Der neue Horrorfilm The Mummy von Regisseur Lee Cronin verzeichnet schwache Einspielergebnisse in den ersten Kinowochen. Die Produktion, die das bestehende Mummy-Universum erweitern sollte, bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Filmstudios zurück. Mit einem geschätzten Budget von 75 Millionen US-Dollar konnte der Film bislang nur etwa 18 Millionen Dollar weltweit einspielen.
Geringe Zuschauerzahlen belasten Kinostart
Bereits in den ersten Vorführungstagen zeigten sich die ernüchternden Zahlen an den Kinokassen. Branchenexperten hatten mit deutlich höheren Einnahmen gerechnet, da Horrorfilme traditionell eine treue Fanbase besitzen. In den USA erreichte der Film nur Platz sechs der Kinocharts, während er in wichtigen internationalen Märkten wie Deutschland und Großbritannien sogar noch schlechter abschnitt.
Die schwachen Besucherzahlen werfen Fragen über die Zukunft weiterer Projekte im Mummy-Franchise auf. Kinobetreiber berichten von leeren Sälen selbst am Wochenende, obwohl der Film in über 3.200 Kinos anlief. Besonders problematisch ist die geringe Mundpropaganda, da auch die Bewertungen auf Plattformen wie Rotten Tomatoes mit nur 31 Prozent Kritikerzustimmung enttäuschend ausfallen.
Lee Cronin erweitert das Mummy-Universum
Regisseur Lee Cronin, bekannt für seine Arbeit an Horrorproduktionen wie „Evil Dead Rise“, hatte sich zum Ziel gesetzt, dem etablierten Mummy-Universum neue Impulse zu verleihen. Seine Interpretation sollte frischen Wind in die Filmreihe bringen und gleichzeitig an erfolgreiche Vorgänger wie die Brendan Fraser-Trilogie aus den späten 1990er und frühen 2000er Jahren anknüpfen.
Der Film setzt auf eine modernere, düsterere Interpretation der klassischen Mumiengeschichte und verzichtet bewusst auf den Abenteuer-Ton der früheren Versionen. Cronins Ansatz fokussiert sich stärker auf psychologischen Horror und atmosphärische Spannung. Die Hauptrolle übernahm Oscar Isaac, der als Archäologe Dr. Henry Banning in die Welt der ägyptischen Mythologie eintaucht.
Die Umsetzung scheint jedoch beim Publikum nicht den gewünschten Anklang gefunden zu haben. Kritiker bemängeln eine schwache Handlung und vorhersehbare Wendungen, während Fans der ursprünglichen Filme die neue ernste Tonalität ablehnen. Viele Zuschauer erwarteten mehr Action und Abenteuer, stattdessen erhielten sie einen langsam erzählten Psychothriller.
Horrorgenre kämpft mit wechselnden Trends
Die Filmindustrie beobachtet seit einiger Zeit schwankende Erfolge im Horrorbereich. Während einige Produktionen wie „Scream VI“ oder „M3GAN“ überraschende Kassenerfolge feiern, fallen andere trotz großer Werbekampagnen durch. Das Horrorgenre hat sich in den letzten Jahren stark diversifiziert, von Slasher-Filmen über Geistergeschichten bis hin zu psychologischen Thrillern.
Streaming-Dienste haben das Sehverhalten grundlegend verändert, wodurch Kinobesuche für Horrorfilme seltener werden. Zuschauer bevorzugen häufig den Komfort des heimischen Sofas für Gruselunterhaltung, besonders nach der Pandemie. Netflix, Amazon Prime und andere Plattformen investieren massiv in Eigenproduktionen und bieten Horrorfilme direkt zum Streaming an, was den Kinobetreibern zusätzlich schadet.
Erfolgreiche Horrorfilme der letzten Zeit wie „Hereditary“ oder „The Conjuring“-Reihe zeigen, dass das Publikum durchaus bereit ist, ins Kino zu gehen – allerdings nur für außergewöhnliche Qualität. Franchise-Filme haben es besonders schwer, da Zuschauer oft müde von endlosen Fortsetzungen sind und originelle Geschichten bevorzugen.
Auswirkungen auf das Mummy-Franchise
Das schlechte Abschneiden von „The Mummy“ hat weitreichende Konsequenzen für das geplante erweiterte Universum. Universal Studios hatte ursprünglich eine ganze Reihe von Monstern-Filmen angekündigt, darunter neue Versionen von Frankenstein, Dracula und dem Werwolf. Diese Pläne stehen nun auf der Kippe, da Investoren nach den schwachen Zahlen zögern, weitere Millionen in das Projekt zu stecken.
Bereits 2017 scheiterte der Versuch, das Monster-Universum mit Tom Cruises „Die Mumie“ zu starten. Der Film floppte ebenfalls an den Kinokassen und führte zur Einstellung der Dark Universe-Pläne. Cronins Neustart sollte einen anderen Ansatz verfolgen, doch auch dieser Versuch scheint gescheitert zu sein.
Die Entwicklung zeigt, wie herausfordernd es geworden ist, etablierte Filmreihen erfolgreich fortzuführen. Studios müssen innovative Ansätze finden, um sowohl langjährige Fans als auch neue Zielgruppen zu erreichen und nachhaltige Erfolge zu erzielen. Möglicherweise liegt die Zukunft klassischer Monster eher in kleineren, budgetschonenden Produktionen oder direkten Streaming-Veröffentlichungen.