater liegt zudem auch noch im Sterben, Otto ist homosexuell und unterliegt dem Vorwurf, sich auf Parties mit Aidskranken rumzutreiben, auf denen das Ziel ist, ebenfalls positiv zu werden, Christian ist so fanatisch, dass er dem Verein Vorrang gegenüber seiner Frau gibt - mit fatalen Folgen. Florian hat auch noch eine Affäre mit Özlem, die aber zu scheitern droht, da Florian sich als "Vaterfigur" und Aufpasser für diese Truppe fühlt. Denn gemeinsam haben sie einen Club gegründet, der sich 66/67 nennt (die Saison, in der Braunschweig Meister wurde). Gemeinsam gehen sie zu den Spielen, konsumieren etliche Drogen und verprügeln andere Fans. Aber jeder der Charakterer steht am Scheideweg des Lebens, wo jede Entscheidung die letzte sein könnte...

Der Film ist gewohnt deutsch in Szene gesetzt. Das will ich hier nicht bemängeln, sondern nur anmerken. Grobkörniges Bild, teilweise schlechter Ton. Das gehört nunmal dazu, macht hier allerdings auch einen gewissen Charme aus. Unterstrichen von sehr konfuser Musik, die aber gut in Szene gesetzt ist, gerade bei den wirklich spannenden Szenen, kann die Musik von "Indie-Urgestein" Dirk Dresselhaus noch sein übriges tun. Das war bei diesem Werk äußerst gelungen, der relativ sparsame Einsatz von Musik, aber wenn, dann knallt es richtig und läßt die Sitze und/oder die Emotionen wackeln.

Von den Schauspielern dürfte mittlerweile Maxim Mehmet zu den bekanntesten gehören. Gerade durch Männerherzen wird er nun einem sehr breitem Publikum zugänglich, was ihn hoffentlich nicht aus solchen kleinen Indie-Produktionen vertreibt. Er wird auf jeden Fall noch einiges vor sich haben. Die anderen Gesichter sind allesamt bekannte des deutschen FIlms (wie das so ist bei deutschen Produktionen). Hat man alle schonmal irgendwo gesehen, man weiß aber nicht mehr wo. Besonders herausstechend war Chrstoph Bach, der nach "Finnischer Tango" sowohl wieder mal eine sehr gute schauspielerische Leistung als auch eine extreme Wandlungsfähigkeit gezeigt hat.

Das Drehbuch hat ein paar kleine Schwächen, indem ein paar Logiklöcher störend wirken, dem Gesamtkonzept aber keinen durchdringenden Schaden anrichten können. So ist ein stimmiges Werk entstanden, welches sich sehr nah an der Realität bewegen wird und dadruch zurecht die Zuschauer spalten wird. Nicht oft schafft es ein ZDF-Fernsehspiel ins Kino, das ist etwas besonderes, aber ich fürchte für den Film, dass er im Kino eher untergehen, aber eventuell eine Nische findet. Man weiß es nicht....

Note: 2, entspricht 7 Punkte

4 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]