Hollywood-Star Matt Damon zeigt sich heute reumütig über seine Entscheidung, in dem kostspieligen Misserfolg „The Great Wall“ mitzuwirken. Der Schauspieler räumt ein, dass er die Warnzeichen vor Drehbeginn hätte ernster nehmen sollen, anstatt auf einen großen Kassenerfolg zu hoffen. In aktuellen Interviews reflektiert der Oscar-Preisträger offen über einen der größten Karrierefehler seiner Laufbahn.
Millionenschwerer Flop statt erhoffter Blockbuster
Der 2016 erschienene Film „The Great Wall“ sollte ursprünglich eine spektakuläre Mischung aus Action und Fantasy werden. Mit einem Budget von über 150 Millionen Dollar war der Streifen als internationale Koproduktion zwischen Hollywood und China geplant. Damon übernahm die Hauptrolle des europäischen Söldners William Garin, der an der chinesischen Mauer gegen mystische Kreaturen kämpft.
Trotz der aufwendigen Produktion und der Beteiligung renommierter Schauspieler wie Willem Dafoe und Pedro Pascal floppte der Film sowohl bei Kritikern als auch an den Kinokassen. Weltweit spielte „The Great Wall“ lediglich 334 Millionen Dollar ein – deutlich weniger als erhofft für einen Film dieser Größenordnung. Die Produktionskosten lagen bei geschätzten 150 Millionen Dollar, hinzu kamen weitere 80 Millionen für Marketing und Vertrieb.
Regisseur Zhang Yimou, bekannt für visuell beeindruckende Filme wie „Hero“ und „House of Flying Daggers“, konnte trotz seiner Expertise nicht verhindern, dass der Film bei Kritikern durchfiel. Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes erreichte „The Great Wall“ nur magere 35 Prozent positive Kritiken.
Kontroverse um kulturelle Aneignung überschattet Produktion
Neben dem kommerziellen Misserfolg sah sich der Film auch heftiger Kritik wegen kultureller Aneignung ausgesetzt. Viele Zuschauer und Kritiker warfen der Produktion vor, einen weißen Hauptdarsteller in eine Geschichte einzubauen, die eigentlich chinesische Helden hätte feiern sollen. Diese Kontroverse überschattete die gesamte Vermarktung des Films bereits Monate vor dem Kinostart.
Damon geriet persönlich ins Kreuzfeuer der Kritik, da seine Figur als typisches Beispiel für „White Savior“-Narrative in Hollywood-Produktionen gesehen wurde. Der Vorwurf lautete, dass erneut ein weißer Charakter als Retter einer nicht-weißen Kultur dargestellt wurde. Besonders in sozialen Medien entlud sich ein Sturm der Entrüstung, der wochenlang anhielt.
Die Produzenten versuchten zunächst, die Kritik zu entkräften, indem sie betonten, dass Damons Charakter nicht als Retter, sondern als Lernender konzipiert sei. Diese Rechtfertigungsversuche verstärkten jedoch nur die öffentliche Debatte über Hollywoods Umgang mit kultureller Diversität und Repräsentation.
Schauspieler zeigt sich selbstkritisch über Projektauswahl
In späteren Interviews äußerte sich der Oscar-Preisträger zunehmend kritisch über seine Beteiligung an dem Projekt. Damon gab zu, dass er die Bedenken seines Umfelds hätte ernster nehmen sollen, anstatt sich von den Versprechungen eines großen internationalen Erfolgs blenden zu lassen. Besonders seine Ehefrau Luciana Barroso und enge Freunde hatten ihm bereits früh von dem Projekt abgeraten.
Der Schauspieler betonte, dass er aus dieser Erfahrung gelernt habe und künftig sorgfältiger bei der Auswahl seiner Projekte vorgehen wolle. Besonders die gesellschaftliche Verantwortung als prominenter Akteur in der Filmindustrie sei ihm durch die Kontroverse bewusster geworden. „Ich hätte mehr Fragen stellen sollen“, räumte Damon in einem Interview mit dem Magazin Entertainment Weekly ein.
Die Erfahrung führte dazu, dass Damon sein Team um Kulturberater erweiterte, die bei künftigen Projekten mögliche Sensibilitäten frühzeitig erkennen sollen. Diese Maßnahme zeigt, wie ernst der Schauspieler die Lehren aus dem „Great Wall“-Debakel nimmt.
Auswirkungen auf Damons weitere Karriere
Der Misserfolg von „The Great Wall“ hatte durchaus Konsequenzen für Damons weitere Laufbahn. Mehrere geplante Projekte mit internationalen Koproduktionen wurden in der Folgezeit abgesagt oder verschoben. Der Schauspieler konzentrierte sich stattdessen wieder verstärkt auf kleinere, künstlerisch anspruchsvollere Filme wie „Downsizing“ und „Ford v Ferrari“.
Brancheninsider berichten, dass Damon seitdem deutlich wählerischer bei der Projektauswahl geworden ist. Statt auf schnelle Kassenerfolge zu setzen, bevorzugt er nun Drehbücher mit gesellschaftlicher Relevanz und kultureller Sensibilität. Diese Neuausrichtung hat sich ausgezahlt: Seine späteren Filme erhielten durchweg bessere Kritiken.
„The Great Wall“ bleibt ein Mahnmal dafür, wie selbst etablierte Stars und große Budgets nicht automatisch zum Erfolg führen. Für Damon war es eine lehrreiche, wenn auch schmerzhafte Erfahrung über die Bedeutung kultureller Sensibilität im modernen Kino. Der Fall zeigt exemplarisch, wie sich die Erwartungen des Publikums an Hollywood-Produktionen in den letzten Jahren grundlegend gewandelt haben.