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True Detective (TV-Series) (US 2014)


Genre      Crime / Drama / Mystery
Regie    Cary Fukunaga ... 
Buch    Nic Pizzolatto ... 
Darsteller    Matthew McConaughey ... 
Woody Harrelson ... 
Michelle Monaghan ... 
Michael Potts ... 
Rachel McAdams ... 
Vince Vaughn ... 
Studio    Anonymous Content ... 
 
Agent Yogi
 
Wertungen75
Durchschnitt
7.72 
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4 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

Colonel
12.08.2015 10:47 Uhr / Wertung: 7 - Letzte Änderung: 12.08.2015 um 10:57
Was für eine Ernüchterung. Die Fehler im Storytelling aus Staffel 1 werden auch in Staffel 2 fortgeführt und sogar noch auf die Spitze getrieben. Zunächst erlebt der Zuschauer noch einen tollen Einstieg mit der Auftaktepisode, die schnell klar macht, dass der Autor der Serie Nic Pizzolatto einen anderen Weg einschlägt. Mit gleich 4 Hauptdarstellern, darunter die Hollywood Stars Farrell, McAdams und Vaughn, wurden die Möglichkeiten des Plots und der Charakterentwicklung quasi verdoppelt. Leider ist gerade diese Figurenkonstellation der kasus knaxus, denn Pizzolatto schafft es im Folgenden nie einen roten Faden zu finden, um die Geschichten seiner sehr tief angelegten Protagonisten nachvollziehbar zu erzählen. Unnütze und verwirrende Handlungsstränge stauen sich auf und machen es schwer den Durchblick und den Unterhaltungswert zu halten. Dazu kommt noch das mit geschwollenen Dialogen aufwartende Skript, das teilweise jeder Realität fern ist und an der Glaubwürdigkeit der Figuren sägt. Vielleicht wirkt das in einem Buch anders, aber so redet doch keiner!"Someone hit the fucking warp drive and I'm trying to navigate through the blur." Einige wenige gelungene Momente sind einfach zu wenig um Staffel 2 als wirklich gut bezeichnen zu können.
Das gelungenste der Serie ist noch das hypnotische Intro und Leonard Cohens "Never Mind".
Man muss Pizzolatto aber Respekt zollen, das er versucht hat etwas ganz anderes aufzuziehen.
RimShot
01.02.2015 03:08 Uhr
Ich habe schon lange keine Meinung mehr verfasst und dachte mir nach "True Detective" das es wohl mal wieder an der Zeit wäre nicht nur Wertungspunkte, sondern auch eine Meinung, abzugeben.

Im Vorfeld wurde True Detective derart hochgelobt, das ich die Serie nach Erscheinen ersteinmal links liegen ließ. Jedenfalls kam ich letzten Endes vor einer Woche doch dazu mich den acht Episoden True Detective auszuliefern - oder viel mehr noch, mich ihnen hinzugeben.
True Detecive hat mich absolut überrascht. Zwar ist einem nach Sichtung der Serie, bzw. der ersten Staffel, durchaus bewusst das hier kleine Elemente vorkommen, wie man sie beispielsweise in den Serien "Hannibal" oder auch "Breaking Bad" gesehen hat und auch der ein oder andere Film hatte wohl Einfluss auf den Drehbuchautoren, aber das alles stört absolut nicht das Gesamtbild von True Detective - zumindest nicht für mich. Was zu allererst herausgestochen ist, sind die sehr gut ausformulierten Dialoge welche den Zuschauer in ihrer tiefen Bedeutung mit einer Wucht treffen, die zumindest ich definitiv nicht erwartet hatte. Die Dialoge sind tiefgründig und sollen nicht nur "cool" wirken. Was hier zu Papier gebracht wurde ist an sich schon beachtlich, denn sehr viel spirituelles Gedankengut vermischt sich mit schonungsloser Realität, Pessimismus und zeichnet somit einen Charakter (Rust), der sehr viel mehr bietet als der Durchschnitts-Hollywood-Bulle. Vielleicht liegt das auch am großen Empathie-Vermögen meinerseits - gegnüber dem Charakter, obwohl ich mit McConaughey vorher nie etwas anzufangen wusste. Auch Woody Harrelson spielt hervorragend. Im Prinzip war der ganze Cast ein wahrer Augenschmaus ohne Ausfälle - selbst in den Nebenrollen zeigte sich mir ein stimmiges Bild.
Ich muss vielleicht zu Protokoll geben, das ich die Serie auf Englisch, also Im O-Ton, gesehen habe - somit kann ich zur deutschen Synchronisation zu diesem Zeitpunkt nichts sagen. Aber auch die Geschichte konnte mich fesseln, obgleich sie letzten Endes viele Elemente zu einem großen Ganzen vereint und nicht wirklich etwas Neues, noch nie Gesehenes, zeigt. Die Geschichte ist dunkel, böse und dreckig und ich hatte auch hier nicht erwartet, dass das Ganze derart ausartet - zumindest für mich die perfekte Mischung mit einem bittberösen Erwachen. Die Story selbst ist hierbei über einen größeren Zeitraum erzählt - was mir überraschenderweise auch sehr gut gefallen hat, obwohl ich das für üblich nicht ganz so herzlich begrüßen kann. Das übrige erledigt dann der stimmige Soundtrack und die hervorragenden Kameraführungen.
Insgesamt hat mich True Detective zu dem Schluss gebracht, das doch noch wirklich ausgezeichnete Geschichten anschaulich verpackt werden können - ohne hierbei technisch auszuarten und sich in dem Drumherum zu verlieren. Man hat hier zwei Charaktere die sich im Prinzip einem riesigen Fall widmen und sich gleichzeitig ihrern eigenen Problemen gegenüberstehen.
Ausgezeichnet geschrieben und inszeniert. Ich bin immer noch hin und weg. Das war die Art Kino, so wie ich es leider viel zu selten geboten bekomme. Für mich ein ganz klares Meisterwerk - und auch wenn ich mich den ganzen Huldigungen jetzt anschließe, aber: McConaughey liefert eine Show ab, wie ich sie selten gesehen habe. Ganz, ganz großes Kino!
Colonel
05.08.2014 10:42 Uhr / Wertung: 7 - Letzte Änderung: 05.08.2014 um 10:45
Ich kann die Rieseneuphorie zur Serie um Oscar Preisträger Matthew McConaughey nicht ganz nachvollziehen. Klar, anders als bei anderen aktuellen Crime Serien wird die Geschichte in True Detective eher ruhig und in mehreren Vor- und Rückblenden erzählt. Vergleichbar vom Tempo und der Atmosphäre mit Twin Peaks. Da ist dann auch klar, das es einige Fans geben wird, denen das gefällt. Aber gerade bei dem Tempo bleibt dann auch oft die Spannung auf der Strecke. Und wenn im Grunde der gesamte Handlungsstrang auch gut in drei Folgen hätte erzählt werden können, dann läuft doch irgendwas nicht ganz optimal.
Klar, das hier erzählte zieht sich über Jahre hinweg, doch der Mehrwert dieser Erzählweise erschloss sich mir bisher noch nicht.
Immerhin hat die Serie mit Woody Harrelson ein tolles Ass im Ärmel. Gekonnt wie immer spielt er mit einer tollen Hingabe den Charakter eines durchtriebenen Polizisten, der nicht nur mit seinem beruflichen Partner sondern auch auf familärer Ebene aneckt. Darstellerisch steckt er im Vergleich McConaughey leicht in die Tasche, der mir hier zu eindimensional und eintönig rüber kommt. Immer stets rauchend und mit ein und demselben leeren Blick. Mehr fällt ihm hier nicht ein. Ach ja, eine lange Mähne und ein hässlicher Schnäuzer dürfen es dann auch noch sein, um zu zeigen wie die Zeit an ihm genagt hat. Das hat er in Dallas Buyers Club besser hinbekommen. Scheinbar hat ihm die (gerechtfertigte) Oscarnomminierung zu einem Hype verholfen, dem er nun gerecht werden muss. Ich bin gespannt auf seine Rolle in Nolan's Interstellar. Bis dahin wartet man nicht gerade sehnsüchtig auf Staffel 2.
Teler
04.08.2014 13:09 Uhr / Wertung: 10
Eine unglaublich gute kleine Serie ist hier aus der Feder Nic Pizzolattos entstanden, die wie ein Misch aus vorangegangenen Thriller Serien aussieht, dennoch ihre Pluspunkte in den Bereichen Schauplätze, Erzählweise und Darsteller einstreichen kann. Grade die Beiden Hauptdarsteller spielen sich die Seele aus dem Leib, so dürfte es nicht verwunderlich sein, wenn hier noch einige Nominierungen und Auszeichnungen folgen.

Und obwohl die eigentliche Story recht einfach gehalten ist, so überzeugen doch vielmehr die vielschichtigen Charaktere und deren nicht (oder doch!?) zu vereinbarende Weltbilder, die sie in tollen Dialogen immer wieder gegeneinander auffahren. Auch die enorm dichte Inszenierung bringen die Serie an eine der besten Fernseherfahrungen der letzten Jahre heran.

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