Warner Bros. Discovery arbeitet an dem ersten Game of Thrones Kinofilm, der die Geschichte von Aegon I. Targaryen auf die große Leinwand bringen soll. Das Drehbuch stammt von Beau Willimon, dem Schöpfer der Netflix-Serie House of Cards, wie das Studio bekannt gab. Die Ankündigung markiert einen Wendepunkt für das Franchise, das bislang ausschließlich im Fernsehen zu Hause war.
Aegon der Eroberer als Hauptfigur des Films
Der geplante Blockbuster wird sich auf Aegon den Eroberer konzentrieren, jenen legendären Targaryen-König, der vor 300 Jahren die Sieben Königslande vereinte. Diese Figur gilt als einer der bedeutendsten Herrscher in der Geschichte von Westeros und eroberte mit seinen drei Drachen Balerion, Vhagar und Meraxes weite Teile des Kontinents. Die Filmhandlung soll mehrere Jahrhunderte vor den Ereignissen der ursprünglichen HBO-Serie spielen und könnte die berühmte Eroberung von Königsmund sowie die Schlacht auf dem Feld des Feuers zeigen.
Aegons Eroberungsfeldzug dauerte zwei Jahre und veränderte die politische Landschaft von Westeros für immer. Gemeinsam mit seinen Schwestern und Ehefrauen Visenya und Rhaenys unterwarf er sechs der sieben Königreiche. Nur Dorne widerstand erfolgreich den Drachen und wurde erst später durch Heirat in das Reich eingegliedert. Diese epische Geschichte bietet reichlich Material für spektakuläre Schlachtenszenen und politische Intrigen.
Großes Kino-Spektakel nach dem Vorbild von Dune
Das Studio plant den Film als episches Spektakel, das in seiner Dimension an erfolgreiche Fantasy-Blockbuster wie Denis Villeneuves Dune-Verfilmungen erinnern soll. Mit einem entsprechend hohen Budget will Warner Bros. die Schlacht- und Drachenszenen in bisher ungekannter Qualität auf die Leinwand bringen. Die Produktion soll die visuellen Möglichkeiten des Kinos voll ausschöpfen und dabei die düstere Atmosphäre der Vorlage bewahren.
Besonders die Darstellung der drei Drachen wird eine technische Herausforderung darstellen. Während House of the Dragon bereits beeindruckende Drachen-CGI lieferte, sollen die Kinoproduktion noch einen Schritt weitergehen. Branchenexperten spekulieren über ein Budget von mindestens 200 Millionen Dollar, um die gewaltigen Schlachten und die Zerstörung von Harrenhal angemessen zu inszenieren. Die Wahl der Drehorte wird ebenfalls entscheidend sein, um die verschiedenen Königreiche authentisch darzustellen.
Beau Willimon bringt politische Expertise mit
Die Verpflichtung von Beau Willimon als Drehbuchautor unterstreicht die Ambitionen des Projekts erheblich. Der erfahrene Autor bewies bereits mit House of Cards sein außergewöhnliches Gespür für komplexe politische Intrigen und Machtspiele, die auch für die Welt von Westeros charakteristisch sind. Willimon arbeitete zuvor auch an der Serie The First und verfügt über umfangreiche Erfahrung mit vielschichtigen Charakterstudien.
Seine Herangehensweise an politische Narrative könnte dem Game of Thrones-Universum neue Perspektiven eröffnen. Willimon ist bekannt dafür, moralisch ambivalente Figuren zu erschaffen und die Mechanismen der Macht präzise zu analysieren. Diese Fähigkeiten passen perfekt zu Aegons Geschichte, die sowohl Eroberung als auch staatsmännische Weitsicht umfasst. Der Autor wird vor der Herausforderung stehen, eine in sich geschlossene Geschichte zu erzählen, die sowohl Neulinge als auch Franchise-Kenner anspricht.
Expansion des Westeros-Universums ins Kino
Nach dem Ende der Hauptserie 2019 und dem Erfolg von House of the Dragon erweitert Warner Bros. das Game of Thrones Universum nun erstmals um eine Kinoproduktion. Bislang beschränkte sich das Franchise auf das Fernsehen, wo bereits mehrere Spin-off-Serien in Entwicklung sind. Der Aegon-Film markiert damit einen wichtigen Schritt in der Vermarktungsstrategie des Studios und könnte bei Erfolg weitere Kinoadaptionen nach sich ziehen.
Das Studio entwickelt parallel mehrere weitere Projekte, darunter eine Serie über Dunk und Egg sowie eine Adaption der Geschichten um die Seefahrerin Nymeria. Der Kinofilm könnte als Testballon dienen, um das Publikumsinteresse an großformatigen Westeros-Geschichten zu messen. Analysten sehen in der Kinoadaption eine logische Erweiterung des bereits etablierten Franchise-Erfolgs.
Herausforderungen und Erwartungen der Fans
Die Ankündigung stößt bei Fans auf gemischte Reaktionen, da das Ende von Game of Thrones kontrovers diskutiert wurde. Viele hoffen, dass ein Kinofilm die Qualität der frühen Staffeln zurückbringen kann. Die Konzentration auf Aegon den Eroberer bietet den Vorteil einer in sich geschlossenen Geschichte ohne Verbindung zu den umstrittenen späteren Entwicklungen der Hauptserie.
Ein Starttermin für die Dreharbeiten oder das Kinodebüt wurde noch nicht bekannt gegeben. Branchenkenner erwarten jedoch, dass die Vorproduktion bereits 2024 beginnen könnte, um einen Kinostart in den Jahren 2026 oder 2027 zu ermöglichen. Mit diesem ambitionierten Projekt betritt Warner Bros. Neuland und testet, ob das Game of Thrones-Franchise auch auf der großen Leinwand nachhaltigen Erfolg erzielen kann.