Der neue Peaky Blinders Film auf Netflix hat Fans der britischen Gangster-Serie wieder in seinen Bann gezogen. Wer nach dem Abspann noch nicht genug von der düsteren Atmosphäre des Birmingham der 1920er Jahre hat, findet in anderen Produktionen ähnliche Elemente und Stimmungen. Die charakteristische Mischung aus Familiendramen, historischen Kulissen und kriminellen Machenschaften lässt sich in verschiedenen internationalen Serien wiederfinden.
Historische Gangster-Dramen als Alternative
Mehrere Serien bieten eine vergleichbare Mischung aus historischem Setting und kriminellen Machenschaften. Boardwalk Empire führt Zuschauer ins atlantische Amerika der Prohibitionszeit, wo Nucky Thompson ähnlich wie Tommy Shelby ein kriminelles Imperium aufbaut. Die HBO-Produktion besticht durch detailgetreue Kostüme, atmosphärische Schauplätze und komplexe Charakterzeichnungen, die an die Shelby-Familie erinnern.
Babylon Berlin versetzt das Gangster-Genre ins Deutschland der Weimarer Republik. Die deutsche Produktion kombiniert politische Intrigen mit organisiertem Verbrechen und bietet eine visuelle Pracht, die der britischen Vorlage in nichts nachsteht. Rauchige Nachtclubs, elegante Ballsäle und die Spannung zwischen alter und neuer Welt prägen diese aufwendige Produktion.
Die italienische Serie Gomorrha transportiert die Gangster-Thematik in die moderne Zeit, behält aber die familiären Strukturen und moralischen Dilemmata bei, die Peaky Blinders so fesselnd machen. Die rohe Darstellung der neapolitanischen Camorra zeigt ähnliche Loyalitätskonflikte und Machtspiele.
Britische Produktionen mit ähnlichem Flair
Die britische Fernsehlandschaft bietet verschiedene Alternativen, die sowohl die geografische Nähe als auch den typischen Humor und die gesellschaftlichen Spannungen der Ära widerspiegeln. Ripper Street entführt Zuschauer ins viktorianische London, wo Detektiv Edmund Reid nach den Jack-the-Ripper-Morden für Ordnung sorgt. Die BBC-Serie teilt mit Peaky Blinders die düstere Grundstimmung und die Darstellung sozialer Umbrüche.
The Crown mag auf den ersten Blick wenig mit Tommy Shelbys Welt gemeinsam haben, doch beide Serien zeigen britische Familiendynastien unter extremem Druck. Die Netflix-Produktion über das Königshaus behandelt ähnliche Themen wie Loyalität, Tradition und den Wandel der Zeit, allerdings aus aristokratischer Perspektive.
Produktionen aus dem Vereinigten Königreich verstehen es besonders gut, die Atmosphäre der Nachkriegszeit einzufangen. Call the Midwife zeigt zwar eine völlig andere Gesellschaftsschicht, teilt aber die authentische Darstellung des London der 1950er und 1960er Jahre. Die Serie verdeutlicht die sozialen Veränderungen jener Epoche aus einem anderen Blickwinkel.
Internationale Serien mit verwandten Elementen
Auch außerhalb Großbritanniens entstanden Serien, die ähnliche stilistische und thematische Ansätze verfolgen. Narcos erzählt die Geschichte der kolumbianischen Drogenkartelle und zeigt wie Peaky Blinders den Aufstieg krimineller Organisationen. Die Netflix-Produktion besticht durch authentische Schauplätze, komplexe Charaktere und die Darstellung historischer Ereignisse.
The Sopranos gilt als Meilenstein des Gangster-Genres und teilt mit der britischen Serie die Fokussierung auf Familienbande innerhalb krimineller Strukturen. Tony Soprano kämpft wie Tommy Shelby mit den Herausforderungen, Familie und Verbrechen unter einen Hut zu bringen.
Die französische Serie Marseille mit Gérard Depardieu zeigt politische Korruption und organisierte Kriminalität an der Côte d’Azur. Ähnlich wie Peaky Blinders vermischt die Produktion persönliche Dramen mit gesellschaftlichen Machtkämpfen und bietet eine mediterrane Variante des Gangster-Genres.
Streaming-Plattformen als Fundgrube
Netflix, Amazon Prime und andere Anbieter haben ihr Angebot an historischen Dramen in den vergangenen Jahren erheblich erweitert. Mindhunter behandelt zwar moderne Kriminalität, teilt aber mit Peaky Blinders die psychologische Tiefe und die düstere Atmosphäre. Die Serie über FBI-Profiler zeigt ähnlich komplexe Charakterstudien.
Ozark versetzt das Familien-Gangster-Drama in die amerikanische Gegenwart. Die Netflix-Serie zeigt wie eine bürgerliche Familie in die Welt der Geldwäsche hineingezogen wird und dabei ähnliche moralische Konflikte durchlebt wie die Shelbys.
Was diese Alternativen auszeichnet
Alle empfohlenen Serien teilen bestimmte Qualitätsmerkmale mit Peaky Blinders. Dazu gehören komplexe Charaktere, die zwischen Gut und Böse wandeln, sowie eine sorgfältige Rekonstruktion historischer Epochen oder authentischer Milieus. Die Produktionen zeichnen sich durch hochwertige Kostüme, atmosphärische Schauplätze und durchdachte Soundtracks aus.
Besonders wichtig ist die Darstellung von Familienloyalität unter extremen Umständen. Ob bei den Sopranos, den Shelbys oder den Byrdes aus Ozark – alle diese Serien zeigen, wie familiäre Bande sowohl Stärke als auch Schwäche bedeuten können. Die Protagonisten bewegen sich in moralischen Grauzonen und treffen Entscheidungen, die Zuschauer sowohl faszinieren als auch abstoßen.
Fans der Serie werden in diesen Alternativen vertraute Elemente wiederfinden: charismatische Anführer, die ihre Organisationen durch schwierige Zeiten navigieren, Verrat innerhalb der eigenen Reihen und die ständige Bedrohung durch Rivalen oder Behörden. Diese Gemeinsamkeiten machen den Übergang zu neuen Serien besonders reizvoll für eingefleischte Peaky Blinders-Anhänger.