Der 2017 erschienene Abenteuerfilm „The Mummy“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle verzeichnet derzeit einen überraschenden Erfolg auf der Streaming-Plattform SkyShowtime. Obwohl der Streifen seinerzeit an den Kinokassen enttäuschte, klettert er nun in die oberen Ränge der meistgestreamten Filme auf dem Dienst und beweist damit die unvorhersagbare Dynamik des Streaming-Marktes.
Streaming-Erfolg trotz ursprünglichem Kinoflop
Universal Pictures hatte mit „The Mummy“ große Pläne verfolgt und wollte ein neues Monster-Universum etablieren, das an die erfolgreichen Marvel- und DC-Franchises anknüpfen sollte. Der Film sollte den Auftakt für eine Reihe von Horrorfilmen mit klassischen Monstern wie Frankenstein, Dracula und dem Wolfsmenschen bilden. An den Kinokassen blieb der erwartete Erfolg jedoch aus, was zur sofortigen Einstellung der geplanten „Dark Universe“-Filmreihe führte.
Die Produktionskosten von geschätzten 125 Millionen Dollar plus zusätzliche 95 Millionen Dollar für Marketing konnten trotz weltweiter Einspielergebnisse von rund 410 Millionen Dollar nicht die erhofften Gewinne erzielen. Besonders in den USA enttäuschte der Film mit nur 80 Millionen Dollar, während internationale Märkte wie China mit 90 Millionen Dollar deutlich besser abschnitten. Kritiker bemängelten die schwache Handlung und das Fehlen einer klaren Identität zwischen Horror und Action.
Nun erlebt der Mumien-Streifen eine Renaissance im Streaming-Bereich. SkyShowtime-Nutzer entdecken den Action-Thriller offenbar neu für sich, was sich in den aktuellen Abrufzahlen widerspiegelt. Der Film kombiniert Horror-Elemente mit spektakulären Actionsequenzen und zeigt Tom Cruise als Nick Morton, einen Soldaten und Grabräuber, der versehentlich eine jahrtausendealte Mumie erweckt und dabei London in Gefahr bringt.
Zweite Chance für unterschätzte Produktionen
Das Phänomen zeigt, wie Streaming-Plattformen Filmen eine zweite Chance bieten können. Was im Kino nicht funktioniert hat, findet möglicherweise im heimischen Wohnzimmer sein Publikum. Verschiedene Faktoren können dabei eine Rolle spielen: veränderte Sehgewohnheiten, niedrigere Erwartungshaltung, die Bequemlichkeit des Streamings oder einfach die Tatsache, dass Zuschauer bereit sind, einem Film ohne Kinokarten-Investition eine Chance zu geben.
Experten der Unterhaltungsbranche beobachten diesen Trend bereits seit Jahren. Filme wie „Blade Runner 2049“ oder „The Nice Guys“ fanden ebenfalls erst auf Streaming-Diensten ihre verdiente Anerkennung, nachdem sie im Kino hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Die veränderte Medienlandschaft ermöglicht es Produktionen, über einen längeren Zeitraum ihr Publikum zu finden, anstatt nur auf das Eröffnungswochenende angewiesen zu sein.
Sofia Boutella verkörpert in dem Film die titelgebende Mumie Ahmanet mit beeindruckender physischer Präsenz, während Russell Crowe als Dr. Jekyll auftritt und damit eine Verbindung zu anderen geplanten Monster-Filmen herstellen sollte. Die Besetzung wurde seinerzeit gelobt, auch wenn die Handlung und Umsetzung gemischte Kritiken erhielten. Regisseur Alex Kurtzman führte bei seinem Regiedebüt die Regie und brachte seine Erfahrung als Drehbuchautor von Blockbustern wie „Star Trek“ mit ein.
SkyShowtime profitiert von bekannten Titeln
Für SkyShowtime erweist sich die Integration von „The Mummy“ als strategisch klug. Bekannte Filme mit prominenten Schauspielern ziehen Abonnenten an und sorgen für Gesprächsstoff in sozialen Medien. Der Streaming-Dienst, der als Joint Venture von Paramount und NBCUniversal entstanden ist, konkurriert in einem hart umkämpften Markt um die Aufmerksamkeit der Zuschauer gegen etablierte Platzhirsche wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney+.
Die Plattform setzt bewusst auf eine Mischung aus aktuellen Blockbustern, Klassikern und exklusiven Inhalten. Filme wie „The Mummy“ erfüllen dabei eine wichtige Funktion als Katalog-Füller, der sowohl Tom Cruise-Fans als auch Horror-Liebhaber anspricht. Die internationale Ausrichtung von SkyShowtime, das in über 20 europäischen Märkten verfügbar ist, macht solche bekannten Hollywood-Produktionen besonders wertvoll.
Neue Bewertungsmaßstäbe für Filmerfolg
Die aktuelle Entwicklung wirft die Frage auf, ob weitere vermeintliche Kinofails eine ähnliche Wiedergeburt im Streaming erleben könnten. Studios könnten ihre Bewertung von Erfolg und Misserfolg überdenken, wenn sich zeigt, dass manche Produktionen erst auf Streaming-Plattformen ihr wahres Potenzial entfalten. Dies könnte langfristig die Art und Weise verändern, wie Filme produziert und vermarktet werden.
Der Erfolg von „The Mummy“ auf SkyShowtime demonstriert, dass die traditionellen Metriken für Filmerfolg in der Streaming-Ära möglicherweise überdacht werden müssen. Während Kinokassen-Einnahmen weiterhin wichtig bleiben, gewinnen Faktoren wie Streaming-Abrufzahlen, Zuschauerbindung und langfristige Katalog-Performance zunehmend an Bedeutung für die Bewertung einer Produktion.