Der niederländische Filmemacher Ruben van der Meer hat seinen ersten Kinofilm ‚Bad Slippers‘ fertiggestellt und spricht über seine Motivation, selbst Regie zu führen. Nach Jahren als Filmliebhaber wagte er den Schritt hinter die Kamera und verwirklichte sein eigenes Projekt auf der großen Leinwand. Das Werk entstand über einen Zeitraum von zwei Jahren und wurde mit einem begrenzten Budget von unter 500.000 Euro realisiert.
Vom Filmfan zum Regisseur: Der Weg zu ‚Bad Slippers‘
Van der Meer erklärt seine Entscheidung, selbst einen Film zu drehen, mit den Worten: „Ich will es auch einmal selbst machen.“ Diese Aussage verdeutlicht seinen Wunsch, von der passiven Rolle des Zuschauers in die aktive Position des Filmschaffenden zu wechseln. Seine langjährige Begeisterung für das Kino bildete das Fundament für diesen kreativen Sprung. Bereits seit seiner Jugend sammelte er über 3.000 Filme in seiner privaten Sammlung und studierte intensiv die Werke von Regisseuren wie Paul Thomas Anderson und den Coen-Brüdern.
Der Titel ‚Bad Slippers‘ deutet bereits auf eine unkonventionelle Herangehensweise hin. Van der Meer nutzte seine umfassenden Kenntnisse der Filmgeschichte und sein Verständnis für verschiedene Genres, um ein eigenständiges Werk zu schaffen, das seine persönliche Handschrift trägt. Das Drehbuch entwickelte er über 18 Monate hinweg und ließ dabei Einflüsse aus dem europäischen Arthouse-Kino einfließen. Die Geschichte behandelt die Midlife-Crisis eines Mannes, der durch einen simplen Hausschuh-Kauf in existenzielle Fragen verwickelt wird.
Kreative Herausforderungen beim Regiedebüt
Die Umsetzung seines ersten Kinofilms brachte verschiedene Hindernisse mit sich. Als Neuling in der Regiearbeit musste van der Meer lernen, seine Vision in konkrete Szenen umzusetzen und ein Team zu führen. Die technischen Aspekte der Filmproduktion stellten ihn vor neue Aufgaben, die sich deutlich von seiner bisherigen Rolle als Filmkonsument unterschieden. Besonders die Zusammenarbeit mit dem Kameramann und dem Tonteam erforderte eine steile Lernkurve, da er seine abstrakten Vorstellungen in präzise technische Anweisungen übersetzen musste.
Besonders die Balance zwischen künstlerischem Anspruch und praktischen Gegebenheiten erwies sich als komplexe Aufgabe. Van der Meer musste Kompromisse eingehen, ohne dabei seine ursprüngliche Idee zu verwässern. Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in Amsterdam und Umgebung statt, wobei wetterbedingte Verzögerungen das Budget zusätzlich belasteten. Ein ursprünglich geplanter Dreh in einem historischen Theater musste aufgrund von Kostensteigerungen in ein kleineres Studio verlegt werden.
Finanzierung und Produktionshürden
Die Finanzierung von ‚Bad Slippers‘ gestaltete sich als eine der größten Herausforderungen des Projekts. Van der Meer investierte zunächst 150.000 Euro aus eigenen Mitteln, bevor er weitere Unterstützung durch das Nederlandse Filmfonds und private Investoren erhielt. Die Suche nach Fördergeldern dauerte acht Monate und erforderte die Überarbeitung des ursprünglichen Konzepts, um den Anforderungen der Geldgeber zu entsprechen.
Die Besetzung des Films erfolgte größtenteils durch Castings in den Niederlanden und Belgien. Van der Meer entschied sich bewusst für weniger bekannte Schauspieler, um die Authentizität der Geschichte zu bewahren. Die Hauptrolle übernahm der Theater-Veteran Willem Dafoe (nicht zu verwechseln mit dem Hollywood-Star), der bereits in mehreren niederländischen Produktionen mitgewirkt hatte. Die Dreharbeiten erstreckten sich über 35 Drehtage, wobei van der Meer täglich 12 bis 14 Stunden am Set verbrachte.
Zukunftspläne in der Filmbranche
Mit seinem Debütfilm hat van der Meer den Grundstein für eine mögliche Karriere als Regisseur gelegt. Er äußert sich optimistisch über weitere Projekte und zeigt sich entschlossen, seine filmischen Fähigkeiten kontinuierlich zu entwickeln. Die Erfahrungen aus ‚Bad Slippers‘ dienen ihm als wertvolle Lerngrundlage für kommende Produktionen. Bereits jetzt arbeitet er an einem zweiten Drehbuch, das sich thematisch mit der digitalen Entfremdung in modernen Beziehungen beschäftigt.
Seine Herangehensweise unterscheidet sich von vielen anderen Nachwuchsregisseuren, da er bereits über ein tiefes Verständnis für Filmsprache und Erzähltechniken verfügt. Diese solide Basis könnte ihm dabei helfen, sich in der kompetitiven Filmlandschaft zu etablieren und eigene Akzente zu setzen. Van der Meer plant, in den nächsten fünf Jahren mindestens zwei weitere Filme zu realisieren und dabei seine Expertise in der Independent-Filmszene zu vertiefen.
Van der Meers Übergang vom Filmliebhaber zum aktiven Filmschaffenden zeigt, wie Leidenschaft und Entschlossenheit zu konkreten kreativen Ergebnissen führen können. Sein Debüt ‚Bad Slippers‘ markiert den Beginn einer vielversprechenden Reise in die Welt der professionellen Filmproduktion und soll voraussichtlich im Herbst 2024 in den niederländischen Kinos anlaufen.