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The Post (US 2017)

Die Verlegerin (DE 2017)


Genre      Drama / Thriller
Regie    Steven Spielberg ... 
Buch    Josh Singer ... 
Liz Hannah ... 
Darsteller    Meryl Streep ... Kay Graham
Tom Hanks ... Ben Bradlee
Alison Brie ... 
Bob Odenkirk ... 
[noch 15 weitere Einträge]
 
Agent KarlOtto
 
Wertungen60
Durchschnitt
6.85 
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DVD-Erscheinungstermin:
28.06.2018

Start in den deutschen Kinos:
22.02.2018



4 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

KeyzerSoze
24.05.2020 08:36 Uhr / Wertung: 7
Mit Filmen wie "Spotlight" oder "All the President's Men", die investigativen Journalismus behandeln, kann man mich eigentlich immer abholen. Daher waren meine Erwartungen an Steven Spielbergs Werk vielleicht ein wenig zu hoch.

Dabei kann ich dem Film eigentlich kaum etwas vorwerfen, denn "The Post" ist ein edel in Szene gesetztes Drama mit einer wunderbaren Ausstattung, durch die Bank hervorragenden Darstellern, tollen Kamerafahrten und mit einer Geschichte, die thematisch aktueller kaum sein könnte. Neben dem investigativen Part steht nämlich die Beziehung zwischen Präsidentschaft und Presse im Vordergrund und wie Nixon und seine Regierung alles nur mögliche in die Wege zu leiten um diese zu steuern. Dies wird spannend erzählt, hat jedoch in meinen Augen nicht immer das beste Pacing, so empfand ich die erste Hälfte als ein wenig zäh, während mir in der zweiten Hälfte dann alles wiederum zu schnell ging. Man kann sich natürlich streiten, ob die finale Szene mit ihrem "Cliffhanger" etwas on the nose war, aber ich hatte nach dem Film direkt Lust mir "All the President's Men" erneut anzusehen. Von daher hat sie ihre Wirkung nicht verfehlt.

Wer Filme wie "Spotlight" und Co mag, wird hier eigentlich kaum etwas falsch machen können. Bin mir ziemlich sicher, dass ich den Film beim zweiten Schauen (und dann im Doppelfeature mit Alan J. Pakulas Werk) noch aufwerten werde.
WinstonSmith
28.02.2018 12:46 Uhr / Wertung: 4
Das mit Meryl Streep und Tom Hanks zwei Dinosaurier des Filmgeschäfts die Hauptrollen spielen, zeigt schon an, wie der Film ausfallen wird: überholt, verknöchert und steif. Da sich die Geschichte dann auch noch um das NY-Zeitungswesen des Jahres 1971 dreht, fügt dem noch antiquiert, verstaubt und langweilig hinzu. Das derartige zeithistorische Filme überhaupt gedreht werden, ist wohl einzig dem Umstand geschuldet, das in jedem Land die Medienmacher so ihre Lieblingsthemen haben, und in den USA sind das die Präsidenten per se, und Vietnam.
Der Todesstoß wird dem Film dadurch versetzt, das Meryl Streep die Rolle der Verlegerin derart spielt, als sei diese komplett senil, und würde nur ab und zu aus ihrem Dämmerzustand aufwachen. Ein Dämmerzustand in den mich der Film durch seine Langweiligkeit auch recht schnell versetzt hat. Es gibt Dinge, die können auch durch einen Steven Spielberg nicht reanimiert werden.
Achim
27.02.2018 11:21 Uhr
Der neueste Film von Spielberge enttäuscht mehr als Er überzeugt. Ganz klar ist der Film für die Pressfreiheit eingestimmt, aber auch hier ist er nicht konsquent genug. In Zeiten von 'Fake-News' und 'Alternativen Fakten' wirkt der Film wie eine Rückbesinnung auf die guten Alten Zeiten des Journalismus, aber wir wissen alle, dass auch in der Vergangenheit vieles als wahr verkauft wurde obwohl das nicht der Fall wahr. Aber ausgehend von dieser Emazipation der Washington Post war wohl auch die spätere Aufdeckung des Watergat-Skandals wohl erst möglich. Aber Trump heute steht dem damaligen Presidenten Nixon in Nichts nach, aber ohne irgendeiner Konsequens (bis jetzt!) für seine Presidentschaft. Interessanter Weise werden Filme dieser Art erst Jahrzehnte nach nach dem zugrunde liegenden Sachverhalt möglich zu drehen, selbst in den USA, dem selbsernannten Land mit der freiesten Presse der Welt. Wir werden sehen wohin sich das entwickelt. Die beiden Hauptdarsteller machen Ihre Sache ganz gut. Trotzdem bleibt der Film eher mittelmäßig.
Hatsepsut
15.02.2018 00:39 Uhr / Wertung: 7 - Letzte Änderung: 15.02.2018 um 00:44
Dieser Film gliedert sich in drei Teile: 1. Die Einführung in das Thema: Vietnam, Regierung, Journalismus 2. Die Enthüllung und 3. Die sozial-politischen Folgen.

Spannend waren Teil 2 und 3, ein Lob auf die Pressefreiheit, stellenweise als Kritik an Trump zu verstehen. Spannend zu sehen, auf welch verschlungenen Wegen wichtige Papiere zu den Journalisten gelangen, das heimliche Schreiben, die Diskussionen der Redakteure, die Sichtweise der hinzugezogenen Anwälte, die moralische Frage des 'was dient der Nation mehr?', die Konfrontation mit einer möglichen Gefängnigsstrafe.
Teile 2 und 3 retten den Film, der sonst nur mittelmässig gewesen wäre.


Teil 1 war zu stark in die Länge gezogen. Maschinen rattern, Journalisten laufen hin- und her, Zigaretten werden geraucht, hinter dicken Brillen wird verschwörerisch gekuckt. Hier sollte wohl der Facebook-Generation der Journalismus alter Schule nahe gebracht werden - ältere Generationen werden an Anti-Establishment Filme aus den späten 70ern erinnert.

Ein interessanter Nebenschauplatz ist die Emanzipation der Frau: Noch ganz 60er Jahre ist die Frau mittleren Alters an Küche und Kinder gebunden - und wird in führender Position nicht ernst genommen. Diese klare Trennung zwischen 'Männerwelt' und 'Frauenwelt' wird in einigen gut gespielten Szenen sehr deutlich. Von diesem Rollenverständnis muss sich die Verlegerin erst einmal befreien, bevor sie ihre Entscheidung frei treffen kann.
Das Einstehen für die Pressefreiheit (und Demokratie) wird also gekoppelt mit einer Emanzipation auf einer individuellen Bedeutungsebene. Nicht zufällig ist es eine Frau, die in der letzten Szene des Films der Redaktion das Verdikt und die Begründung der Bundesrichter verkündet.

Tipp: vor dem Film etwas zu Nixon und die Watergateaffäre lesen. Der Film setzt etwas Wissen an amerikanischer Geschichte voraus: wichtige Personen werden nicht eingeführt.

Wertung: 7 Pkte.


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