Das ZDF strahlt am 20. März um 3:30 Uhr das britische Drama „How to Have Sex“ aus. Der Film behandelt die dunklen Seiten des Partytourismus und zeigt drei minderjährige Britinnen während ihres Urlaubs auf der griechischen Insel Kreta. Die Regisseurin Molly Manning Walker inszenierte das Werk als ihr Regiedebüt und schöpfte dabei aus eigenen Erfahrungen als junge Frau in der britischen Partykultur.
Handlung spielt in der Partymetropole Malia
Die Geschichte entfaltet sich in Malia, einem der bekanntesten Partyzentren Kretas. Dort erleben drei junge Frauen aus Großbritannien eine Nacht voller Alkoholexzesse und sexueller Erfahrungen. Was zunächst als typischer Partyurlaub beginnt, nimmt jedoch eine dramatische Wendung. Für eine der Protagonistinnen wird die vermeintlich aufregende Nacht zu einem traumatischen Erlebnis mit weitreichenden Folgen.
Die drei Hauptdarstellerinnen Mia McKenna-Bruce, Lara Peake und Enva Lewis verkörpern dabei verschiedene Typen junger Frauen, die unterschiedlich mit den Herausforderungen des ersten großen Partyurlaubs umgehen. McKenna-Bruce spielt Tara, eine 16-jährige Schülerin, die verzweifelt versucht, endlich ihre ersten sexuellen Erfahrungen zu sammeln. Ihre beiden Freundinnen Em und Skye begleiten sie auf dieser Reise der Selbstfindung, die jedoch schnell außer Kontrolle gerät.
Kritische Auseinandersetzung mit Jugendtourismus
Das Drama beleuchtet die Schattenseiten des modernen Jugendtourismus in südeuropäischen Urlaubszielen. Malia gilt als Hotspot für junge Briten, die dort ihre Schulabschlüsse feiern oder einfach exzessiv Party machen wollen. Der Film zeigt ungeschönt, wie schnell sich scheinbar harmlose Feiern zu gefährlichen Situationen entwickeln können. Besonders der Umgang mit Alkohol und die damit verbundenen Risiken stehen im Mittelpunkt der Erzählung.
Der Partytourismus auf Kreta hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Millionengeschäft entwickelt. Jährlich reisen Hunderttausende junge Europäer auf die griechische Insel, um in den Clubs und Bars von Malia, Chersonissos und anderen Küstenorten zu feiern. Dabei entstehen jedoch regelmäßig Probleme: Übermäßiger Alkoholkonsum, sexuelle Übergriffe und Gewalt gehören zur traurigen Realität dieser Urlaubsform. Lokale Behörden kämpfen seit Jahren gegen die Auswüchse des Sauftourismus an.
Internationale Anerkennung und Festivalerfolge
„How to Have Sex“ feierte seine Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2023, wo der Film in der Sektion „Un Certain Regard“ gezeigt wurde. Dort gewann Regisseurin Manning Walker den Preis für das beste Debüt. Anschließend lief das Drama auf zahlreichen weiteren Festivals weltweit, darunter das Toronto International Film Festival und das London Film Festival.
Die britische Filmkritik lobte das Werk einhellig für seine authentische und ungeschönte Darstellung der Jugendkultur. Besonders hervorgehoben wurde die natürliche Spielweise der drei Hauptdarstellerinnen, die alle Newcomerinnen sind. Der Film verzichtet bewusst auf moralisierende Töne und lässt stattdessen die Ereignisse für sich sprechen. Diese zurückhaltende Erzählweise macht die dramatischen Wendungen umso wirkungsvoller.
Gesellschaftliche Relevanz und Aufklärungscharakter
Das Drama thematisiert wichtige gesellschaftliche Probleme wie Peer Pressure, sexuelle Aufklärung und den Umgang mit Grenzen in intimen Situationen. Viele junge Menschen können sich in den Charakteren wiederfinden, was dem Film eine besondere Authentizität verleiht. Gleichzeitig fungiert „How to Have Sex“ als Aufklärungsfilm über die Risiken ungezügelten Partytourismus.
Experten für Jugendschutz sehen in solchen Produktionen wichtige Diskussionsgrundlagen für die Präventionsarbeit. Der Film zeigt realitätsnah auf, wie sich Gruppendruck und Alkohol auf das Urteilsvermögen junger Menschen auswirken können. Besonders die Darstellung von Einvernehmlichkeit und deren Grenzen wird als pädagogisch wertvoll eingeschätzt.
Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen
Die deutsche Erstausstrahlung findet in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch statt. Das ZDF sendet den Film von 3:30 bis 4:50 Uhr und richtet sich damit an ein erwachsenes Publikum. Die späte Sendezeit unterstreicht die ernste Thematik des Werks, das sich mit sensiblen Aspekten der Jugendkultur auseinandersetzt. Nach der Ausstrahlung wird der Film auch in der ZDF-Mediathek verfügbar sein.
Der britische Film hat bereits international Aufmerksamkeit erregt und wurde für seine realistische Darstellung problematischer Aspekte des Partytourismus gelobt. Kritiker würdigten besonders die authentische Inszenierung und die schauspielerischen Leistungen der jungen Darstellerinnen. Das Drama verzichtet auf eine beschönigende Darstellung und zeigt stattdessen die harten Realitäten auf, denen sich Jugendliche in solchen Umgebungen gegenübersehen können.