Der französische Actionthriller Nikita von Regisseur Luc Besson wird heute Abend im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Der Film aus dem Jahr 1990 mit Anne Parillaud in der Hauptrolle gilt als Meilenstein des europäischen Actionkinos und begeistert auch drei Jahrzehnte nach seiner Premiere noch Millionen von Zuschauern weltweit. Die Ausstrahlung erfolgt um 20:15 Uhr auf Arte und bietet deutschen Filmfans die seltene Gelegenheit, diesen Kultfilm in der ursprünglichen französischen Fassung mit deutschen Untertiteln zu erleben.
Anne Parillaud brilliert als tödliche Auftragskillerin
In der Titelrolle verkörpert die französische Schauspielerin Anne Parillaud eine junge Frau namens Nikita, die nach einem gescheiterten Raubüberfall von einem Geheimdienst rekrutiert und zur professionellen Auftragsmörderin ausgebildet wird. Parillauds intensive Darstellung der verwundbaren und gleichzeitig gefährlichen Protagonistin machte sie über Nacht zum internationalen Star. Für ihre Leistung erhielt sie den César-Filmpreis als beste Hauptdarstellerin und wurde für den BAFTA-Award nominiert.
Die Schauspielerin, die vor Nikita hauptsächlich in französischen Produktionen zu sehen war, musste für die Rolle eine körperlich anspruchsvolle Ausbildung absolvieren. Mehrere Monate lang trainierte sie Kampfsport, Waffenhandhabung und Akrobatik, um die Actionszenen authentisch darstellen zu können. Ihre Verwandlung von der drogenabhängigen Kleinkriminellen zur eleganten Killerin wurde zu einer der eindrucksvollsten Charakterentwicklungen der Filmgeschichte.
Luc Besson schuf einen Klassiker des Actiongenres
Regisseur Luc Besson, der später mit Filmen wie „Léon – Der Profi“ und „Das fünfte Element“ weltberühmt wurde, etablierte mit Nikita seinen charakteristischen Stil aus poetischer Gewalt und emotionaler Tiefe. Der Film kombiniert spektakuläre Actionsequenzen mit einer berührenden Liebesgeschichte und psychologischen Elementen. Bessons innovative Kameraführung und der pulsierende Soundtrack von Éric Serra prägten das Actionkino der 1990er Jahre nachhaltig.
Besson schrieb das Drehbuch bereits 1989 und ließ sich dabei von verschiedenen Thriller-Klassikern inspirieren. Die Idee einer weiblichen Auftragskillerin war zu dieser Zeit revolutionär, da das Genre traditionell von männlichen Protagonisten dominiert wurde. Mit einem Budget von nur 50 Millionen Franc schuf Besson einen visuell beeindruckenden Film, der internationale Maßstäbe setzte. Die berühmte Restaurantszene, in der Nikita ihren ersten Auftrag ausführt, gilt heute als Lehrstück für Spannungsaufbau im Kino.
Internationale Erfolgsgeschichte und Hollywood-Adaptionen
Nikita wurde nicht nur in Europa ein großer Erfolg, sondern eroberte auch die internationalen Kinocharts. Der Film spielte weltweit über 50 Millionen Dollar ein und erhielt zahlreiche Auszeichnungen bei internationalen Filmfestivals. In Deutschland lockte der Thriller über 800.000 Zuschauer in die Kinos und etablierte Luc Besson als einen der wichtigsten europäischen Regisseure seiner Generation.
Hollywood erkannte das Potenzial der Geschichte und produzierte 1993 mit „Codename: Nina“ ein Remake mit Bridget Fonda unter der Regie von John Badham. Obwohl das amerikanische Remake kommerziell erfolgreich war, erreichte es nie die künstlerische Qualität des Originals. Später entstanden auch eine amerikanische Fernsehserie namens „La Femme Nikita“ (1997-2001) und eine modernere TV-Adaption „Nikita“ (2010-2013), die alle auf Bessons ursprünglicher Vision basierten.
Kultureller Einfluss und zeitlose Relevanz
Die Geschichte der Nikita zeigt eindrucksvoll, wie sich eine Außenseiterin in einer brutalen Welt behauptet und dabei ihre Menschlichkeit zu bewahren versucht. Themen wie Identität, staatliche Manipulation und die Suche nach Liebe machen den Film auch heute noch relevant. Bessons meisterhafte Inszenierung verwandelt einen simplen Racheplot in ein vielschichtiges Drama über Transformation und Selbstbestimmung.
Der Film beeinflusste eine ganze Generation von Filmemachern und etablierte das Subgenre der „Female Action Heroes“ im Kino. Spätere Produktionen wie „Kill Bill“ von Quentin Tarantino oder „Atomic Blonde“ zeigen deutliche Einflüsse von Nikita. Die Mischung aus Brutalität und Eleganz, die Besson perfektionierte, wurde zum Markenzeichen des modernen Actionkinos.
Für Fans des Actiongenres und Liebhaber des europäischen Kinos bietet die heutige Ausstrahlung die perfekte Gelegenheit, diesen zeitlosen Klassiker zu erleben oder wiederzuentdecken. Nikita bleibt ein herausragendes Beispiel dafür, wie intelligentes Actionkino aussehen kann, das sowohl unterhalten als auch zum Nachdenken anregen will.