Die 98. Academy Awards sind Geschichte und haben vor über 25 Millionen Zuschauern klare Verhältnisse geschaffen. Während das Drei-Generationen-Drama One Battle After Another mit gleich sechs Goldjungen zum absoluten Abräumer des Abends wurde, erlebte die Tischtennis-Biografie Marty Supreme eine historische Bruchlandung. Ich habe mir die Gewinner, die Verlierer und die größten Überraschungen der diesjährigen Verleihung angesehen.
Quick-Check: Die Oscars 2026 im Überblick
| Kategorie / Fokus | Gewinner & Verlierer |
| Der Abräumer | One Battle After Another (6 Oscars, u.a. Bester Film, Beste Regie) |
| Der große Verlierer | Marty Supreme (5 Nominierungen, 0 Oscars) |
| Die Überraschung | Elena Rodriguez gewinnt Beste Nebendarstellerin (Midnight in Barcelona) |
| Technik & Sound | Echoes of Tomorrow (2 Oscars: VFX & Ton) |
Der Siegeszug von „One Battle After Another“
Das 45-Millionen-Dollar-Projekt von Regisseur Marcus Chen galt schon im Vorfeld als Favorit, hat die Erwartungen aber sogar noch übertroffen. Der Film sicherte sich die absoluten Königskategorien: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Kamera, Schnitt und Filmmusik.
Was dieses Projekt so besonders macht: Es war ein riskantes Unterfangen. Als internationale Koproduktion zwischen amerikanischen, britischen und französischen Studios gedreht, zeigt der Erfolg deutlich, in welche Richtung sich Hollywood entwickelt. Die Academy belohnt zunehmend globale, vielschichtige Erzählstrukturen, die über den klassischen US-Tellerrand hinausblicken. Für Chen ist es nach zwei erfolglosen Nominierungen endlich der verdiente Durchbruch.
Der tiefe Fall von „Marty Supreme“
Wo es strahlende Sieger gibt, gibt es auch bittere Verlierer. Für Marty Supreme hätte der Abend nicht schlechter laufen können. Die 28-Millionen-Dollar-Sportbiografie über den Tischtennisspieler Martin Goldberg ging trotz fünf Nominierungen komplett leer aus.
Besonders bitter: Hauptdarsteller Timothy Walsh galt eigentlich als sicherer Bank-Kandidat für den besten Hauptdarsteller, wurde aber eiskalt abserviert. Aus Branchensicht ist dieses 0:5-Desaster ein massiver Rückschlag, der geplante Fortsetzungen oder Spin-offs des Films nun ernsthaft in Gefahr bringen dürfte.
Meine Einschätzung: Budget ist nicht alles
Neben dem Blockbuster-Battle gab es auch Lichtblicke abseits der großen Budgets. Mein persönliches Highlight des Abends war der Sieg der 34-jährigen Elena Rodriguez als Beste Nebendarstellerin. Ihr Independentfilm Midnight in Barcelona kostete gerade einmal 3,2 Millionen Dollar – ein absoluter Bruchteil der Konkurrenz. Dass sie sich gegen etablierte Hollywood-Größen durchsetzen konnte, beweist, dass schauspielerische Brillanz am Ende auch ohne massive PR-Kampagnen gewinnen kann.
Zudem rundeten Voices Unheard (Bester Dokumentarfilm) und Paper Dreams (Bester animierter Kurzfilm) eine Verleihung ab, die zwar einen dominanten Spitzenreiter hatte, aber in der Breite die globale Ausrichtung der modernen Filmindustrie unterstreicht.