Der Film „The Bride!“ von Regisseurin Maggie Gyllenhaal ist bereits wenige Monate nach seinem enttäuschenden Kinostart im März auf der niederländischen Streaming-Plattform Pathé Thuis verfügbar. Das Regiedebüt der Oscar-nominierten Schauspielerin konnte an den Kinokassen nicht überzeugen und wechselt nun schnell ins digitale Angebot.
Schneller Wechsel vom Kino zum Streaming
Normalerweise vergehen mehrere Monate zwischen Kinostart und Streaming-Verfügbarkeit. Bei „The Bride!“ verkürzte sich dieser Zeitraum erheblich, was auf die schwachen Besucherzahlen in den Kinos zurückzuführen ist. Der Film startete im März 2024 in den Kinos und erreichte nicht die erwarteten Zuschauerzahlen. Branchenexperten sehen darin einen Trend, wonach erfolglose Kinofilme immer schneller auf Streaming-Plattformen landen.
Die traditionelle Verwertungskette sieht normalerweise eine Mindestspanne von 90 bis 120 Tagen vor, bevor Filme digital verfügbar werden. Diese Regel wurde in den vergangenen Jahren jedoch zunehmend aufgeweicht. Studios bevorzugen mittlerweile flexible Modelle, die sich an den tatsächlichen Kinoerfolg anpassen. Bei „The Bride!“ entschieden die Produzenten offenbar, die Verluste zu begrenzen und schnell alternative Einnahmequellen zu erschließen.
Gyllenhaal wagt sich hinter die Kamera
Maggie Gyllenhaal, bekannt aus Filmen wie „Secretary“ und „The Dark Knight“, wagte mit „The Bride!“ den Schritt vom Schauspiel zur Regie. Die 46-jährige Amerikanerin hatte bereits 2021 mit „The Lost Daughter“ ihr Regietalent unter Beweis gestellt und dafür eine Oscar-Nominierung erhalten. Ihr neustes Werk konnte jedoch nicht an diesen Erfolg anknüpfen und blieb sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum hinter den Erwartungen zurück.
„The Bride!“ basiert auf Mary Shelleys klassischem Roman „Frankenstein“ und erzählt die Geschichte aus der Perspektive der weiblichen Kreatur. Gyllenhaal wollte mit ihrer Interpretation eine feministische Lesart des Gothic-Klassikers präsentieren. Die Besetzung umfasst namhafte Schauspieler wie Jessie Buckley und Rory Kinnear. Trotz der ambitionierten Herangehensweise und der starken schauspielerischen Leistungen konnte der Film das Kinopublikum nicht erreichen.
Kritiker lobten zwar Gyllenhaals visuellen Stil und die atmosphärische Inszenierung, bemängelten jedoch das langsame Erzähltempo und die komplexe Handlungsstruktur. Diese Faktoren könnten dazu beigetragen haben, dass der Film für ein breites Publikum weniger zugänglich war. Die Produktionskosten von geschätzten 15 Millionen Dollar konnten an den Kinokassen nicht eingespielt werden.
Streaming als zweite Chance für Kinoflops
Die Verfügbarkeit auf Pathé Thuis bietet dem Film eine zweite Chance, ein Publikum zu finden. Viele Produktionen, die im Kino scheitern, erleben auf Streaming-Plattformen eine Renaissance. Das heimische Umfeld und die geringeren Kosten für den Zuschauer können dazu führen, dass Filme eine neue Bewertung erfahren. Pathé Thuis gehört zu den führenden Video-on-Demand-Anbietern in den Niederlanden und erreicht Millionen von Haushalten.
Streaming-Plattformen bieten Filmemachern die Möglichkeit, Nischenprojekte einem spezifischen Publikum zu präsentieren. Während Kinogänger oft auf bewährte Blockbuster setzen, sind Streaming-Nutzer experimentierfreudiger und bereit, unkonventionelle Inhalte auszuprobieren. Dies könnte „The Bride!“ zugutekommen, da der Film eher für ein kunstinteressiertes Publikum konzipiert wurde.
Wandel in der Filmverwertung beschleunigt sich
Die Filmindustrie beobachtet solche schnellen Übergänge vom Kino zum Streaming mit gemischten Gefühlen. Während Produzenten froh sind, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, befürchten Kinobetreiber eine weitere Schwächung des traditionellen Kinoerlebnisses. „The Bride!“ wird somit zum Beispiel für die sich wandelnde Verwertungskette in der Unterhaltungsbranche.
Die Corona-Pandemie hat diesen Wandel zusätzlich beschleunigt. Viele Studios haben gelernt, dass Streaming-Releases lukrative Alternativen zum Kinostart darstellen können. Besonders bei Filmen mit begrenztem kommerziellem Potenzial wird diese Strategie zunehmend attraktiv. Für Regisseure wie Gyllenhaal bedeutet dies sowohl Chancen als auch Herausforderungen bei der Finanzierung zukünftiger Projekte.
Trotz des enttäuschenden Kinostarts bleibt Gyllenhaals Reputation als Regisseurin weitgehend intakt. Ihr Debütfilm „The Lost Daughter“ hatte gezeigt, dass sie durchaus in der Lage ist, kritisch gefeierte Werke zu schaffen. Die Streaming-Verfügbarkeit von „The Bride!“ könnte ihr helfen, das Vertrauen von Produzenten und Investoren für kommende Projekte zu erhalten.