Hollywood-Star Brendan Fraser erlebte während der Dreharbeiten zu „Furry Vengeance“ offenbar seine persönliche Hölle. Der Schauspieler empfand die Komödie aus dem Jahr 2010 als derart schlecht, dass er sich regelrecht vor seinem eigenen Film versteckte und sogar versuchte, das Projekt zu stoppen. Die Situation eskalierte so sehr, dass Fraser täglich mit dem Gedanken spielte, seine Schauspielkarriere zu beenden.
Versteckspiel im eigenen Fahrzeug
Nach Berichten aus Branchenkreisen suchte Fraser während der Produktion wiederholt Zuflucht in seinem Auto, um den Dreharbeiten zu entgehen. Die Situation war für den erfahrenen Darsteller so unerträglich geworden, dass er aktiv nach Wegen suchte, seine Beteiligung an dem Projekt zu beenden. „Er versuchte es zu canceln“, heißt es aus gut informierten Quellen. Crew-Mitglieder berichteten später, dass Fraser oft stundenlang in seinem Wagen saß und Telefonate mit seinem Agenten führte, um einen Ausweg aus dem Vertrag zu finden.
Die Komödie, in der Fraser einen Immobilienentwickler spielt, der sich mit rachsüchtigen Waldtieren anlegt, entwickelte sich zu einem der größten Flops seiner Karriere. Bereits während der Entstehung schien dem Schauspieler bewusst gewesen zu sein, dass das Endprodukt seine Erwartungen nicht erfüllen würde. Das Drehbuch war nach Frasers Ansicht voller platter Witze und kindischer Slapstick-Einlagen, die seiner schauspielerischen Reputation schadeten.
Produktionschaos und vertragliche Zwänge
Die Dreharbeiten zu „Furry Vengeance“ gestalteten sich von Beginn an problematisch. Fraser hatte sich ursprünglich für das Projekt entschieden, weil er nach den körperlich anstrengenden „Mumie“-Filmen eine leichtere Komödie drehen wollte. Doch schnell wurde klar, dass die Arbeit mit animierten Tieren und Green-Screen-Technologie seine eigenen Herausforderungen mit sich brachte. Der Schauspieler musste oft gegen unsichtbare Gegner agieren, was seine Frustration zusätzlich anheizte.
Besonders belastend war für Fraser die Erkenntnis, dass seine kreativen Einwände vom Regisseur und den Produzenten ignoriert wurden. Er schlug mehrfach Änderungen am Drehbuch vor und wollte seinem Charakter mehr Tiefe verleihen, stieß jedoch auf taube Ohren. Die Produktionsfirma war ausschließlich darauf fokussiert, einen familientauglichen Film für die Schulferien zu produzieren, ohne Rücksicht auf künstlerische Qualität.
Karriere-Tiefpunkt nach erfolgreichen Jahren
Für Fraser, der zuvor mit Blockbustern wie „Die Mumie“ und „George – Der aus dem Dschungel kam“ große Erfolge feierte, markierte „Furry Vengeance“ einen deutlichen Wendepunkt. Der Film erhielt vernichtende Kritiken und spielte an den Kinokassen nur einen Bruchteil seiner Produktionskosten wieder ein. Die Rotten Tomatoes-Bewertung lag bei erschreckenden elf Prozent, während die Produktionskosten von 35 Millionen Dollar nur 36 Millionen Dollar weltweit einspielten.
Besonders bitter für den Schauspieler dürfte gewesen sein, dass er sich trotz seiner Bedenken vertraglich nicht aus dem Projekt lösen konnte. Die Produktionsfirma bestand auf der Fertigstellung, obwohl Fraser seine Zweifel am Drehbuch und der Gesamtausrichtung des Films deutlich kommuniziert hatte. Seine Anwälte prüften verschiedene Ausstiegsklauseln, fanden jedoch keine rechtliche Handhabe für einen vorzeitigen Vertragsausstieg.
Auswirkungen auf die psychische Gesundheit
Die negativen Erfahrungen mit „Furry Vengeance“ verstärkten Frasers bereits angeschlagene psychische Verfassung. Der Schauspieler litt zu dieser Zeit unter den Nachwirkungen mehrerer Operationen, die durch Stunts in früheren Filmen notwendig geworden waren. Die Kombination aus körperlichen Schmerzen und beruflicher Unzufriedenheit führte zu einer Depression, die Fraser jahrelang begleitete.
In späteren Interviews beschrieb Fraser diese Phase als „dunkle Zeit“, in der er das Vertrauen in seine Fähigkeiten als Schauspieler verlor. Die öffentliche Demütigung durch den Filmflop und die damit verbundene Medienberichterstattung verstärkten seine Selbstzweifel. Er zog sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück und lehnte mehrere Filmangebote ab, aus Angst vor weiteren Misserfolgen.
Comeback nach schwierigen Zeiten
Die Zeit nach „Furry Vengeance“ war für Fraser von persönlichen und beruflichen Rückschlägen geprägt. Gesundheitliche Probleme und eine schwierige Scheidung warfen den einst gefeierten Action-Star zurück. Erst Jahre später gelang ihm mit Darren Aronofskys Drama „The Whale“ ein beeindruckendes Comeback, das ihm 2023 den Oscar als bester Hauptdarsteller einbrachte. Seine emotionale Dankesrede bei der Verleihung bewegte Millionen von Zuschauern weltweit.
Heute blickt Fraser offener auf die schwierigen Phasen seiner Laufbahn zurück und spricht ehrlich über Projekte, die nicht seinen Vorstellungen entsprachen. Seine Erfahrungen mit „Furry Vengeance“ dienen ihm als Mahnung, bei der Projektauswahl künftig noch sorgfältiger vorzugehen und seinem künstlerischen Instinkt mehr zu vertrauen. Der Schauspieler betont in Interviews, dass auch Rückschläge wichtige Lektionen vermitteln können.