Der deutsche Kultursender 3sat strahlt heute Abend den epischen Abenteuerfilm „Der letzte Mohikaner“ aus. Das Kolonialkriegsdrama beginnt um 22:25 Uhr und läuft bis 0:15 Uhr. Die Verfilmung basiert auf dem berühmten Roman von James Fenimore Cooper und erzählt eine dramatische Geschichte aus der Zeit der amerikanischen Kolonialkriege im 18. Jahrhundert.
Handlung des historischen Abenteuerepos
Im Mittelpunkt der Erzählung steht Hawkeye, ein weißer Mann, der von einem Mohikanerstamm adoptiert wurde und gemeinsam mit seinem Adoptivvater Chingachgook und dessen Sohn Uncas lebt. Als die Töchter des britischen Colonel Munro, Cora und Alice, während ihrer gefährlichen Reise zu ihrem Vater in große Bedrängnis geraten, muss Hawkeye alles daran setzen, sie vor einem rachsüchtigen Huronenstamm unter der Führung des erbitterten Kriegers Magua zu beschützen. Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund der blutigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Indianerstämmen und den europäischen Kolonialherren in Nordamerika während des Siebenjährigen Krieges.
Der Film zeigt eindrucksvoll die komplexen Loyalitätskonflikte der damaligen Zeit. Hawkeye steht zwischen den Welten und muss sich entscheiden, welcher Seite er in den erbitterten Kämpfen zwischen Briten, Franzosen und verschiedenen Indianerstämmen seine Treue schenkt. Die Liebesgeschichte zwischen Hawkeye und Cora verleiht dem actionreichen Drama eine emotionale Tiefe, die über die reine Abenteuerhandlung hinausgeht.
Hochenergetische Inszenierung mit historischem Bezug
Der Film zeichnet sich durch seine intensive und actionreiche Darstellung aus, die besonders in den spektakulären Schlachtszenen zur Geltung kommt. Die Produktion verbindet packende Kampfsequenzen mit einer vielschichtigen Familiengeschichte und zeigt dabei die brutalen Realitäten der Kolonialzeit ungeschönt. Dabei werden die komplexen Beziehungen zwischen den verschiedenen Völkern und Kulturen während der Kolonialzeit beleuchtet, ohne dabei in simple Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen.
Besonders beeindruckend sind die authentisch wirkenden Kostüme und Kulissen, die das Amerika des 18. Jahrhunderts lebendig werden lassen. Die Filmmusik unterstreicht die dramatischen Höhepunkte und verleiht den Landschaftsaufnahmen eine epische Dimension. Die Verfilmung nimmt sich bewusst künstlerische Freiheiten bei der Umsetzung von Coopers literarischer Vorlage und konzentriert sich auf die universellen Themen Liebe, Loyalität und Überleben.
Literarische Vorlage von James Fenimore Cooper
James Fenimore Cooper schuf mit seinem 1826 veröffentlichten Roman einen Klassiker der amerikanischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Das Werk gehört zu den sogenannten Lederstrumpf-Erzählungen, einem fünfteiligen Romanzyklus, der die Abenteuer des Waldläufers Natty Bumppo schildert. Coopers Geschichten prägten nachhaltig das Bild des amerikanischen Grenzlandes in der Populärkultur und inspirierten zahlreiche Verfilmungen, Theaterstücke und literarische Adaptionen.
Der Roman behandelt die dramatischen Begegnungen zwischen Ureinwohnern und europäischen Siedlern während einer der turbulentesten Perioden der nordamerikanischen Geschichte. Cooper war einer der ersten amerikanischen Schriftsteller, der die Konflikte zwischen verschiedenen Kulturen differenziert darstellte und dabei sowohl die Perspektive der Kolonisten als auch die der indigenen Bevölkerung berücksichtigte. Seine Werke gelten heute als wichtige Dokumente für das Verständnis der frühen amerikanischen Identität.
Bedeutung für die Filmgeschichte und Popkultur
„Der letzte Mohikaner“ wurde mehrfach verfilmt, wobei die bekannteste Adaptation aus dem Jahr 1992 mit Daniel Day-Lewis in der Hauptrolle stammt. Diese Version gilt als Meilenstein des Abenteuerfilms und wurde sowohl von Kritikern als auch vom Publikum gefeiert. Der Film gewann einen Oscar für den besten Ton und wurde für weitere Auszeichnungen nominiert.
Die Geschichte beeinflusste das Genre des Western-Films maßgeblich und etablierte viele Klischees über das Leben an der amerikanischen Grenze. Gleichzeitig trug sie dazu bei, das Bewusstsein für die Tragödie der indigenen Völker Amerikas zu schärfen. Moderne Interpretationen des Stoffes versuchen, eine ausgewogenere Darstellung der historischen Ereignisse zu bieten.
Sendetermin und Altersfreigabe bei 3sat
Die Ausstrahlung erfolgt am heutigen 27. Februar ab 22:25 Uhr im Rahmen des Abendprogramms von 3sat. Der Film ist für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben, was auf die intensiven Kampfszenen, dramatischen Inhalte und teilweise explizite Gewaltdarstellungen zurückzuführen ist. Mit einer Laufzeit von knapp zwei Stunden bietet das Werk ausreichend Zeit für die Entwicklung der vielschichtigen Charaktere und der komplexen Handlungsstränge.
Das Kolonialkriegsepos verspricht einen spannungsreichen Abend für Liebhaber historischer Abenteuerfilme. Die Kombination aus Action, Drama und historischem Hintergrund macht den Film zu einem besonderen Fernseherlebnis im anspruchsvollen Programm von 3sat, das regelmäßig Klassiker der Filmgeschichte präsentiert.