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Mulholland Dr. (US 2001)

Mulholland Drive - Straße der Finsternis (DE 2002)


Genre      Drama / Mystery / Romance / Thriller
Regie    David Lynch ... 
Buch    David Lynch ... 
Darsteller    Naomi Watts ... Betty Elms
Laura Harring ... Rita
Ann Miller ... Catherine 'Coco' Lenoix
Dan Hedaya ... Vincenzo Castigliane
Billy Ray Cyrus ... Gene
[noch 9 weitere Einträge]
 
Agent wonderwalt
 
Wertungen544
Durchschnitt
7.15 
     Meine Wertung
[Prognose] [Werten]


DVD-Erscheinungstermin:
02.10.2002

Start in den deutschen Kinos:
03.01.2002



68 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

lizzykay
09.05.2012 10:47 Uhr / Wertung: 4
Ich finde es schade, dass ich ihn nicht verstanden habe und ich keinen meiner Freunde dazu bewegen kann, ihn mal zu gucken, damit ich mich austauschen kann.
Schade ist auch, dass Naomi Watts so ein allerwelts Gesicht hat, und ich erst garn icht gemerkt habe, dass sie die Rollen gewechselt hat. Vielleicht lag es auch daran, dass es schon spät war als ich ihn geguckt habe.
Gut finde ich aber, dass der Film zum nachdenken anregt und deshalb vielleicht auch gar nicht verstanden werden möchte. Man kann richtig interpretieren, mein Deutschlehrer hätte seine Freude daran gehabt.
Eiskalt
07.11.2010 22:00 Uhr
Ich habe nichts gegen Filme die anders sind...aber das hat definitiv nicht meinen Geschmack getroffen...ich hab mich einfach unendlich gelangweilt... einfach nur nervig. Ich weiß,dass eine unglaublich zähe und langsame Szene eine bestimmte Wirkung erzielen soll aber was hilft das, wenn ich dabei am liebsten ausschalten möchte!
mountie
02.02.2010 13:28 Uhr - Letzte Änderung: 02.02.2010 um 13:29
@DerHannig ;-D ... Kann dich beruhigen: Ich heiße nicht David. Man kann also freudig weiter die Filme von Herrn Lynch interpretieren.
Fox
02.02.2010 00:13 Uhr / Wertung: 10 - Letzte Änderung: 02.02.2010 um 00:16
[Spoiler enthalten] So weit folge ich ja Wittchow auch nicht, dass ich das Werk i.W. nur als Determinismus auffasse - sogar eher im Gegenteil. Aber viele der Symboldeutungen von Wittchow sind wohl korrekt: Insbesondere eben die Erkenntnis des Grundthemas des ersten Teils, dass Rita nichts ins Leben zurückfinden kann, weil sie tot sein müsste (nenn' es jetzt Determinismus oder wie immer Du willst), und die Tatsache dass der Cowboy genau das Symbol dieser Linie ist. @DerHannig: Die Bemerkung über das Ehepaar und die Rentnerpartei fasse ich jetzt mal als Polemik auf und sage dazu nichts weiter. Und nur, dass es Surrealismus seit ca. 90 Jahren gibt, heisst ja nicht, dass diese Stilrichtung schlecht oder gar ein "abgekauter Hut" sei. Es ist halt nur nicht die Richtung, mit der man das große Geld machen kann, was heutzutage ja leider das einzige Kriterium ist. So kommt dann halt wieder die nächste 0815-J.Lo.-Roberts-Happy-End-"Romanze", und wehe wenn ein Film anders sein sollte. Dann wird auf ihm auch noch rumgehackt, dass er abgekaute Hüte aufwärme...

Inland Empire und Rabbits habe ich beide noch nicht gesehen, würde ich aber sehr gerne.

DerHannig
01.02.2010 22:18 Uhr / Wertung: 10 - Letzte Änderung: 01.02.2010 um 22:24
Naja...Irgendwie finde ich die Pseudo-Erklärungen von Herrn Wittchow in keinster Weise plausibler als die zitierte Passage, die er zu wiederlegen versucht. Für mich klingt das eher wie wild und difus aus dem erst besten Philosophie-Geschichtsbuch zusammengeklaubt. Selbst wenn er sich als Gelehrter vielleicht besser ausdrücken kann, er wird dann unglaubwürdig wenn er surreale Symbole zwanghaft deuten möchte. Das faszinierende an den Lyynchfilmen ist doch gerade, dass sie abseits der sogenannten Handlung, unendlich viele Ansichten zulassen und mit der Phantasie und Persönlichkeit des Zuschauers direkt zusammenhängen. Wenn ich mir mühe gebe, könnte ich das alte Pärchen vielleicht auch als Symbol für den demographischen Wandel deuten, oder vielleicht als hysterische Wählerfänger für die Rentnerpartei, solange es für mich funktioniert. Wieder ein anderer lässt sich möglicherweise nur von dem beängstigendem Grundton dieses Meisterwerks übermannen und erwischt sich erfreut dabei, wie er jedes mal an der gleichen Stelle vor Schreck in die Hosen macht. Wer trotzdem von Klassifizierungen für jede Einstellung nicht genug haben kann, der soll sich doch mal den neusten Lynch-Streifen "Inland Empire" ankucken oder die "Rabbits". Da kann das philosophische Essay möglicherweise noch ein bisschen länger ausfallen.

Also wie gesagt, ich halte den Film beiweitem nicht für eine Parabel auf den Determinismus, sondern für weitaus mehr als das. Nur eines verstehe ich nicht. Gehen wir vom Film weg und schauen uns in der Malerei oder auch dem Theater um, entdecken wir doch dass surrealistische Themen seit fast einem Jahrhundert schon längst alte abgekaute Hüte sind. Nur beim Filmpublikum wird jedesmal verzweifelt aufgeschrien, wenn Lynch seine Bilderorgien auf uns loslässt. In diesem Sinne, freuen wir uns alle das mountie nicht in Wirklichkeit David heißt! ;-) Oder???
Fox
01.02.2010 20:48 Uhr / Wertung: 10 - Letzte Änderung: 01.02.2010 um 20:53
@Lotterbast: Ganz im Gegenteil. Der Film hat ausgezeichnet funktioniert und nicht nur Herz sondern auch Verstand angesprochen, also auch zum Nachdenken angeregt. Dass die Geschichte mehrere Interpretationen (i.W. zwei grundverschiedene - [spoiler]der erste Teil ist ein Traum oder aber steht gleichberechtigt zum zweiten Teil in einer anderen "Realitätsebene"[/spoiler]) zulässt, hat nichts mit "funktionieren" oder "nicht funktionieren" zu tun.

Ich persönlich habe intuitiv zuerst die zweite Interpretation verstanden, die wohl die Lynchsche ist; nach Lesen des früher verlinkted "Wrapped in Plastic" Essays und der überwältigenden Mehrheit der Internet-Artikel für die erste Interpretation hatte ich mich (zeitweilig) quasi zu dieser "überreden" lassen. Im Nachhinein finde ich es faszinierend, dass fast der gesamte Film auch mit dieser (banalen) Interpretation funktioniert. (@mountie: Das ist der geniale Trick Lynch's, diese banale Interpretation als einfaches "Krimi"-Rätsel zu erlauben). Aber nach zwei weiteren Sichtungen des Films waren für mich einfach zu viele Sachen unstimmig für diese Interpretation: Die definitiv bedeutsame Szene hinter Winkies (im ersten Teil), die Analogie der Tanzszene zu Beginn und dem Auftauchen Bettys, die Kuriosität der Morde zu Beginn, die ganze Geschichte um die Castigliane-Brüder, Adam Kesher und den Cowboy, die Rolle des Ehepaars, die Bedeutung der Telefonate und der "Hintermänner", und vor allem: [spoiler]Weshalb sollten Killer und Cowboy als einzige in beiden Teilen die selbe Rolle spielen, der Cowboy sogar im zweiten Teil die Rolle wechseln?[/spoiler]

Natürlich kann man, wenn man denn unbedingt an die banale Interpretation glauben will, für all das irgendwelche Erklärungen an den Haaren herbeiziehen, aber es sind einfach zu viele Szenen. (@mountie: Es geht nicht um eine oder zwei Szenen, die vielleicht mit der Intention der Verwirrung eingefügt wurden, sondern gut und gerne um ein Viertel oder mehr der Laufzeit des Films).

Mir hatte es bei der Interpretation des Films auch an humanistischer Bildung gemangelt: Mir hatte beispielsweise die Information gefehlt, dass der Cowboy die Stoiker "zitiert". Damit bin ich i.W. bei folgender Interpretation des Films angelangt:

SPOILER AB JETZT

Den ersten Teil interpretiere ich fast genauso wie Frank Wittchow in dem verlinkten Essay: Rita hätte ihrem "Drehbuch des Lebens" nach (Stichwort: "Geschichte der Welt in Telefonnummern) nach sterben sollen, ist aber durch einen "Fehler" noch am Leben. Dieser Fehler muss behoben werden. Abstrakte Dinge werden dabei durch konkrete Figuren symbolisiert: Der Cowboy steht für das unausweichliche Schicksal (daher das stoische Zitat), der Mann hinter Winky für die Verbindung zum Jenseits, der Killer für einen "Notdienst", das Ehepaar für Engel, die Seelen geleiten, und die Tänzer am Anfang sind meiner Meinung nach in der Tat tanzende Seelen. Sie müssen allerdings nicht unbedingt der "Seelenpool" sein, aus dem die Engel (das Ehepaar) die Seelen holen - sie können auch einfach den Tanz der verschiedenen Schicksale symbolisieren. Der "Club Silencio" scheint tatsächlich so eine Art jüngstes Gericht zu sein, das schließlich das Urteil über Betty und Rita spricht. Es passt praktisch alles zusammen: Die Telefonate suchen alle nach dem "vermissten" Mädchen Rita, die nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt "heimgekehrt" war, der Killer beauftragt bei Winkies sogar ein Straßenmädchen mit der Suche, aber keiner findet sie zunächst.

Ich bin noch unschlüssig, ob man den zweiten Teil wie Frank Wittchow tatsächlich nur als eine Wiederholung der immer gleichen Geschichten mit neuen Besetzungen (in einer anderen Realität) deuten soll, oder ob nicht doch der zweite Teil logisch dem ersten vorausgeht: Alle Interpretationen scheinen sich einig zu sein, dass Diane den Killer beauftragt hat. Diese erscheint mir aber merkwürdig: Die "abstrakten" Figuren (Ehepaar, Mann hinter Winky) (und tatsächlich auch nur die "abstrakten" Figuren) haben in beiden Teilen die selben Rollen. Weshalb sollte also der "Notdienst" nun tatsächlich ein "gewöhnlicher" Killer sein? Und falls meine Intepretation des Killers als "Notdienst" falsch ist: Weshalb sollte er als einziger in beiden Teilen die selbe banale Rolle spielen (und dabei auch noch etwas so Subtiles wie einen Schlüssel als Erkennungszeichen vorschlagen)? Versucht nicht vielmehr Diane einen "Deal mit dem Teufel", um das gesamte Schicksal zu verändern und dann in einer geänderten Realität (dem ersten Teil) eine bessere Rolle zu haben? Meiner Meinung nach erzählt der erste Teil, dass diese Schicksalsänderung stattgefunden hat, aber dabei etwas schief gegangen ist, was letztlich zur Verurteilung führt. Rita ist dabei das unglückliche Opfer geworden, die nun nicht nur um ihr ursprüngliches Leben sondern auch um ihr Seelenheil betrogen wurde...

mountie
01.02.2010 03:21 Uhr
Ich bin mir auch sicher, das David Lynch einen Heidenspaß hat, wenn er sich solche Film-Erklärungs-Berichte zu seinen Filmen durchliest...
Manchmal denke ich David Lynch baut die eine oder andere Szene nur ein, mit dem Wissen das dann einige Zuschauer genau solche Berichte schreiben, weil sie glauben in dieser sinnlos eingefügten Szene einen größeren Sinn erkannt zu haben... wenn ich David Lynch wäre, würde ichs jedenfalls genauso machen :)
Lotterbast
01.02.2010 01:54 Uhr
Schon witzig. Wenn man im Internet wegen einer Erklärung für den Film suchen muß, hat der Film nicht funktioniert.
Fox
24.01.2010 13:12 Uhr / Wertung: 10
Gerade habe ich einen wunderschönen Essay Determinismus in David Lynchs Mulholland Drive von Frank Wittchow auf der deutschen Wikipedia-Seite zu Mulholland-Drive entdeckt, die zu 90% mit meiner ursprünglichen Interpretation des Films übereinstimmt (und die restlichen 10% damit aufgeklärt hat).

Dieser Essay ist viel stimmiger, als die Interpretationen auf den früher zitierten Seiten, denn mit der dortigen Interpretation, dass [Spoiler]der erste Teil nur ein "Traum"[/Spoiler] sei, bin ich nämlich niemals einverstanden gewesen: Vor allem erklärt diese Interpretation eben nicht wirklich die ganze Symbolik [Spoiler]die im ersten Teil auftritt[/Spoiler] außer mit dem Holzhammer-Argument [Spoiler]dass im Traum alles möglich sei[/Spoiler]

asdfsafd
03.01.2009 19:07 Uhr
Für jeden, der Filme öfters sehen möchte, ein Gewinn. Für mich, mit IQ wie Brot ist es schon sehr schwierig, mit zu kommen, geschweige denn, den Film ohne Führung zu verstehen. Erinnert mich an ein Ausgehen mit Kumpels, die Dir vorher eine lustige Pille verabreichen und dich in Gesprächen ständig zwingen, Ihren wirren Gedanken zu folgen.
namow
10.10.2008 15:19 Uhr
Es war schon spannend bevor ich überhaupt wußte warum, die Stimmungen und Emotionen werden in diesem Film unglaublich gut rüber gebracht, was unter anderem der, bis zum Perfektionismus ausgewählten, Musik zuzuschreiben ist. Was ich sehr überraschend fand, ist das der Film dem Zuschauer unheimlich viel Raum läßt um sich mit Hilfe seiner Phantasie die Story ein Stückweit selber zu gestalten. Man muß zwar gut aufpassen das man mit kommt aber wenn man den Film grob verstanden hat kann man seinen Instinkt und seine Phantasie entfalten und ausleben und taucht völlig in den Film ein. Ich denke beim zweiten Gucken wird's noch besser, da kann man sich mehr auf die kleinen Hinweise konzentrieren die man beim ersten Mal gar nicht mitbekommen hat.
Der Film hat mich total gefesselt, die Zeit verging wie im Flug und von mir aus hätte das noch locker eine Stunde so weiter gehen können.
Fox
07.03.2008 20:22 Uhr / Wertung: 10
@DerHannig: Das bezog sich nicht auf Dich - auch wenn ich examplarisch Deinen Kommentar zitiert hatte, weil es halt der neueste dieser Art war. Genausogut hätte ich auch mountie zitieren können; oder Lotterbast; oder amadeus69; oder ...
DerHannig
07.03.2008 15:06 Uhr / Wertung: 10
Oh je, dabei wollte ich doch nur ironisch sein. Ich merk schon, irgendwas mach ich da falsch. Zur Aufklärung, meine Wertungen: Lost Higway 10, Mulholland Drive 10, Inland Empire 10. Und nach mehrfachen Anschauens bin ich bei allen sogar auf ne relativ schlüssige Interpretation gekommen. Ich finde die Entrüstung bei manchen Feuilletonisten nur so amüsant. Das macht Lynch wirklich zu einem genialen Entertainer, der Spaß fängt nach dem Film erst richtig an.
Fox
07.03.2008 02:09 Uhr / Wertung: 10 - Letzte Änderung: 07.03.2008 um 02:09
"...das überhaupt keinen Sinn hat..."



Da ich diese Bemerkung jetzt schon öfter gelesen habe: Wer den Film nicht kapiert hat, möge sich bitte den Essay aus wrapped in plastic durchlesen.
Zwar sind nicht alle Details ganz richtig (z.B. bin ich bzgl. des Mannes hinter Winkey's anderer Ansicht, und auch die Bemerkungen zu Lost Highway sind m.E. nicht alle korrekt), aber der Kern der Story wird ganz gut erklärt. (Und außerdem habe ich da ein paar Sachen erfahren, die in der Übersetzung zwangsläufig verloren gehen mussten, etwa was Tante Ruths Aufenthaltsort betrifft...)



Wie vorher schon bemerkt: Lynch's Fragen - auch wenn ihre Beantwortung selbst nicht so wichtig ist - machen schon auf die Schlüsselszenen aufmerksam.

wonderwalt
05.03.2008 20:23 Uhr / Wertung: 8
Klar, er ist ein Entertainer, aber ein genialer, das muß man ihm schon lassen.
DerHannig
05.03.2008 20:17 Uhr / Wertung: 10
Ja, voll! So ein Lausbub, der Lynch. Auch ich muss gestehen, manchmal, nachts, wenn ich nicht einschlafen kann, dann überkommt mich manchmal der Gedanke was für eine unvorstellbare Befridigung es sein muss, ein Werk zu schaffen das überhaupt keinen Sinn hat. Und dann muss ich immer ganz laut kichern wenn ich mir ausmahle wie sich die Leute den Kopf darüber zerbrechen, wie sie verzweifeln und sich ärgern. Oh, nur die erhabensten Künstler sind zu solch großen Geniestreichen fähig. Lynch du bist ein Meister! Sogar der doofe Mr. Kubrick fiel seiner Zeit auf seine Streiche rein und huldigte den frechen David gar einen großen Regisseur! Unglaublich wie er es schafft in Cannes noch ne ernste Miene aufzusetzen...
purpletom
05.03.2008 16:33 Uhr / Wertung: 7
Lynch macht aus dem, was bei anderen hinten raus kommt einen Film. Konfus, wild durcheinander geworfene Zusammenhänge, teilweise vollkommen absurd.
Man könnte meinen, das Drehbuch hat ein Geisteskranker oder Autist geschrieben.

Er stellt seine zehn willkürlichen Fragen und ich bin überzeugt er sitzt zuhause und lacht sich ins Fäustchen, ob der tausenden Leute, die versuchen irgendeinen Sinn in diesem Film zu erkennen.
Fox
24.02.2008 11:35 Uhr / Wertung: 10
Nach erneuter Sichtung geht meine Wertung nochmals um einen Punkt herauf - der Film steht jetzt ganz kurz davor, Brazil als meinen 11-Punkte Film abzulösen. Noch nie habe ich einen Film gesehen, dessen Horror aufgrund seines eindringlichen Realismus derart unter die Haut ging, dass er möglicherweise Lebensentscheidungen beeinflusst (bei Eraserhead war das zwar ähnlich, aber einfach zu eklig). (Die Worte "Horror" und "Realismus" sind im ursprünglichen Sinne zu verstehen, nicht in dem Sinne, den Schubladen-Sortierer daraus gemacht haben).



David Lynch hat es hier geschafft, den bereits in "Eraserhead", "Twin Peaks" und "Lost Highway" begonnen Stil in einer verwandten Thematik zur Perfektion zu treiben, ohne dabei (anders als in Eraserhead und Lost Highway) auf eklige Bilder zurückzugreifen. Vollkommen anders als in "Blue Velvet" oder "Wild at Heart" (und einigen dazu verwandten Passagen in "Twin Peaks" und "Lost Highway") nimmt er dem Zuschauer jede mögliche Entschuldigung durch "externe" Gewalt und lässt ihn damit vollkommen schutzlos seinem Gewissen ausgeliefert zurück.



Fazit: Ein Meisterwerk, das in dieser Art schwerlich übertroffen werden kann. Ähnlich wie "Zwei glorreiche Halunken" (und ev. noch "Spiel mir das Lied vom Tod") als eindeutige Höhepunkte des Western-Genres angesehen werden können, nach denen man keine weitere Western mehr zu sehen braucht, stellt auch die Perfektion dieses Films einen Meilenstein dar, der thematische Nachfolger eigentlich überflüssig macht. Oder auf fränkisch wie üblich etwas kürzer: "Dagächn kamma net anstinkn".

ZordanBodiak
17.02.2008 17:40 Uhr / Wertung: 9
@Fox: Soweit mir bekannt, besteht Frage 7 im Original nur aus "What is felt, realized and gathered at the club Silencio?"
Fox
17.02.2008 17:30 Uhr / Wertung: 10
@ZordanBodiak: Danke für den Link.



Zu Frage 6. sollte man bemerken, dass "Kleidung" die Übersetzung von "robe" ist - also besser als "Kleid" übersetzt werden sollte; damit wird die Frage dann auch verständlicher.



Was mich etwas wundert, ist, dass auf der englischen Seite der erste Teil der Frage 7 nicht auftaucht ("Wer macht sich im Club Silencio bemerkbar?"). Da die Seite sonst ziemlich gut recherchiert zu sein scheint, wundert mich das - aber ein "Übersetzungsfehler" durch hinzufügen eines ganzen Satzes mit völlig anderem Kontext?


M.E. ist das nämlich die Schlüsselfrage zum Verständnis des Films.

ZordanBodiak
16.02.2008 11:17 Uhr / Wertung: 9
Fox
16.02.2008 09:05 Uhr / Wertung: 10
Zu den Hinweisen in tobimassi77s Kommentar:


Die meisten machen nur auf Zusammenhänge aufmerksam, die für den aufmerksamen Zuschauer ohnehin offensichtlich sind. Nur eine Sache hatte ich nicht mitbekommen, und die war mir jetzt auch beim wiederholten Anschauen des Films entgangen: Wann erfährt man den Titel des Films von Adam Kesher (und wie lautet er)?


Die Zusatzfrage (wann der Titel nochmals auftaucht), suggeriert, dass der Titel tatsächlich irgendwo als solcher genannt wird oder zu lesen ist und nicht erraten werden muss. Aber aus irgendeinem Grund scheine ich ihn nicht mitzubekommen...


Falls jemand die Antwort weiß, bitte posten (es ist vermutlich kein Spoiler).

Supersquishee
10.02.2008 22:23 Uhr
Wo ist hier eigentlich Geradeaus ?
tobimassi77
06.10.2007 21:45 Uhr
Zehn Hinweise von David Lynch zur Interpretation

David Lynch hat für Mulholland Drive Hinweise veröffentlicht, die bei der Entschlüsselung des mysteriösen Ablaufs von Nutzen sein könnten. Lynch lieferte dabei, wie es für ihn typisch ist, keine Erklärungen außer diesen zehn Hinweisen: [2]

1. Schenken Sie dem Anfang des Films besondere Aufmerksamkeit: Zwei wichtige Hinweise finden sich bereits vor dem Eröffnungstitel.
2. Beobachten Sie, wann und wo rote Lampenschirme eine Rolle spielen.
3. Achten Sie darauf, wie der Titel des Films heißt, für den sich Adam Kesher Schauspielerinnen anhört und ansieht. Wird dieser Titel an anderer Stelle wiederholt?
4. Ein Unfall ist ein schreckliches Ereignis… Beachten Sie genau den Ort des Unfalls.
5. Wer gibt wem einen Schlüssel – und warum?
6. Achten Sie genau auf die Kleidung, den Aschenbecher, die Tasse Kaffee.
7. Wer macht sich im Club Silencio bemerkbar? Was ist dort zu fühlen, zu beobachten und zu gewinnen?
8. Hilft Camilla allein ihre Begabung?
9. Beobachten Sie genau die Vorkommnisse im Umfeld des Mannes hinter Winkie's.
10. Wo ist „Tante Ruth“?

mal schauen, ob ich schlauer werde, wenn ich mir diesen film mit genannten tipps nochmal ansehe...
mountie
05.05.2007 14:04 Uhr
Wie mal ein Freund gesagt hat: "Wenn irgendjemand anders als David Lynch diesen Film gemacht hätte, dann würden ihn alle durchweg sch... finden!" Fing der Film noch genauso interessant an wie damals Twin Peaks, mit seiner schön bedrohlichen Stimmung über allem, und seinem Score der jedem Horror-Film alle Ehre machen würde, kam der besagte Satz von meinem Freund im Verlauf des Films erst richtig zum tragen. Bei Lynch versucht man immer etwas hineinzuinterpretieren und seine Gedanken zu ordnen, um am Ende für sich eine einigermaßen logische Erklärung zu suchen, was man da gerade eben gesehen hat. Leider wird man nie in seinen Vermutungen bestätigt oder widerlegt. Und genau das läßt mich unbefriedigt zurück. Wenn ich eine Aneinanderreihung von Bildern oder Szenen sehen will, die nix miteinander zu tun haben (oder doch?!), dann ich mir auch ein paar Musikclips auf diversen Sendern reinziehen. Die sind kürzer, und wenn man mal deren Regisseure reden hört, haben die auch ne geheime Story oder versteckte Metaphern. Lynch hat aber wohl ne Nische entdeckt, die viele Hobbypsychologen anspricht. Aber solche Filme sind wohl definitiv nix für mich. ... Obwohl die Regisseur-Persiflage während Watts Vorsprechen ziemlich genial war (kleiner Bonuspunkt).
Lotterbast
06.04.2007 18:31 Uhr
Tja, wie es hier schon geschrieben wurde. Ein typischer David Lynch Film. Fängt als spannender Thriller an, und endet in einer verwirrten und irren Lesbenaffäre die vor ihrem eigenen Tod ihren verwesten Körper findet. Das hat mir den ganzen Film versaut. 0 Punkte.
Scherbe
06.08.2006 12:23 Uhr
In diesem Film steckt alles was man braucht: Spannung, geniale Musikelemente, geniale Schauspielerei der Darsteller und das wichtigste ist, dass der Film zum Nachdenken anregt.
KeyzerSoze
13.10.2003 16:51 Uhr / Wertung: 4
Ähhhm .... HÄ?!?!?!?
striffler
15.12.2002 19:13 Uhr
Guter Film. Man muss ja nicht immer alles kapieren, um Gefallen an etwas zu haben. Was Peejot betrifft, schließe ich mich meinem Vorschreiber an...
amadeus69
05.10.2002 17:52 Uhr / Wertung: 0
Das war ja wohl das Schlechteste und Zusammenhangloseste was ich je gesehen habe. Man muss wohl den Kultstatus eines David Lynch haben um so einen Schwachsinn produzieren zu können.
Und an Peejot: Ich hoffe du weißt selbst, was du da geschrieben hast?!
ingo
05.10.2002 00:06 Uhr
Ich bin für solche art film wohl einfach zu dämlich ;-(
Peejot
27.02.2002 12:44 Uhr
@Thomas: um sich dann am Ende mit dicken nackten Titten am Strand in einem Showdown umzubringen, während David Lynch in den Bus steigt... Genau!
Thomas
27.02.2002 09:53 Uhr
@Peejot: Puh! Da bin ich aber froh, dass er sich das richtige rausgesucht hat. Sonst würden den ganzen Film lang kühle Blondinen-Vamps, mit riesendicken ...äh Ihr-wisst-schon, in Zeitlupe zweihändig schiessend durch die Gegend hüpfen, während im Hintergrund Lynch Hunde spazierenführt, die die dumme Tauben aufscheuchen...
Peejot
26.02.2002 23:32 Uhr
@wonderwalt: Nein, Du kannst dabei bleiben: Lynch hat tatsächlich viel von Hitchcock, Meyer und - ja auch - Woo gelernt und adaptiert. Die Mischung der Drei trifft es; aber er hat sich halt nicht das rausgesucht, was sich andere Regiesseuer abgeschaut haben (z.B. die klassisch Woo'sche Ästhetik der Gewalt), sondern eben eher das überzogen Symbolhafte, die klare bildliche Methapher, und hat Ihn dabei sogar überholt: Woo hat seine Tauben, seinen Strand und seine Konstelation Vertrauen, Enttäuschung, Rache, Lynch ist da viel feiner und genauer, differenzierter. Trotz alledem mag' ich ihn nicht, weil er am Ende dann doch übertreibt, und ich glaube nicht mal gewollt. Der Bruch im Bruch im Bruch, der Logiksprung, die Zerfahrenheit, die bei Ihm immer wieder auftauchen, sind nicht gekonnt zielgerichtet (wie bei Stone in NBK z.B.); seine Metaphern verlieren Ihre Strahlkraft, indem sie - und das macht Metaphern ja aus - dynamisch organisiert sind, und nicht statisch. Dann doch lieber Dogma oder Greenway, oder Jackson
Christian
26.02.2002 22:37 Uhr
... jaja, jetzt wieder rausreden!
wonderwalt
26.02.2002 16:20 Uhr / Wertung: 8
@Hiram Ben Tyros: Okay, erst Hitch, und die anderen folgen mit viel Abstand... ;-)
Hiram ben Tyros
26.02.2002 14:43 Uhr
@wonderwalt Ganz schön gewagte Reihung von Regisseuren...
wonderwalt
26.02.2002 14:17 Uhr / Wertung: 8
@Peejot: Hart, aber es ist sicher etwas dran. Muß ich auch als Lynch-Fan zugeben. Lynch steht in gewisser Weise in der Tradition von Regisseuren wie Hitchcock, Russ Meyer oder John Woo. Nicht was sie erzählen macht Spaß, sondern vor allem wie.
wonderwalt
26.02.2002 14:16 Uhr / Wertung: 8
@Peejot: Hart, aber es ist sicher etwas dran. Muß ich auch als Lynch-Fan zugeben. Lynch steht in gewisser Weise in der Tradition von Regisseuren wie Hitchcock, Russ Meyer oder John Woo. Nicht was sie erzählen macht Spaß, sondern vor allem wie.
Peejot
25.02.2002 23:01 Uhr
Dieser Film ist ein echter David Lynch, damit hat Uli schon Recht. Solange Ebenen brechen, Rückblenden kaschieren, sich selbst reflektieren und die Darsteller in sich selbst finden und verlieren, bis das Publikum denkt - uh, das ist aber ein intellektueller Film, besser ich sage nicht, dass ich ihn nicht verstanden habe! Dabei ist die Lynchs Aussage immer die selbe: Es gibt keine, ausser, dass wir in einer Tittenwelt voller Gewalt leben und das Lesbensex irgendwie doch heterotauglich ist, aber das tun die Videoramafilme auch - zugegeben auf deutlich niedrigerem Niveau, dafür sind sie aber auch als Wixvorlage besser geeignet.
inktvis
11.02.2002 21:27 Uhr
sonntag morgen? nutella-broetchen? kaffee? kann man sonntag morgens denn noch was anderes tun auszer schlafen?
Christian
11.02.2002 10:27 Uhr
Gut erkannt, hab ich echt noch nicht ;) Nicht mal eine Folge aus der Serie...
Thomas
11.02.2002 09:18 Uhr
@Marcel: Muß man denn einen Film wirklich begreifen um ihn gut zu finden? Reicht es nicht einfach dass er "wirkt"? Mit der gleichen Begründung könnte man z.B. auch sagen, daß abstrakte Maler nur schlechte Bilder produzieren, weil man darauf nichts realitisches erkennen kann. @Christian: Wenn M.D. der erste Film war in dem Du den Humor von David Lynch entdeckt hast, dann hast Du sicherlich Twin Peaks noch nicht gesehen, oder? Gerade diese skurillen Szenen und Ideen haben der Serie zu dem Kult verholfen, der heute ungebrochen ist. Übrigens die Twin Peaks DVD-Box mit der ersten Staffel wird bei uns in der 2. Jahreshälfte von Paramount veröffentlicht. Und im Gegensatz zur amerikanischen Box inkl. Pilotfilm, der ebenfalls remastered wurde.
Christian
11.02.2002 08:33 Uhr
ach ja und @Marcel: Sehr sehr schade, einer von Deinen schlechteren Kommentaren ;) Ich denke Du solltest mal über die philosophische Seite des Ausdrucks 'Belanglosigkeit' nachdenken - mag sein das Du der einzig Erleuchtete Cineast hier bist (...obwohl, bin das nicht ich? ;) der den wahren Hintergrund von Mulholland Dr. begriffen hat, weil er irgendwo gelesen hat das Lynch auf seine Produzenten sauer war. Wir waren ja auch nur nen guten Film schauen.
Christian
11.02.2002 08:24 Uhr
Irgendwie glaub' ich dass Nutella Werbung - an der richtigen Stelle reingeworfen schon auch Chancen auf irgendeinen Preis hätte. Ich denke für nen Golden Globe wäre sie alle mal gut genug - Stellt euch mal vor: Sonntag morgen + Kaffee + Nutella-Brötchen .... ach was, das ist locker ne Goldene Palme wert.
lurchi
10.02.2002 13:57 Uhr
@Marcel: Na, dann würde mich aber interessieren, WO er diese Stunde angehängt haben soll. Diese müsste er dann schon ganz schön ins Drehbuch (welches wirklich genial ist, Logik hin oder her) verknüpft haben. Und für ne Nutella-Werbung gibt's bestimmt auch keine goldene Palme...
Marcel
10.02.2002 13:46 Uhr
Bin ich eigentlich der Einzige der glaubt dass dieser Film Lynch scheissegal ist? Dass er an den zurückgewiesenen Serienpiloten einfach ne Stunde drangehängt hat? Dass es keine Erklärung gibt?Dass Ihr nur verarscht werdet? Dass ihr euch verarschen lasst? Dass der Film zwar geniale Bilder hat(und deshalb nicht total schlecht ist) ansonsten aber so belanglos ist wie ne Nutella-Werbung? Dass ihr wirklich auf alles reinfallt? Dass Lynch verkleidet im Kino sitzt und nicht darüber lacht WAS die Leute nach dem Film denken sondern DASS die Leute nach dem Film denken. In diesem Sinne: Franken Helau! Und da ich jetzt leider eine Woche zu Hause/Offline bin werde ich leider nicht auf eure Antworten antworten können, wollte das aber trotzdem jetzt mal loswerden.
wonderwalt
10.02.2002 10:04 Uhr / Wertung: 8
@Christian: Da geb`ich Dir völlig recht. Lynch setzt sich wahrscheinlich liebend gern verkleidet in seine Filme, freut sich beim Rausgehen diebisch, wenn die ein Zuschauerfraktion wütend den Kopf schüttelt und die andere tolle Interpretationen von sich gibt.
lurchi
10.02.2002 07:30 Uhr
@Christian: Der Begriff "begreifen" war wohl etwas schlecht gewählt. "Verarbeiten" wäre besser gewesen. Lynch hat es irgendwie (mit seinem genialen Drehbuch) fertiggebracht, das man den Film auf viele verschiedene Arten zu 80% begreifen kann, aber die restlichen 20% überhaupt nicht dazu passen! Na ja, ganz aufgegeben hab ich die Hoffnung noch nicht, warte dazu aber auf die DVD. Falls ich mal alles begreifen sollte, werde ich mich natürlich bei dir melden... ;-)
Christian
10.02.2002 02:21 Uhr
Jetzt versteht mich aber nicht falsch: der Film ist echter Knaller; und es sind wirklich die kleinen Details und "aha"-Erlebnisse und auch der
Humor, den ich hier aber (bei Lynch) zum ersten mal in dieser Weise gesehen habe. Vielleicht ist gerade das auch ein Hinweis darauf wie es mit Lynch weitergeht. (Siehe auch Debatte bei Straight Story)
Christian
10.02.2002 02:17 Uhr
@lurchi: wenn man das Ding 2mal sehen muss um ihn zu begreifen, würde das bedeuten, daß man ihn begreifen kann. Nein, da fall ich nicht mehr drauf rein, der alte Sack hat mich schon bei Lost Highway drangekriegt. Ich habe 2 Theorien was es mit DL auf sich hat: 1. Er macht einen Film, ein bisschen verworren und schön düster, bevor er ihn aber dreht, streicht er einfach die „selbstverständlichen“ Szenen, also die die man sowieso vorhersehen könnte (die es in jedem Film gibt) gelangweilt raus und bringt alles noch ein bisschen durcheinander. Fertig. Viel warscheinlicher ist aber: 2. Er weiss dass er ein paar richtig gute Filme gemacht hat und lebt jetzt nur noch seine zeitweise düsteren Phantasien aus (siehe die beiden Hauptdarstellerinnen aus Mullholland Drive – ich sage nur Couch – wenn das nicht reicht – erinnert euch mal Patricia Arquette in LH...), weil man die aber nicht begreifen kann findet's jeder einfach nur wahnsinnig gut und den Regiepreis in Canne gibts locker mit links.
lurchi
30.01.2002 22:08 Uhr
Wieder ein Film, dem man nach jedem Anschauen ein wenig anders sieht... Toll find ich einfach den Humor von Lynch. Besonders die Mordszene, in der alles ein wenig schief geht... Und natürlich, das klitzekleine Detail, das auf der Party am Ende der Cowboy kurz durchs Bild läuft...
lurchi
22.01.2002 17:14 Uhr
Geniale Vermischung von Realität, Erinnerung, Träumen und Phantasien. Mit diversen Subplots führt Lynch den Zuschauer auf falsche Fährten, um die Verwirrung ein bisschen grösser zu machen. Diesen Film sollte man sowieso zweimal sehen, um diesen richtig begreiffen zu können... Besonders interessant fand ich auch den Einsatz der Musik, welchen den Film noch ein wenig mysteriöser macht...
andy
14.01.2002 15:30 Uhr
leider kein wirklich neuer lynch-film, sondern nur ein "best of": bekannte motive aus "lost highway", perspektiven aus "twin peaks", reminiszenzen an "blue velvet" und auch "wild at heart". nichts neues im lynch-kosmos außer ein paar ungewöhnlich witzigen szenen und satirischen spitzen gegen das film-business. das ganze in gewohnt schicker optik und eleganten bildern. damit das jetzt nicht zu negativ klingt: es bleibt natürlich ein sehenswerter film, der sich wohltuend vom mainstream abhebt, aber gemessen an lynchs früheren meisterwerken ist "mulholland dr." nur ein sammelsurium ohne neue ideen, wobei man natürlich die entstehungsgeschichte als pilotfilm für eine fernsehserie mit in betracht ziehen muß.
wonderwalt
12.01.2002 00:43 Uhr / Wertung: 8
Sicherlich nix für Lynch-Einsteiger, in meinen Augen auch schwächer als "LH", deshalb nur acht Punkte. Das Kino von David Lynch ist halt immer eine Gratwanderung, es steht immer kurz davor, ins völlig Wahnwitzige, Schwülstige und gnadenlos Banale abzugleiten, aber eben immer nur kurz davor. Und wer mit dem Lynch-Kosmos samt seinem absurden Humor, den surrealen Bildwelten und vertrackten Geschichten nichts anfangen kann, der geht halt kopfschüttelnd aus den Filmen. Aber - wie schon weiter unten erwähnt - man haßt Lynch oder man liebt ihn!
Thomas
11.01.2002 14:15 Uhr
Stimmt schon. Es wäre auch mit Sicherheit eine geniale Serie daraus geworden, was mir sogar noch lieber wäre als der Film. Ob man den Serienpilot-Ursprung wirklich merkt, weiß ich nicht, denn wenn man die Info im Hinterkopf hat, achtet man natürlich unwillkürlich darauf. Das nicht jeder Subplot weitergeführt wird ist bei Lynch aber normal. Das war bei Twin Peaks genauso wie bei Lost Highway. Spezielle LH-Zitate kann ich jetzt nicht erkennen, außer daß alles (besonders der Schluß) im ureigensten Lynch-Stil umgesetzt ist und sich alles um die Frage dreht was real ist und was nicht. Das war aber bei "Fire walk with me" schon genauso und da gab es LH noch gar nicht. Alles in allem war es für mich wieder ein Erlebnis, wie man es nur bei Lynchfilmen hat, und ich kann aus dem Stegreif mindestens 1000 Filme sagen die überflüssiger als dieser sind. Gerade schauspielerisch waren die beiden Damen doch ein Genuß und ein Regiepreis in Cannes fällt sicherlich auch nicht einfach so vom Himmel...
Marcel
11.01.2002 13:27 Uhr
Man merkt dem Film deutlich an, dass es ürsprünglich ein Serienpilot war. Die ersten 90 Minuten weitgehend linear, allerdings werden schon sehr viele Subplots geöffnet, die, wie erwartet, nie geschlossen werden.(Bei Lost Highway hat es mehr Spass gemacht, sich der Willkür des Regisseurs auszusetzen). Die letzten 45 Minuten bestehen weitgehend aus LH-Zitaten. Nichts wirklich neues. Wie immer genial und atmosphärisch in Szene gesetzt, das Ganze. Im Endeffekt aber recht überflüssig.
Thomas
11.01.2002 10:22 Uhr
Puuuhhhh! Was soll ich sagen... ein echter Lynch und wieder ein Film, den man nach dem ersten Anschauen fast nicht bewerten kann, da einem mal wieder komplett der Boden unter den Füssen weggezogen wird. Während die ersten 2/3 noch relativ logisch-realisitisch anmuten (wenn auch mit Twin-Peaks-artig überzeichneten Charakteren und krankem Humor), so stellt das letzte Drittel die Geschichte durch extreme Wendungen und symbolhafte Bilder auf eine ganz andere Ebene. Man fragt sich mal wieder: Was ist Realität und was ist Traum/Einbildung? Im Gegensatz zu Lost Highway aber deutlich einfacher zu enträtseln.
Wieder ein Lynch-Film den der Mainstream-Kinogänger mit einem verwirrten Kopfschütteln verläßt, da der Film so gar nicht in Schema F passen will. Tja, entweder man haßt Lynch oder man liebt ihn. Dazwischen gibt's wohl nichts.
Duke
10.12.2001 19:45 Uhr
@Masterlu: Momentan zwei. AldiWarrior + Duke
wonderwalt
10.12.2001 13:52 Uhr / Wertung: 8
@Duke: Jetzt kümmer Dich mal wieder um Deine Rekrutinnen, anstatt Dich auf Kosten eines braven Steuerzahlers wie mir eine nette Brückenwoche zu gönnen.
Masterlu
10.12.2001 13:12 Uhr
@Duke: Apropos Supervisor, wieviele gibt es eigentlich inzwischen?
Duke
10.12.2001 13:01 Uhr
@wonderwalt: Außerdem hieß er bei dir auf deutsch nur "Straße der Finsternis" - ganz ohne "Mulholland Drive". Ich denke, daß wäre definitiv falsch. Also drink ne Tasse Tee und sei den wachsamen Augen der Supervisoren dankbar.
Duke
10.12.2001 12:32 Uhr
@wonderwalt: wahrscheinlich befandest du dich dann eher auf einer Straße der Finsternis, als du das Plakat gesehen hast. Wobei es die dunkel-schäbigen Ecken in M ja kaum gibt. Mit einiger Mühe wird man allerdings sogar dort fündig werden.
Wie lautet deine neue Anschrift noch mal?
Duke
10.12.2001 12:27 Uhr
@wonderwalt: Wer wird's wohl gewesen sein?
wonderwalt
09.12.2001 22:15 Uhr / Wertung: 8
Wer von euch sog. "Supervisoren" pfuscht eigentlich ohne zu fragen hier in meinem Film rum?? Wenn ich dem Film hier den deutschen Untertitel "Straße der Finsternis" gebe, dann weil ich schon Plakate mit diesem Titel gesehen habe. Zumindest kann man ja vorher mal fragen! Bei Lynch-Filmen schau ich da schon mal öfters hin!
wonderwalt
21.05.2001 09:56 Uhr / Wertung: 8
Regie-Preis in Cannes für 2001 für David Lynch.
Thomas
18.05.2001 14:36 Uhr
Ein neuer, echter Lynch!!! *aufkniefallvordavidlynchaltarunddankgebetesprech*

Ist laut imdb ein Pilotfilm zu einer Serie. Ich hoffe das wird was!
wonderwalt
18.05.2001 12:25 Uhr / Wertung: 8
Wurde gerade in Cannes gezeigt. Wir dürfen laut SZ anscheinend wieder auf einen echten Lynch gespannt sein, surreal und vertrackt.

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