Der Science-Fiction-Blockbuster Independence Day: Resurgence aus dem Jahr 2016 läuft heute Abend um 20:25 Uhr im deutschen Fernsehen. Der umstrittene Sequel zum Kultfilm von 1996 bringt die außerirdische Bedrohung zurück auf die Bildschirme, obwohl viele Kritiker den Film als überflüssige Fortsetzung bewerten. Nach einer 20-jährigen Pause wagte sich Regisseur Roland Emmerich an die Fortsetzung seines größten Erfolgs.
Rückkehr der Aliens nach 20 Jahren
Zwei Jahrzehnte nach dem ersten Angriff kehren die Außerirdischen mit noch größerer Zerstörungskraft zur Erde zurück. Die Menschheit hat sich in der Zwischenzeit mit erbeuteter Alien-Technologie auf eine erneute Invasion vorbereitet. Unter der Regie von Roland Emmerich entstand ein visuell spektakulärer Film, der jedoch an die Qualität des Originals nicht heranreicht. Die neue Generation von Piloten, angeführt von Jake Morrison (Liam Hemsworth) und Dylan Hiller (Jessie T. Usher), muss sich einer Bedrohung stellen, die alles Bisherige in den Schatten stellt.
Das Alien-Mutterschiff in der Fortsetzung übertrifft die Dimensionen des ersten Films bei weitem. Mit einem Durchmesser von über 4.800 Kilometern bedeckt es nahezu den gesamten Atlantik und bringt eine Zerstörungskraft mit sich, die ganze Kontinente bedroht. Die Erdverteidigung, die nun über hybride Technologie aus menschlicher Ingenieurskunst und außerirdischen Komponenten verfügt, scheint gegen diese Übermacht machtlos zu sein.
Kritik an der späten Fortsetzung
Filmkritiker und Fans zeigten sich enttäuscht von der Umsetzung des lange erwarteten Sequels. Viele bemängelten die schwache Handlung und den Mangel an emotionaler Tiefe, die den ersten Teil so erfolgreich gemacht hatten. Will Smith, einer der Hauptdarsteller des Originals, fehlte komplett in der Fortsetzung, was zusätzlich für Unmut sorgte. Seine Figur Captain Steven Hiller starb zwischen den Filmen bei einem Testflug, was viele Zuschauer als unbefriedigende Lösung empfanden.
Die Produktionskosten von 165 Millionen Dollar konnten weltweit nur knapp wieder eingespielt werden. Mit globalen Einnahmen von 389 Millionen Dollar blieb der Film deutlich hinter den Erwartungen zurück. Besonders in den USA, wo das Original 1996 zum Kassenschlager wurde, enttäuschte Independence Day 2 mit nur 103 Millionen Dollar Einspielergebnis. Die ursprünglich geplante Trilogie wurde daraufhin auf Eis gelegt.
Technische Meisterleistung trotz schwacher Story
Trotz aller Kritik bietet der Film beeindruckende Spezialeffekte und actionreiche Sequenzen. Die Zerstörungsszenen übertreffen das Original bei weitem und zeigen moderne Filmtechnik in ihrer vollen Pracht. Das Produktionsteam um Visual Effects Supervisor Volker Engel erschuf mit über 1.500 Effekt-Einstellungen ein visuelles Spektakel, das technisch kaum zu übertreffen ist. Besonders die Sequenz der Landung des Mutterschiffs und die daraus resultierenden Gravitationsanomalien gelten als Meilensteine der digitalen Tricktechnik.
Die Besetzung mit Jeff Goldblum, Bill Pullman und Brent Spiner brachte zumindest teilweise die Nostalgie des Originals zurück. Neue Gesichter wie Maika Monroe, Charlotte Gainsbourg und Sela Ward sollten für frischen Wind sorgen, konnten aber die Schwächen im Drehbuch nicht kompensieren. Das Skript von Emmerich, Dean Devlin und vier weiteren Autoren wirkte überladen und verlor sich in zu vielen Handlungssträngen.
Vermächtnis eines umstrittenen Sequels
Independence Day: Resurgence steht exemplarisch für Hollywood-Sequels, die Jahrzehnte nach dem Original produziert werden. Der Film zeigt sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen solcher späten Fortsetzungen auf und bleibt ein umstrittenes Kapitel der Science-Fiction-Filmgeschichte. Während die technischen Aspekte durchaus überzeugen können, verdeutlicht der Film die Schwierigkeit, an den kulturellen Einfluss und die emotionale Wirkung eines Klassikers anzuknüpfen.
Für heutige Zuschauer bietet die Fernsehausstrahlung eine Gelegenheit, sich selbst ein Urteil über den umstrittenen Blockbuster zu bilden. Trotz aller berechtigten Kritik bleibt Independence Day 2 ein technisch beeindruckendes Spektakel, das zumindest visuell für unterhaltsame Stunden vor dem Bildschirm sorgen kann.