Der Streaming-Anbieter MUBI kündigt für Februar 2026 ein besonderes Programm an, das sich auf zwei thematische Schwerpunkte konzentriert. Neben einer umfassenden Filmsammlung des renommierten iranischen Filmemachers Jafar Panahi widmet sich die Plattform dem Black History Month mit einer kuratierten Auswahl bedeutender Werke.
Iranisches Kino im Fokus der Streaming-Plattform
Die geplante Retrospektive zu Jafar Panahi ergänzt den zeitgleichen Kinostart seines neuesten Films „Ein einfacher Unfall“. MUBI nutzt diese Gelegenheit, um das Schaffen des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Panahi gilt als einer der wichtigsten Vertreter des zeitgenössischen iranischen Kinos und wurde international für seine gesellschaftskritischen Arbeiten gefeiert.
Der Filmemacher, der seit Jahren unter politischen Restriktionen in seinem Heimatland arbeitet, hat trotz schwieriger Umstände kontinuierlich neue Werke geschaffen. Seine Filme zeichnen sich durch eine besondere Erzählweise aus und behandeln oft gesellschaftliche Themen mit subtiler Kritik. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen „Offside“ (2006), „Taxi Teheran“ (2015) und „Drei Gesichter“ (2018), die alle internationale Auszeichnungen erhielten.
Die MUBI Jafar Panahi Werkschau umfasst voraussichtlich zwölf Filme aus verschiedenen Schaffensperioden des Regisseurs. Besonders hervorzuheben sind seine frühen Werke wie „Der weiße Ballon“ (1995) und „Der Kreis“ (2000), die bereits seine charakteristische Handschrift zeigen. Diese Filme thematisieren die Stellung der Frau in der iranischen Gesellschaft und gesellschaftliche Zwänge mit bemerkenswerter Sensibilität.
Black History Month mit filmhistorischen Meilensteinen
Parallel zur Panahi-Werkschau präsentiert der Arthouse-Dienst eine sorgfältig zusammengestellte Filmreihe zum Black History Month. Diese Sammlung spannt einen weiten Bogen von den Anfängen des Stummfilms bis zu zeitgenössischen Produktionen und würdigt die Leistungen schwarzer Regisseure, Produzenten und Schauspieler.
Die Auswahl umfasst sowohl historische Klassiker als auch moderne Meisterwerke, die wichtige Kapitel der Filmgeschichte repräsentieren. Dabei stehen Werke im Mittelpunkt, die nicht nur künstlerisch bedeutsam sind, sondern auch gesellschaftliche Entwicklungen und kulturelle Veränderungen dokumentieren. Zu den geplanten Highlights gehören Filme von Oscar Micheaux, dem Pionier des schwarzen Independent-Kinos, sowie Arbeiten zeitgenössischer Regisseure wie Barry Jenkins und Ari Aster.
Die Programmierung berücksichtigt verschiedene Genres und Epochen, von den Harlem Renaissance-Filmen der 1920er Jahre bis zu aktuellen Produktionen, die sich mit Themen wie Rassismus, Identität und kulturellem Erbe auseinandersetzen. Besondere Aufmerksamkeit erhalten dabei auch weniger bekannte Werke, die bisher nur einem Fachpublikum zugänglich waren.
Streaming-Strategie für anspruchsvolle Filmkultur
Mit dieser Programmgestaltung unterstreicht MUBI seine Position als spezialisierte Plattform für Filmliebhaber und Cineasten. Der Dienst setzt bewusst auf kuratierte Inhalte statt auf Masse und richtet sich an ein Publikum, das Wert auf künstlerisch anspruchsvolle Produktionen legt. Die Plattform, die in über 190 Ländern verfügbar ist, hat sich seit ihrer Gründung 2007 als Alternative zu den großen Mainstream-Anbietern etabliert.
Die thematischen Schwerpunkte zeigen, wie Streaming-Anbieter gezielt kulturelle Ereignisse und gesellschaftliche Diskurse aufgreifen können. Durch die Verbindung von aktuellen Kinostarts mit retrospektiven Betrachtungen schafft die Plattform einen Mehrwert für ihre Abonnenten. Diese Strategie hat sich bereits in der Vergangenheit bewährt, etwa bei den erfolgreichen Retrospektiven zu Agnes Varda und Andrei Tarkovsky.
Bedeutung für die internationale Filmlandschaft
Die Entscheidung, Jafar Panahis Werk prominent zu präsentieren, unterstreicht die wachsende Bedeutung des iranischen Kinos auf internationaler Ebene. Trotz politischer Hindernisse und Zensur haben iranische Filmemacher in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich Werke von Weltrang geschaffen. Panahis Filme erreichen dabei ein Publikum weit über die Grenzen des Arthouse-Kinos hinaus.
Die parallele Würdigung schwarzer Filmgeschichte im Rahmen des Black History Month verdeutlicht MUBIs Engagement für Diversität und gesellschaftliche Relevanz. Diese Programmierung trägt dazu bei, historisch unterrepräsentierte Stimmen im Kino sichtbar zu machen und einem globalen Publikum zugänglich zu machen.
Das Februar-Programm 2026 verdeutlicht MUBIs Engagement für internationale Filmkunst und gesellschaftlich relevante Themen. Die Kombination aus iranischem Autorenkino und der Würdigung schwarzer Filmgeschichte bietet den Nutzern vielfältige Perspektiven auf das Medium Film und stärkt die Position der Plattform als kultureller Vermittler in der digitalen Medienlandschaft.