Der preisgekrönte Weltkriegsfilm 1917 von Regisseur Sam Mendes läuft heute Sonntag um 23:00 Uhr auf BBC 2. Das Kriegsdrama mit George MacKay, Dean-Charles Chapman und Colin Firth erzählt die Geschichte einer lebensgefährlichen Mission während des Ersten Weltkriegs und gilt als einer der bedeutendsten Antikriegsfilme der vergangenen Jahre.
Handlung des oscarprämierten Kriegsdramas
Die Filmhandlung konzentriert sich auf zwei britische Soldaten, Lance Corporals Blake und Schofield, die während der Schlachten des Ersten Weltkriegs einen scheinbar unmöglichen Auftrag erhalten. Sie müssen durch das Niemandsland vordringen, um eine geplante Offensive zu stoppen, die in eine Falle führen würde. Dabei riskieren die beiden Protagonisten ihr Leben, um 1.600 Kameraden vor dem sicheren Tod zu bewahren. Die Mission wird besonders brisant, da Blakes eigener Bruder unter den bedrohten Soldaten ist.
Der Film spielt im April 1917 an der Westfront in Frankreich, als die deutschen Truppen sich strategisch zurückziehen und die britischen Einheiten in eine tödliche Falle locken wollen. General Erinmore beauftragt die beiden jungen Soldaten, eine Nachricht zu überbringen, die den geplanten Angriff des Devonshire-Regiments verhindern soll. Ihre Reise führt sie durch verwüstete Landschaften, zerstörte Städte und feindliches Territorium.
Technische Meisterleistung mit innovativer Kameraführung
Sam Mendes schuf mit seinem Kriegsepos eine kinematographische Sensation, die durch ihre einzigartige Erzählweise besticht. Der gesamte Film erweckt den Eindruck, als wäre er in einer einzigen, durchgehenden Kameraeinstellung gedreht worden. Diese innovative Technik versetzt die Zuschauer direkt in das Geschehen und lässt sie die Strapazen der Soldaten hautnah miterleben.
Tatsächlich besteht der Film aus mehreren langen Sequenzen, die nahtlos miteinander verbunden wurden. Kameramann Roger Deakins verwendete spezielle Steadicam-Techniken und choreographierte komplexe Kamerabewegungen, um die Illusion einer kontinuierlichen Aufnahme zu erzeugen. Die Dreharbeiten erforderten monatelange Vorbereitung und präzise Koordination zwischen Schauspielern, Kamerateam und Stuntkoordinatoren.
Internationale Auszeichnungen und Kritikerlob
Das Weltkriegsdrama erhielt zahlreiche prestigeträchtige Filmpreise und wurde von der Kritik einhellig gelobt. Bei den Academy Awards 2020 gewann der Film drei Oscars: Beste Kamera, Beste visuelle Effekte und Bester Tonschnitt. Zusätzlich erhielt er sieben weitere Nominierungen, darunter für den besten Film und die beste Regie.
Bei den Golden Globe Awards triumphierte 1917 als bester Film in der Kategorie Drama, während Sam Mendes als bester Regisseur ausgezeichnet wurde. Die British Academy Film Awards ehrten den Film mit insgesamt sieben BAFTA-Preisen, darunter für den besten britischen Film und die beste Kamera. Weltweit spielte das Kriegsdrama über 384 Millionen US-Dollar ein und wurde damit zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 2019.
Entstehungsgeschichte und historischer Hintergrund
Regisseur Sam Mendes ließ sich von Geschichten seines Großvaters Alfred Mendes inspirieren, der als Soldat im Ersten Weltkrieg gedient hatte. Diese persönlichen Erzählungen bildeten die Grundlage für das Drehbuch, das Mendes gemeinsam mit Krysty Wilson-Cairns entwickelte. Die Filmemacher legten großen Wert auf historische Authentizität und arbeiteten eng mit Militärhistorikern zusammen.
Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in England und Schottland statt, wo aufwendige Schützengräben und Schlachtfelder nachgebaut wurden. Das Produktionsteam verwendete praktische Effekte und echte Explosionen, um die Realität des Krieges möglichst authentisch darzustellen. Über 500 Komparsen in originalgetreuen Uniformen verstärkten die Glaubwürdigkeit der Schlachtszenen.
Besetzung und schauspielerische Leistungen
Die Hauptrollen übernahmen die damals noch relativ unbekannten Schauspieler George MacKay und Dean-Charles Chapman, die durch ihre authentischen Darstellungen internationalen Durchbruch feierten. In Nebenrollen sind etablierte Stars wie Colin Firth, Benedict Cumberbatch, Richard Madden und Andrew Scott zu sehen. Diese bewusste Mischung aus newcomern und bekannten Gesichtern verstärkt die Authentizität der Kriegsdarstellung.
MacKay und Chapman durchliefen ein intensives Training, um ihre Rollen als Soldaten glaubhaft verkörpern zu können. Sie lernten militärische Bewegungsabläufe, den Umgang mit Waffen der damaligen Zeit und studierten historische Aufzeichnungen von Weltkriegsveteranen. Ihre körperlich anspruchsvollen Leistungen trugen maßgeblich zum Erfolg des Films bei.
Filmfans haben heute Abend die Gelegenheit, dieses beeindruckende Kriegsdrama im Fernsehen zu erleben. Die BBC-Ausstrahlung bietet Zuschauern die Möglichkeit, einen der wichtigsten Filme über den Ersten Weltkrieg der letzten Dekade zu sehen, ohne ins Kino gehen zu müssen. Die Fernsehpremiere macht das oscarprämiierte Meisterwerk einem breiten Publikum zugänglich.