Der zweifache Oscar-Preisträger Tom Hanks wird in einer kommenden Filmadaption die Rolle des 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln übernehmen. Das Projekt basiert auf dem preisgekrönten Roman „Lincoln in the Bardo“ des amerikanischen Schriftstellers George Saunders. Die Ankündigung sorgt bereits für Aufsehen in Hollywood, da Hanks für seine authentischen Darstellungen historischer Persönlichkeiten bekannt ist.
Literaturverfilmung eines ausgezeichneten Romans
George Saunders‘ Werk „Lincoln in the Bardo“ erhielt 2017 den renommierten Man Booker Prize und gilt als eines der bedeutendsten literarischen Werke der vergangenen Jahre. Der Roman erzählt die Geschichte von Präsident Lincoln, der nach dem Tod seines elfjährigen Sohnes Willie im Jahr 1862 dessen Grab auf dem Oak Hill Cemetery besucht. Dort begegnet er verschiedenen Geistern, die zwischen Leben und Tod gefangen sind. Das Buch verkaufte sich über eine Million Mal weltweit und wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt.
Saunders verbrachte über vier Jahre mit der Recherche für seinen Roman und studierte dabei hunderte historische Dokumente über die Lincoln-Familie. Der Autor entdeckte, dass der Präsident tatsächlich mehrfach das Grab seines Sohnes besuchte und dort sogar die kleine Leiche aus dem Sarg nahm, um sie zu halten. Diese erschütternde historische Tatsache bildet das emotionale Zentrum der Geschichte.
Tom Hanks als historische Persönlichkeit
Für Hanks bedeutet diese Rolle eine Rückkehr zu historischen Charakteren, nachdem er bereits in Filmen wie „Forrest Gump“, „Apollo 13“ und „Saving Private Ryan“ überzeugte. Der 67-jährige Schauspieler bringt umfangreiche Erfahrung in der Darstellung komplexer amerikanischer Figuren mit. Seine Verkörperung des trauernden Präsidenten verspricht eine tiefgreifende emotionale Performance, die sowohl Lincolns politische Größe als auch seine menschliche Verletzlichkeit zeigt.
Hanks hat sich bereits intensiv auf die Rolle vorbereitet und arbeitet mit Historikern zusammen, um Lincolns Charakter und seine Sprechweise zu studieren. Der Schauspieler plant, mehrere Monate in Vorbereitung zu investieren, einschließlich des Studiums von Lincolns Reden und Briefen aus der Zeit nach Willies Tod. Diese akribische Vorbereitung ist charakteristisch für Hanks‘ Herangehensweise an historische Rollen.
Herausforderungen der Romanadaption
Saunders‘ Buch zeichnet sich durch eine experimentelle Erzählstruktur aus, die verschiedene Stimmen und Perspektiven miteinander verwebt. Die Übertragung dieser vielschichtigen literarischen Vorlage auf die Leinwand stellt Regisseure und Drehbuchautoren vor besondere Aufgaben. Das Werk verbindet historische Fakten mit phantastischen Elementen und philosophischen Betrachtungen über Verlust und Trauer. Über 160 verschiedene Charaktere bevölkern den Roman, darunter sowohl historische Figuren als auch fiktive Geister.
Die Produktionsfirma plant, modernste Filmtechnik einzusetzen, um die übernatürlichen Elemente des Romans glaubwürdig darzustellen. Besonders die Darstellung der Geisterwelt im Bardo – dem tibetischen Zwischenzustand zwischen Tod und Wiedergeburt – erfordert innovative visuelle Effekte. Das Budget für die Produktion wird auf über 80 Millionen Dollar geschätzt.
Historischer Kontext und Bedeutung
Lincoln in the Bardo behandelt einen der dunkelsten Momente in Lincolns Privatleben während des amerikanischen Bürgerkriegs. Der Präsident musste nicht nur die Nation durch eine schwere Krise führen, sondern gleichzeitig den Verlust seines geliebten Sohnes verkraften. Willie Lincoln starb im Februar 1862 an Typhus, während im Weißen Haus eine große Gesellschaft stattfand. Diese doppelte Belastung macht die Figur für eine Filmadaption besonders interessant.
Der Tod des Sohnes hatte tiefgreifende Auswirkungen auf Lincolns Präsidentschaft und seine Einstellung zum Bürgerkrieg. Historiker argumentieren, dass diese persönliche Tragödie Lincolns Empathie für die unzähligen Familien verstärkte, die ebenfalls Söhne im Krieg verloren hatten. Die Verfilmung wird diese Verbindung zwischen privatem Leid und politischer Verantwortung thematisieren.
Details zu Regie, weiterer Besetzung und Produktionsbeginn der Lincoln-Verfilmung sind noch nicht bekannt gegeben worden. Brancheninsider spekulieren jedoch über einen Kinostart im Jahr 2025, rechtzeitig zur Award-Saison. Die Ankündigung von Hanks‘ Beteiligung weckt bereits große Erwartungen bei Kritikern und Kinogängern gleichermaßen.