Die berühmte Rue Foyatier-Treppe in Paris erlebt einen enormen Besucheransturm, nachdem sie als spektakulärer Schauplatz in „John Wick: Chapter 4“ zu sehen war. Filmfans aus aller Welt pilgern zu der historischen Steintreppe, um die ikonischen Szenen mit Keanu Reeves nachzustellen. Die 222 Stufen zählende Treppe hat sich binnen weniger Monate von einem lokalen Wahrzeichen zu einer internationalen Touristenattraktion entwickelt.
Montmartre-Treppe wird zur Filmkulisse
Die majestätische Treppe verbindet das lebhafte Quartier Pigalle mit der berühmten Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmartre-Hügel. In dem Actionthriller diente sie als dramatischer Schauplatz für eine der spektakulärsten Kampfsequenzen des Films. Die steinernen Stufen, die bereits 1867 während der Haussmann’schen Stadtplanung erbaut wurden, erhielten durch den Hollywood-Blockbuster eine völlig neue Bedeutung für Touristen.
Die Dreharbeiten für „John Wick: Chapter 4“ fanden im Sommer 2021 statt und erforderten eine wochenlange Sperrung der Treppe. Regisseur Chad Stahelski wählte die Lokation bewusst wegen ihrer einzigartigen Architektur und der dramatischen Höhenunterschiede aus. Die Filmcrew installierte spezielle Kameraführungen entlang der Stufen, um die dynamischen Actionsequenzen optimal einzufangen.
Bereits wenige Wochen nach dem Kinostart des vierten John Wick-Films strömten täglich hunderte Besucher zu der Treppe. Viele von ihnen versuchen, die charakteristischen Szenen des Films nachzuahmen oder Selfies an den markanten Stellen zu machen, an denen Keanu Reeves seine Stunts vollführte. Besonders beliebt sind die oberen Stufen, wo eine der intensivsten Kampfszenen gedreht wurde.
Filmtourismus verändert Pariser Wahrzeichen
Die lokalen Behörden berichten von einem Anstieg der Besucherzahlen um mehr als 40 Prozent seit der Filmpremiere im März 2023. Dieser Trend spiegelt die wachsende Bedeutung des Filmtourismus wider, bei dem Drehorte zu eigenständigen Attraktionen werden. Paris profitiert dabei besonders stark von seiner Rolle als internationale Filmkulisse, die bereits in über 1.200 Filmen zu sehen war.
Das Phänomen des Filmtourismus generiert jährlich mehrere Milliarden Euro weltweit. Studien zeigen, dass etwa 40 Prozent aller Touristen ihre Reiseziele teilweise aufgrund von Filmen oder Fernsehserien auswählen. Die John Wick-Treppe reiht sich damit in eine Liste berühmter Filmdrehorte ein, zu denen auch die „Rocky“-Stufen in Philadelphia oder die „Joker“-Treppe in der Bronx gehören.
Anwohner des Viertels zeigen sich jedoch zunehmend besorgt über die Menschenmassen. Besonders an Wochenenden kommt es zu Staus auf der ohnehin schmalen Treppe, was den Alltag der Bewohner erheblich beeinträchtigt. Die Stadt erwägt bereits Maßnahmen zur Besucherlenkung, um das historische Ambiente zu bewahren und die Lebensqualität der Anwohner zu schützen.
Actionfilm macht Pariser Architektur weltberühmt
„John Wick: Chapter 4“ nutzte zahlreiche Pariser Schauplätze, darunter den Arc de Triomphe, die Kirche Saint-Eustache und verschiedene Métro-Stationen. Doch keine Lokation erlangte eine vergleichbare Berühmtheit wie die Rue Foyatier. Die Treppe bot den Filmemachern eine einzigartige Kulisse für die aufwendig choreografierten Kampfszenen, die zu den Höhepunkten des Films zählen.
Die Produktionskosten für die Dreharbeiten in Paris beliefen sich auf geschätzte 15 Millionen Euro, wovon ein erheblicher Teil in die lokale Wirtschaft floss. Etwa 300 französische Filmschaffende waren an der Produktion beteiligt, von Stuntleuten bis hin zu Locationscouts. Die aufwendigen Dreharbeiten erforderten die Zusammenarbeit mit über 20 verschiedenen Pariser Behörden und Institutionen.
Reiseführer haben die Treppe bereits in ihre Paris-Touren aufgenommen und bieten spezielle „John Wick“-Rundgänge an. Hotels in der Umgebung verzeichnen eine gestiegene Nachfrage, insbesondere von amerikanischen und asiatischen Touristen, die auf den Spuren des Kultfilms wandeln möchten. Das Hotel Particulier Montmartre berichtet von einer Auslastungssteigerung um 25 Prozent seit der Filmpremiere.
Kultureller Einfluss und wirtschaftliche Auswirkungen
Die Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie moderne Blockbuster historische Orte neu definieren können. Für Paris bedeutet dies eine weitere Attraktion, die internationale Besucher anzieht und die kulturelle Vielfalt der französischen Hauptstadt unterstreicht. Kulturexperten sehen darin eine moderne Form der Stadtvermarktung, die traditionelle Tourismusförderung ergänzt.
Das Office du Tourisme de Paris schätzt, dass der John Wick-Effekt zusätzliche Tourismuseinnahmen von etwa 8 Millionen Euro pro Jahr generiert. Diese Zahlen unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung des Filmtourismus für die französische Hauptstadt. Gleichzeitig plant die Stadt, ähnliche Kooperationen mit anderen Filmproduktionen zu intensivieren, um Paris als attraktive Filmkulisse zu positionieren.