Der neueste War of the Worlds Film hat sich als spektakulärer Misserfolg entpuppt und führt nun die Liste der diesjährigen Razzie-Nominierungen an. Mit insgesamt fünf Nominierungen für die berüchtigten Anti-Oscars steht die Science-Fiction-Produktion stellvertretend für das, was Kritiker als einen der schwächsten Blockbuster des Jahres bezeichnen.
Fünf Kategorien für schlechteste Filmleistungen
Die Razzie Awards, die traditionell die schlechtesten Leistungen der Filmindustrie „würdigen“, haben dem War of the Worlds Remake gleich mehrere zweifelhafte Ehren zuteil werden lassen. Der Film konkurriert in den Kategorien schlechtester Film, schlechteste Regie, schlechtestes Drehbuch, schlechteste Hauptdarstellung und schlechteste visuelle Effekte. Besonders pikant: Das Werk gilt bereits jetzt als heißer Anwärter auf mehrere der unrühmlichen Trophäen.
Branchenexperten zeigen sich wenig überrascht von dieser Entwicklung. Bereits während der sechsmonatigen Produktion kursierten Gerüchte über massive Probleme am Set, kreative Differenzen zwischen Regie und Produzenten sowie mehrfache Drehbuchänderungen. Die finale Fassung des Films scheint diese Befürchtungen nun vollumfänglich zu bestätigen.
Die Golden Raspberry Awards, wie die Razzies offiziell heißen, wurden 1981 ins Leben gerufen und haben sich zu einem festen Bestandteil der Filmbranche entwickelt. Selten jedoch erhielt ein einzelner Film so viele Nominierungen in einem Jahr wie die aktuelle War of the Worlds Adaption.
Kritiker und Publikum gleichermaßen enttäuscht
Was als vielversprechende Neuinterpretation des klassischen H.G. Wells-Stoffes begann, entwickelte sich schnell zu einem cineastischen Debakel. Filmkritiker bemängeln nicht nur die schwache und vorhersehbare Handlung, sondern auch die uninspirierten visuellen Effekte, die hölzernen Dialoge und die fehlende emotionale Tiefe der Charaktere. Das Publikum reagierte entsprechend verhalten auf die Kinoveröffentlichung mit einer durchschnittlichen Bewertung von nur 2,3 von 10 Sternen.
Renommierte Filmkritiker sprechen von einem „handwerklichen Totalausfall“ und einer „Verschwendung von Talent und Ressourcen“. Die Razzie-Nominierungen spiegeln diese vernichtende Kritik wider. Besonders die Kategorie schlechteste visuelle Effekte sticht hervor, da der Film mit einem Budget von über 150 Millionen Dollar produziert wurde.
Insider berichten von chaotischen Dreharbeiten, bei denen wichtige Szenen mehrfach neu gedreht werden mussten. Die ursprünglich geplante Laufzeit von 140 Minuten wurde auf 98 Minuten gekürzt, was zu spürbaren Logiklücken in der Handlung führte. Viele Nebencharaktere verschwinden ohne Erklärung aus der Geschichte.
Finanzielle Verluste und Karriereschäden
Neben dem massiven Imageschaden drohen der Produktionsfirma auch erhebliche finanzielle Einbußen. Trotz millionenschwerer Marketingkampagne und prominenter Besetzung blieben die Kinokassen weitgehend leer. In den ersten drei Wochen spielte der Film weltweit lediglich 23 Millionen Dollar ein – bei Produktionskosten von geschätzten 180 Millionen Dollar inklusive Marketing.
Die internationale Vermarktung gestaltet sich nach den ersten negativen Reaktionen zunehmend schwierig. Mehrere Distributoren haben bereits ihre Verträge für bestimmte Märkte gekündigt oder deutlich niedrigere Garantiesummen ausgehandelt. Streaming-Dienste zeigen sich ebenfalls zurückhaltend bei Lizenzverhandlungen.
Für die beteiligten Schauspieler und Filmemacher haben die Razzie-Nominierungen möglicherweise langfristige Karrierefolgen. Historisch gesehen führen solche Anti-Auszeichnungen oft zu einem temporären Rückgang der Angebote und können jahrelang mit den Namen der Beteiligten verknüpft bleiben.
Tradition der Anti-Oscars und Branchenreaktion
Die Razzie Awards haben in der Vergangenheit bereits zahlreiche prominente Filme und Stars „geehrt“, darunter Werke wie „Cats“, „The Emoji Movie“ und „Fifty Shades of Grey“. Die Auszeichnungen werden von der Golden Raspberry Award Foundation vergeben und gelten als humorvolle, aber durchaus ernstgemeinte Kritik an der Filmindustrie.
Branchenvertreter sehen in den aktuellen Nominierungen ein Warnsignal für die gesamte Science-Fiction-Sparte. Nach mehreren erfolgreichen Franchises der letzten Jahre zeigt der War of the Worlds Flop, dass auch etablierte Stoffe ohne solide Umsetzung scheitern können. Produzenten werden künftig möglicherweise vorsichtiger bei der Finanzierung ähnlicher Projekte.
Die Verleihung der Razzie Awards findet traditionell einen Tag vor der Oscar-Zeremonie statt und wird live im Internet übertragen. Ob der War of the Worlds Film tatsächlich mehrere der zweifelhaften Trophäen einheimsen wird, bleibt abzuwarten. Die Nominierungen allein haben jedoch bereits ihren Zweck erfüllt und den spektakulären Misserfolg der Produktion öffentlichkeitswirksam dokumentiert. Für die Filmbranche dient das Debakel als mahnendes Beispiel dafür, dass auch große Budgets und bekannte Marken keinen Erfolg garantieren.