Paul Thomas Anderson steht einmal mehr im Zentrum der Awards-Saison: Sein jüngster Film One Battle After Another hat bei den Golden Globes 2026 nicht nur Aufmerksamkeit bekommen, sondern gehörte zu den großen Abräumern des Abends. Anderson wurde für seine Arbeit ausgezeichnet – ein weiterer Beleg dafür, wie konstant er seit Jahren zu den prägendsten Regiestimmen Hollywoods zählt.
Ein Film, der weit mehr ist als „nur“ ein Kritikerliebling
One Battle After Another trägt Andersons Handschrift in jeder Szene: ein eigenwilliger Rhythmus, Figuren mit inneren Rissen und eine Erzählweise, die sich nicht an klassische Blockbuster-Mechaniken verkauft. Der Film ist eine schwarzhumorige Action-Thriller-Mischung, die lose von Thomas Pynchons Vineland inspiriert ist – und genau diese ungewöhnliche Tonlage macht ihn so reizvoll: politisch aufgeladen, aber nie plump, komisch, ohne die Fallhöhe zu verlieren.
Golden Globes als Gütesiegel – und als Signal an die Branche
Bei den 83. Golden Globes zählte One Battle After Another zu den meistprämierten Filmen: Der Film gewann unter anderem als Best Motion Picture (Musical or Comedy), dazu kamen Auszeichnungen für Andersons Arbeit – ein klares Statement, dass sein Autorenkino auch im großen Preiszirkus noch Gewicht hat.
Gerade im aktuellen Markt, in dem Franchise-Logik und IP-Serien den Ton angeben, wirkt so ein Erfolg fast wie ein Gegenentwurf: ein teurer, ambitionierter Film, der nicht nur diskutiert, sondern auch tatsächlich prämiert wird.
Starkes Ensemble, klare Anderson-DNA
Der Cast ist entsprechend hochkarätig: Leonardo DiCaprio, Sean Penn, Benicio del Toro und weitere bekannte Namen tragen die Geschichte, während Jonny Greenwood den Sound erneut so auflädt, dass er nicht nur begleitet, sondern die Szenen regelrecht kommentiert.
Kommerziell sichtbar – aber vor allem kulturell relevant
Auch jenseits der Preise hat der Film Wucht: weltweit steht ein Einspiel von rund 208,7 Millionen US-Dollar im Raum – und damit ist es zugleich Andersons bislang umsatzstärkster Kinofilm.
Der Punkt ist aber weniger die Summe als das Signal: Ein Anderson-Film kann Ereignis-Kino sein, ohne sich dafür zu verbiegen.
Was diese Auszeichnung für Anderson bedeutet
Andersons Status war nie wirklich in Gefahr – aber One Battle After Another zementiert ihn noch einmal neu: als Regisseur, der große Stars führen kann, ohne seine Vision zu verwässern, und als Autor, der in Zeiten maximaler Marktglättung weiterhin Ecken und Kanten zulässt.